Der Bürokrat und das "dB[A]"

Erstellt 2 Antworten3 Beiträge
Startbeitrag#1
Wer gestern abend die "Hessenschau" gesehen hat, hat auch mitbekommen, daß das OLG Frankfurt entschieden hat, daß der Lärmpegel des Fußballplatzes in Bruchköbel 55 dB[A] nicht überschreiten darf...!!!
Steht übrigens auch heute im Hessentext.
Geklagt hatten Anwohner über den Lärmpegel beim Fußballspiel auf diesem Platz.
Ich bin zwar kein Fußballfan (bin Schachspieler) aber über so einen Unfug kann man nur lachen. Ich bin überzeugt, daß der Richter weder die physikalische Bedeutung des "dB[A]" kennt, noch sich darüber klar ist was hinter diesen Zahlen steckt bzw. sich keine Vorstellung macht, daß 50 dBA schon die normale Unterhaltungssprache ist. Eine Schallpegelmessung an diesem Fußballplatz wurde gezeigt, als der Schiedsrichter einen Regelverstoß ausrief: gemessen wurden 88 dB[A].
Ich würde dem Richter am OLG Frankfurt vorschlagen sich als Schiedsrichter bei den in Bruchköbel stattfindenden Fußballspielen zu betätigen - und zwar neben seiner Trillerpfeife und seinem 2-Farbenkartenspiel sich auch noch mit einem B&K oder Norsonic-Schallpegelmesser zu bewaffnen.... vielleicht lernt er dann mal was "dB" ist...
Ich frage mich wirklich in welcher Welt wir eigentlich leben: Da klagt ein RICHTER einen BKA-Beamten an weil dieser eine 40-Watt-Lampe nachts vor seinem Haus brennen läßt und der Richter wird in seinem eigenen Gerichtsgebäude von seiner eigenen Kollegin "verdonnert" daß er das zu dulden habe!. Da klagt ein Anwohner weil die Hähne auf dem benachbarten Bauernhof krähen und läßt per Gerichtsurteil entscheiden wann die Hähne krähen dürfen, ein anderer klagt weil die Frösche in einem in der Nähe befindlichen Fischteich zu laut quaken und läßt ebenfalls Schallpegelmessungen machen und geht damit vor Gericht, wieder ein anderer - Urlauber - nörgelt über die Kuhglocken rum...
Es scheint wirklich Leute zu geben die wegen jedem Dreck vor Gericht rennen und sie vergessen dabei eines: Vor Gericht wird man nicht schlauer, sondern nur ärmer.
Ich bekomme immer mehr den Eindruck, daß wir in einer Welt leben, wo es vor lauter Querulanten und weltfremden Bürokraten kein Ausbrechen mehr gibt?
So das mußte mal raus!
Grüße
Rainer
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Antwort#2
Also ich selbst hatte mal das zweifelhafte Vergnügen an einem Prozess am Langericht beteiligt zu sein. Nach langer Verhandlung wurde ein Vergleich erziehlt. Der abschließende Komentar der Richterin: "Schade, dass sie sich verglichen haben. Das wäre ein interessanter Prozess geworden; außerdem geht der Gerichtskasse viel Geld dadurch verloren"
Das sagt wohl alles, oder ?
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Antwort#3
Hallo Rainer,
wie unser Dozent im Fach Recht immer sagte: "Vor Gericht bekommen Sie kein Recht. Sie bekommen ein Urteil, und ob das in Ihrem Sinne ist, hängt von Ihrem Anwalt und damit direkt von Ihrer Geldbörse ab."
Zu dem Urteil, den Fußballplatz betreffend: wenn niemand darauf spielt und der Platz selbst sich auch etwas Mühe gibt, wird das schon zu schaffen sein. ;-)
MfG
DB
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