Frage an Rainer (oder andere Chorler)

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo Rainer,
hab jetzt mal eine konkrete Frage bezüglich Chorabnahme.
In 4 Wochen soll ich einen 60 köpfigen gemischten Chor übertragen, teilweise begleitet von einem Flügel. Erwartet werden ca. 1000 Personen. Die Übertragung des Chores werde ich vermutlich mit 4 AKG C391 vornehmen.
Jetzt möchte der Chor noch einen Live-Mitschnitt des Abends auf CD haben. Diese soll nicht verkauft werden, sondern nur ein Geschenk an jedes Chormitglied sein (sprich die Kosten sollen sich "im Rahmen" halten). Deshalb dachte ich mir, dass ich mir zwei Mikropfone leihe und diese in XY Anordnung als Abnahme-Hauptmikro nutze. Als Stütze könnte ich je nach bedarf die Chormikrofone für die Beschallung dazufahren. Das ganze würde ich dann auf DAT mitschneiden.
Kann ich damit brauchbare Ergebnisse erziehlen, oder hast Du noch einen anderen Vorschlag? Übertragung von Chören hab ich schon öfters gemacht und bisher immer sehr gute Resonanz bekommen was den Sound betrifft, ich hab nur keine Erfahrung mit Abnahme und ich muss das ganze ja auch mit meinen Mitteln realisieren können.
Im voraus schon mal besten Dank für Deine (eure) Hilfe
Heiko H.
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Antwort#2
Vorbemerkung: Ich möchte mich auf keinen Fall zu den Profis zählen (bin also kein Oliver Kumer der Choraufnahme ;-)) ) Aber ein bißchen was fällt mir dazu doch ein - ich freue mich über etwaige Berichtigungen
Ich finde es ziemlich problematisch, wenn du live vor Ort die Hauptmikros und Stützen zusammenmischen mußt. (es sei denn, du sitzt im Ü-Wagen)
wenn du nur 2TK mitschneiden kannst, würde ich die stützen weglassen, du bekommst einfach nicht ohren frei, (direktschall, Publikum & Co.) um die mischungsverhältnisse bewerten zu können. erschwerend kommt hinzu, das du nur über die phones mixen kannst...
wenn es das budget erlaubt, solltest du 4-6 spuren mitschneiden und erst im studio den kram zusammenbraten... je nach lokalität (und qualität des chores) mußt du evtl. noch einen größeren raum draufrechnen oder am EQ drehen, je mehr spuren desto besser (und differentierter)
ich persönlich präferiere (und benutze) übrigens sennheiser MD441 oder AKG CK91 im ORTF-Verfahren, aber das ist ja Geschmackssache...
Wie gesagt, sollte ich danebenliegen, SORRY!
Alle Angaben Ohne Gewähr!
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Antwort#3
Also ich würde auch auf mehreren Spuren aufnehmen - wenn möglich! Und zwar total "trocken" also ohne jegliche Effekte, so dass du im Studio oder am PC etc. später entsprechende Effekte zumischen kannst. Das selbe gilt für den Flügel (am besten mit 2Mics)! Ein achtspuriger Recorder würde da ja schon reichen!
Grüße
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Antwort#4
Hallo Heiko,
Mit nur 4 Mikrofonen erscheint mir bei dieser Chorgröße etwas wenig. 5 oder 6 sollten es schon sein, zumal es vorwiegend für Beschallung ist. Dann so aufstellen daß vorne 3 und hinten 2 stehen (bei 5 miks) oder von vorne 3 und hinten auch 3 (bei 6 miks). Vor allem müssen sie nahe genug ran gestellt werden, deshalb habe ich auch mit nur 4 Bedenken.
Ich würde hier eine Mischung machen die ich auch direkt auf DAT fahren würde aber diese vorsichtig verhallt. Die unverhallte Version auf die Lautsprecher. Je nachdem was das Mischpult an Konfiguration zuläßt, das Aux-Send-Signal after Fader abnehmen und zum Hall schicken und Aux-Return mit dem Trockensignal mischen und auf eine andere Summe geben an der der DAT hängt.
Auf eine zusätzliche Stereohauptmikrofonanordnung würde ich hier ganz verzichten, da diese zuviel Publikumsgeräusch einfängt. Und eine X/Y-Anordnung mit 2 Nieren ist für solche großen Klangkörper ungeeignet, weil der Aufnahmebereich nicht voll ausgenutzt wird.
Die Aufnahmemischung würde ich durchaus live machen, denn dafür extra eine Mehrspuraufzeichnung machen und hinterher mischen rechtfertigt den Zeitaufwand wahrscheinlich nicht. Ich mache grundsätzlich alle Chor- und auch Orchesteraufnahmen gleich auf Stereo (ohne zwischenliegende Mehrspuraufnahme).

