Links& Rechtsaussen

Erstellt 33 Antworten34 Beiträge
Startbeitrag#1
habe mit meinem Tonstudio ein Angebot bekommen eine Band aufzunehmen deren Texte schon eindeutig in eine politische Richtung deuten - besser gesagt wir sind Instrumental fertig und es geht nun ans Einsingen. Nun bekam ich aber mit, nachdem ich einen Blick auf die Texte warf, daß sie schon als recht eindeutig für Aussenstehende aufzufassen sind. Wie sollte man sich verhalten? Abgesehen vom Negativ Image das einem eine solche Produktion einbringen könnte - was hätte das für strafrechtliche Folgen? Kann mir jemand als Betreiber des Studios einen Strick daraus drehen? Wäre ich für die zBsp. für die Ermittlungsbehörden interessant - könnte mir eine Beschlagnahme der Arbeitsmittel ( Rechner ! ) drohen. Wäre nett wenn ihr mir helfen könntet es ist ja mittlerweile schon fast zu spät...
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Antwort#2
also wie das rechtlich aussieht kann ich dir nicht sagen.
Wäre mir aber egal, wenn mir das passieren würde, ganz klar.
Man kann auch mal auf eine Einnahme verzichten und die Türe zu lassen.
Stell dir vor, die sind mit deinen Aufnahmen mehr als zufrieden und erzählen das weiter.
Im schlimmsten Fall machst du dann nix mehr anderes! Na Mahlzeit.
Ne im Ernst, radikale Sachen gehen garnicht: Lass die Finger davon
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Antwort#3
hallo!
wenn du, wie du hier schreibst, nur für die tonaufnahmen verantwortlich bist und die musik nicht über ein label von dir vertrieben wird kann dir, ausser einem schlechten ruf und vielleicht bald massenhaft mehr solcher aufträge nichts passieren.
wenn irgendwer wind von der sache bekommt und die ermittlungsbehörde erfährt davon kannst du davon ausgehen dass dein pc beschlagnahmt wird und eine unangekündigte durchsuchung ansteht.
denn rechtsradikale musik gehört nicht zu der kategorie "Indiziert" und muss daher beschlagnahmt werden. schon mit dem besitz rechtsradikaler musik machst du dich strafbar.
wenns dumm geht fällt die cd sofort im presswerk auf.
an deiner stelle würde ich die produktion sofort beenden. wenn das gar nicht geht würde ich meinen namen " tonaufnahmen & mix" NICHT mit auf die cd schreiben. .
das master am besten den nazirockern;-) geben und die sollen es selbst im presswerk abliefern.
dann kannst du alles abstreiten. und die daten sofort nach beendigung der produktion löschen. darfst dann aber auch keine rechnung für deine tätigkeit ausstellen, sonst haben sie dich wieder am wickel;-)
gruss
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Antwort#4
Gar nicht lang gefackelt: Eine derartige Produktion würde ich kategorisch ablehnen!
Ich persönlich lehne auch jegliche Produktionen ab, die Inhalte (Musik und/oder Text) haben mit denen ich mich nicht identifiziere.

Grüße
Rainer
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Antwort#5
Ganz richtig! An dieser Stelle würde ich zwischen zwei Standpunkten unterscheiden:
1. ich produziere es nicht, nur weil ich einer Strafverfolgung aus dem Weg gehen will.
2. ich produziere es nicht, weil die Inhalte dieser Musik volksverhetzend, somit strafbar und mit meinem Gewissen unvereinbar sind.
Für mich käme nur Punkt 2 in Frage. Wer nach dem ersten Standpunkt handelt, wäre für mich schon ein Sympathisant.
