Hallo, muß ein Mix (für Heavy Metal) in Abhängkeit der Abhörlautstärke gemischt werden? Wird also unterschieden, ob die Produktion letztendlich für Zimmerlautstärke ist oder für Beschallung? Danke, Thomas
muß ein Mix (für Heavy Metal) in Abhängkeit der Abhörlautstärke gemischt werden?
Aber Abhängigkeit von der vorhandenen Raumakustik und den vorhandenen Lautsprechern. Je nachdem wo Du das Signal für den Rekorder abgreifst fehlen Dir z. B. die Bässe, da die über einen separaten Kanal vom Mischpult zu den Basslautsprechern geführt werden.
Eher genau umgekehrt. Dass was du daheim als dünn und unausgewogen empfindest, klingt bei großer Lautstärke plötzlich gut. Das Gehör komprimiert mehr und mehr und wird sowohl fehlertoleranter als auch schneller dran gewöhnt.
Der Frequenzgang von unserem Gehör ändert sich mit der gehörten Lautstärke. Hören wir etwas Leises, dann fehlen die Bässe. Wenn aber Volldampflautstärke von den Lautsprechern abgegeben wird, dann sind die Bässe satt da. Bei großer Lautstärke ist unser Gehör im Frequnezgang bei den Tiefen "gerader" und bei geringer Lautstärke verschwinden die dicken Bässe. Das sieht man gut an den Kurven im Link.
Das kommt natürlich dazu. Erklärt aber so alleine nicht, wieso eine gut produzierte CD sowohl daheim bei "Zimmerlautstärke" als auch auf der PA gut klingt. Dagegen die live-band nur am Abend auf der PA aber nicht der Pult- oder Saalmitschnitt dann daheim auf der Stereoanlage.
Alte Tontechniker-Weisheit: Wenn man beim Abmischen nur laut mischt und man dabei alles durchsichtig hört, dann muss man später bei der Wiedergabe auch so laut abhören, damit es noch klingt. Leise klingt es nicht. Wenn man beim Abmischen mit weniger Lautstärke alles abmischt und dabei schön klar hört, dann hört man es wieder so gut wenn man die Lautstärke nicht so aufdreht. Aber jetzt kommt das Wunder. Wenn man dann trotzdem laut aufdreht, dann klingt es sogar noch besser. Was in der einen Richtung geht, funktioniert in der anderen eben nicht. Also der Rat: Nie mit zu großer Lautstärke abmischen.
Hallo Ungeachtet dessen, dass ihr prinzipiell recht habt, ein Mix muss überall klingen (wenn er auf CD veröffentlicht wird), gibt es in der Tat Bereiche, bei der man auf die Heim/ Leise-Kompatibilität verzichten kann und sogar sollte: reine Club-Mixes, Einspielungen für Konzerte, Theatermusik. Dieses Material wird nie den Weg in die heimische Stereoanlage finden und es macht daher keinen Sinn durch starke Kompression etc. die "Lautheit" zu erhöhen. Im Gegenteil: man kann die mögliche Dynamik und Auflösung einer guten PA erst jetzt ausnutzen, wenn man extra dafür mixt. Ein Beispiel aus letzter Zeit: die für eine Produktion zur Einspielung gewünschte Hans Zimmer Filmmusik ist auf der offiziellen CD derart "gelimited", dass man dass laut über gute Lautsprecher unangenehm hört, zu Hause leise gehört klingt es natürlich unglaublich fett, die Artefakte treten nicht so hervor. Das wäre ein Beispiel für eine "Aufwärts"-Inkompatibilität.