"... weil Rap nämlich die erste und einzige Musik- / Lyrikform mit einem klaren kompetitiven Element ist, auch bekannt als der "Battelgedanke" ..."
Föllig Valsch.
Was ist mit dem "Aussingen"? Einer Abart des "Gstanzlsingens". (Nach Wikipedia: Das Gstanzl ist ein bayerisch-österreicherischer Spottgesang vorwiegend im Drei-Viertel-Takt, der wie die verwandten Schnaderhüpfel oder Trutzgsangl (von: Trotz) zu den Vierzeilern gehört.)
Dabei stehen sich zwei Kontrahenten gegenüber, die zu einer feststehenden Melodie abwechselnd Vierzeiler an den Kopf knallen. Zwischen den Strophen ist ein Instrumentalrefrain, bei dem die Kontrahenten kurz in sich gehen können und aus dem Stegreif einen neuen Vierzeiler rausdreschen können. - Aussingen passiert immer aus dem Stegreif. Genau wie Rap (wenn er gut ist).
Dabei herrscht die Regel: Reim oder ich fress dich. - Wer singen und dichten kann, ist klar im Vorteil, aber Zulassungsvoraussetzung gibts keine.
Manchmal doof. Manchmal stark. Aber immer saulustig.
War v. a. im 19. Jahrhundert vor allem in Wirtshäusern und nach Einführung der Versammlungsfreiheit auf Volksfesten weit verbreitet, mittlerweile nur noch auf traditionellen Volksmusikveranstaltungen (Nicht: Volks"dümm"liche Musik!) oder sog. "Gstanzlsänger- und Hochzeitsladertreffen".
Führte früher nicht selten zu handfesten Massenschlägereien, da ja die Zuhörer für die Kontrahenten Partei ergreifen mussten. Und wer weniger wortgewandt war, der griff halt zum Masskrug...
Rap ist dagegen Kinderkram.
Wen's mehr interessiert: Ich traf grad auf die Seite
http://www.helmut-zenz.de/gstanzln.html.
Kostproben gibt's hier:
http://www.lumpenlieder.de/Gstanzl/gstanzl.htmlHabe die Ehre
Rainer F