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Antwort#6
..aber ist dann auch ein Bäcker der diesen Randgruppen seine Brötchen verkauft, oder ein Arzt der diese Leute behandelt auch ein Sympathisant ? Ist es nicht nur eine ganz banale Dienstleistung wie viele andere auch?
ich meine eindeutig volksverhetzende oder verherrlichende Texte würde ich auf keinen Fall aufnehmen wollen, ganz klar - in dem Fall sind es Texte die eigentlich eine Zustandsbeschreibung unseres Landes wiedergeben ( aus einem bestimmten Blickwinkel natürlich...) , mit gemeckere auf die Politiker und allenfalls patriotischer Einstellung. Nur wie geht man damit um ? Bis zur Gesangsaufnahme war es anhand der Arbeitstitel der Stücke absolut nicht erkennbar das die Texte in diese Richtung gehen. Wenn ich es mir schon leisten könnte beim geringsten Verdacht allen abzusagen wäre es ja schön... Im Moment ist "Essen" aber noch wichtiger als "Gewissen"
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Antwort#7
Also mal abgesehen davon dass Rainer recht hat. Mit was man sich nicht identifiziert bzw. was einen Probleme (und "falsche" Aufträge) bringen kann, sollte man nicht machen.
Aber ich finde es erschreckend wie viele hier Zensur beführworten.
Rosa Luxemburgs Zitat gilt auch für "rechts".
(Im konkreten Fall wie geschildert würde ich es schnell durchziehen.
Gegebenenfalls würde ich die Band auf die strafrechtliche Seite hinweisen.
Ich denke ein Produktionsabbruch kann u.U. mehr Ã?rger verursachen.
Wobei ich mich aber Frage: solche Leute erkennt man doch vorher? )
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Antwort#8
""Wobei ich mich aber Frage: solche Leute erkennt man doch vorher? ""
Blödsinn, tut man ja eben nicht.
Und andersherum genau so. Nicht jeder, der mit Glatze und Springerstiefeln rum läuft ist ein Nazi.
Hat auch mit Zensur nix zu tun. Ich würde eine solche Produktion nicht annehmen.
Wie es jetzt hier ist, ist es wirklich schwierig. Im Vorfeld nicht zu erkennen wo es hingeht, mitten in der Aufnahme dieses erst mitbekommen und dann auf die Kohle angewiesen sein, ist echt eine Scheißnummer.
Aber da hilft auch nicht sich selber sein Gewissen zu beruhigen, nach dem Motto: Ist ja nur ein wenig Rechtsradikal.
Ich habe auch schon Produktionen gemacht, be denen ich mir gedacht habe: Mensch Junge, was gibst du da für einen Müll von dir. Aber das ging nie in eine politische Ecke.
Für mich bleibt es dabei: Sollte in der Produktion eindeutlich, rechte Meinungen vertreten werden, würde ich es lassen.
Vielleicht lässt sich ja zumindestens eine Teilzahlung vereinbaren, du hast ja schon was geleistet.
Normalerweise würde ich sagen, vielleicht kann man ja mit den Jungs mal vernünftig drüber reden.
In diesem Fall hat sich das wohl erledigt:
Wer rechtes Gedankengut verbreitet, kann ja nicht vernünftig sein.
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Antwort#9
Vielleicht hilft folgendes Beispiel auch ein wenig die Gedanken in der
richtigen Position zu bringen:
ob ein Bäcker ....usw.:
Man macht sich schon strafbar, wenn man als Bäcker Brötchen zu
ein illegalen Seesender, wie Caroline, Veronica, bringen würde.
Hier sieht es irgendwie ähnlich aus.
Wie immer du dich entscheidest, um aus den Schlamassel zu kommen,
viel Glück.
Evert
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Antwort#10
ein bäcker produziert aber legale produkte. er verkauft seine legalen produkte nur an jedermann.
wenn der bäcker aber seine tortenkuchen mit einem hakenkreuz ziert macht er sich in diesem moment strafbar. auch wenn er es im auftrag von einem kunden macht.
damit kann man es vergleichen
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Antwort#11
Also - man kann wenn Du so willst, alles ad absurdum führen.
Der Kauf von Brötchen ist ja noch nichts verwerfliches, ebenso hat ein Arzt aufgrund seines hippokratischen Eides jedem Menschen zu helfen der zu ihm kommt. Das kann man nicht mit Dienstleistungen in Form von Musikproduktionen mit rechtsradikalem Inhalt vergleichen.

MfG
Rainer
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Antwort#12
Hallo Rainer,
ich hatte das anders verstanden. Es ging darum, dass man einen Auftrag deswegen nicht ablehnt, obwohl man ihn inhaltlich fragwürdig findet, weil man als Auftragnehmer vom Honorar nun mal leben muss.
Da kommt die Entscheidung plötzlich zurück auf den Boden der Tatsachen, und die Sache vereinfacht sich.
Grüße,
Tonmaus
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Antwort#13
"Man macht sich schon strafbar, wenn man als Bäcker Brötchen zu
ein illegalen Seesender, wie Caroline, Veronica, bringen würde."
Wenn Du das Ernst meinst, bitte belegen. Mir scheint das erst mal als eine übertriebene Aussage, die letztlich ein Schmarrn ist.
Nicht, dass ich irgendwelchen Nazi-Sendern das Brötchen unter die Butter gönnen würde, aber die persönliche Meinung berechtigt nicht solchen Blödsinn zu verbreiten.
See-Sender befinden sich in internationalen Gewässern. Welche Sanktion soll da greifen? Internationales Seerecht vielleicht, und nach dem ist krankes Gedankengut jedoch nicht sanktioniert.
/Tonmaus
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Antwort#14
Was soll diese bloede Frage eigentlich?! Wer keine Probleme damit hat an so etwas mitzuwirken, der kann meinetwegen auch gerne die rechtlichen Konsequenzen tragen. Es ist nie zu spät um auszusteigen!
Eine ganz banale Dienstleistung? Klar, ob man nun Brötchen verkauft oder an rechtsradikalen Produktionen mitwirkt, wo ist da schon der Unterschied? Ist ja nur eine Dienstleistung.
Und wenn es ums Geld geht, können wir ja auch gleich anfangen Crack auf Schulhöfen zu verkaufen. Würde ja sonst jemand anders machen, nicht wahr? Ist doch nicht meine Schuld das das jemand kauft!
"Essen" ist also wichtiger als "Gewissen" - ausgezeichnet. Vor 70 Jahren hätte man mit so einer Einstellung gutes Geld machen können. Ich bin zwar normalerweise nicht so schnell mit solchen Vergleichen dabei. Aber genau um dieses Gedankengut geht es hier ja!
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Antwort#15
Die Gesetzesänderung damals, ich dachte 1974, ist der Grund dafür gewesen,
dass die Seesender aufgehört haben.
Man hat es noch probiert um von Spanien aus die Schiffe zu versorgen,
aber auch das wurde unterbunden.
Es sind damals Menschen verhaftet worden, sobald die irgendwo wieder
an Land kamen.
MfG,
Evert
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Antwort#16
Hallo,
neben dem was andere schon sinnvolles geschrieben haben hier meine Meinung:
Deine Situation ist schon etwas schwierig. Die Produktion ist fast zu Ende, Du willst Deine Arbeit nicht in den Sand setzten...
Aber: Entscheidend für/gegen Deine weitere Arbeit sollte sein ob diese "Texte" wirklich volkverhetztende/undemokratische/antisemitische Tendenzen haben oder nicht. Versuche das vorher in Erfahrung zu bringen. Solltest Du Dich ernsthaft mit solchen Dingen in Verbindung bringen lassen ist nicht nur Ruf (und Gewissen?) ruiniert, Du könntest auch in die Fänge des Verfassungsschutzes gelangen - die Produktion verfassungsfeindlicher Inhalte (z.B. Leugnung des Holocaust, etc, pp.) ist ebenso illegal wie deren Verbreitung.
Auch wenn wahrscheinlich deren Texte wesentlich entschärft sind sollte man von solcher Klientel Abstand nehmen.
Wenn Du keine offene Gegenhaltung an den Tag legen willst, sei es aus Angst oder Unsicherheit erfinde eine Notlüge. Defekte(s) Equipment, Gesundheit, blablabla.
Die Instrumentalmixe kannste dann ja gegen entsprechendes Entgeld herausrücken,
dann reicht es auch noch für ein leckeres verpaktes Schwarzbrot zu 40 Cent aus dem Supermarkt. Abgesehen glaube ich nicht das Du von Deinem Studio leben kannst oder mußt...
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Antwort#17
Die Thematik hier in diesem Thread ist wirklich -mal jenseits der Technik- eine Diskussion wert, denke ich. Da ich mich auf einem ganz anderen Feld betätige, habe ich mir über dieses Problem hier ehrlich gesagt noch keine Gedanken gemacht, aber eigentlich sollte das jeder tun, auch wenn er nicht so ohne weiteres in so eine Situation kommt.
Da es doch auf jeden Fall immer sinnvoll ist, mit einem schriftlichen Vertrag zu arbeiten, oder entsprechendes in den Geschäftsbedingungen zu haben, sehe ich darin die einzige Möglichkeit, ein halbfertiges Projekt unbeschadet (auch finanziell) abbrechen zu können. Meines Erachtens handelt es sich bei den Arbeitstiteln um ein Vortäuschen 'unverfänglicher' Inhalte. Jedenfalls sollte ein seriöses Studio auch für so einen Fall vorsorgen und sich vertraglich absichern. Was meint Ihr?
(bin kein Jurist, aber man kommt ja leider nicht drum herum, sich mit solchen Fragen zu beschäftigen...)
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Antwort#18
Hallo Evert,
Du solltest noch erwaehnen, dass die von Dir erwaehnten Ereignisse in den Niederlanden stattgefunden haben.
Fuer einen deutschen Mitleser sind diese Dinge eventuell nicht vorstellbar...
Groeten
Micha
---
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Antwort#19
moin!
ähm..
wozu gibt es in deutschland eigentlich soviele behörden?
frag doch einfach mal beim verfassungsschutz nach wie du dich verhalten sollst.

ich könnte mir denken das du rechtlich garkeine schlechten chancen hast dein bisher geleistetes vergütet zu bekommen.
schließlich hat dir die band arglistig verschwiegen das du an einer straftat teilnehmen sollst.
wenn die mitglieder der band einschlägig bekannt sind bist du das beim verfassungschutz jetzt auch, da würd ich mir keine illusionen machen.
und wenn dir der verfassungschutz die festplatte aus dem rechner klaubt bist du doch fein aus dem schneider.
wenn du einen rechtsanwalt brauchst und genug gering verdienst kannst kannst du beim gericht einen kostenübernahmeschein beantragen.
ansonsten würde ich produktion sofort abbrechen.
auserdem DANKE! für das posting, ich jedenfals werde mir ab sofort die texte vorher zeigen lassen.
glück auf
jeff
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Antwort#20
Hallo Micha,
aber es war doch international, dieses ´Hilfeverbot´, oder wie es genau heissen mag.
Ist schon sooo lange her. Denn wenn auch die Hilfe via Spanien nicht mehr legal war,
dann war es mit Sicherheit auch nicht mehr legal, es von Deutschland aus zu machen.
Denn auch dann wäre es möglich, von Deutschland, über internationale Gewässer,
zu den Schiffen zu kommen.
Aha, ich erinnere nochwas.... die Werbung....
Es war damals auch nicht mehr möglich legal Werbung senden zu lassen. Wenn eine
Firma seine Werbung dort senden liess, war die auch damit Strafbar.
Ich habe nicht danach gesucht, aber die Geschichte wird wohl auch irgendwo im
Netz zu finden sein.
Ich denke auch, dass Allgemeine Geschäftsbedingungen, wenn richtig aufgestellt,
abhilfe schaffen können. (Für das nächste Mal)
Ich wünchsche Tobias jedenfalls viel Glück in der Sache.
Evert
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