Grüße
Rainer G
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Antwort#5
Hallo Heiko,
Mit nur 4 Mikrofonen erscheint mir bei dieser Chorgröße etwas wenig. 5 oder 6 sollten es schon sein, zumal es vorwiegend für Beschallung ist. Dann so aufstellen daß vorne 3 und hinten 2 stehen (bei 5 miks) oder von vorne 3 und hinten auch 3 (bei 6 miks). Vor allem müssen sie nahe genug ran gestellt werden, deshalb habe ich auch mit nur 4 Bedenken.
Ich würde hier eine Mischung machen die ich auch direkt auf DAT fahren würde aber diese vorsichtig verhallt. Die unverhallte Version auf die Lautsprecher. Je nachdem was das Mischpult an Konfiguration zuläßt, das Aux-Send-Signal after Fader abnehmen und zum Hall schicken und Aux-Return mit dem Trockensignal mischen und auf eine andere Summe geben an der der DAT hängt.
Auf eine zusätzliche Stereohauptmikrofonanordnung würde ich hier ganz verzichten, da diese zuviel Publikumsgeräusch einfängt. Und eine X/Y-Anordnung mit 2 Nieren ist für solche großen Klangkörper ungeeignet, weil der Aufnahmebereich nicht voll ausgenutzt wird.
Die Aufnahmemischung würde ich durchaus live machen, denn dafür extra eine Mehrspuraufzeichnung machen und hinterher mischen rechtfertigt den Zeitaufwand wahrscheinlich nicht. Ich mache grundsätzlich alle Chor- und auch Orchesteraufnahmen gleich auf Stereo (ohne zwischenliegende Mehrspuraufnahme).

Grüße
Rainer G
Hallo Rainer
Live mischen wird schon aus Kosten-und Materialgründen erforderlich sein.
Mit dem weglassen des Hauptstereomic hast du sicherlich recht. Was für Mics für die Abnahme von hinten würdest Du mir empfehlen, wenn ich von vorn mit den genannten C391 arbeiten würde? Welche Charakteristik?
Der Rest ist soweit klar und mit dem Pult wird es da ebenfalls keine Probleme geben, bin mal nur gespannt in welcher Aufstellung der Chor singt wegen der Abbildung in Stereo.
Danke mal für die Antworten
Heiko H.
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Antwort#6
Hallo Reiner,
wie gehst du bei Choraufnahmen mit Klavierbegleitung vor?
Die Mikrofonierung des Chores ist klar(danke für deinen Artikel über Choraufnahmen) und liefert insgesamt ein gutes Ergebnis, was jedoch absolut nicht in den Mix passen will ist das Klavier. Am meisten stören Stellen in denen das Instrument alleine zu hören ist (Vorspiel, Zwischenspiel). Bei zu naher Aufnahme klingt es zu trocken und passt räumlich nicht zum Chor, stellt man die Mikrofone etwas weiter weg so verliert man an ?Brillanz?.
Für die Abnahme des Klaviers benutze ich 2xKM184 in AB-Anordnung über dem Geöffneten Deckel.
Gruß
Robert
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Antwort#7
Hallo Robert und Hajo,
Hatte ganz übersehen, daß da noch "Geflügel" dabei ist.
Mit dem Flügel ist immer eine schwierige Sache, denn der will sich selten in ein Klangbild integrieren lassen, weil die räumliche Beziehung zu den übrigen Schallquellen schwer herstellbar ist.
Ich hatte mal eine Chor/Flügel-Produktion (kein live!) wobei ich wie folgt mikrofoniert habe:
Chor (ca. 20 Sängerinnen und Sänger) mit 4 x KM 86 (auf Niere) und davor der Flügel, mit 1 U 87 gestützt. Das ganze mit einem Stereohauptmikrofonpaar in M/S (MK 3 und MK 8 von Schoeps) für die Totale eingefangen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß es auch sehr vom Klavierspieler abhängt wie das Ergebnis wird, je nachdem wie laut oder leise er spielt.
Ggf. den Deckel nur halb öffnen.
Ob es für eine Beschallung sinnvoll ist den Flügel stereo zu übertragen ? - ich bin der Ansicht, daß dies nicht notwendig ist. Für die Aufnahme als Stütze würde ich entweder 1 Mikrofon verwenden und dies leicht verhallen, damit der Flügel etwas räumlich erscheint, oder wie Du schon schreibst mit 2 A/B-angeordneten KM 84 oder ähnliche. In Hajos Fall liegt das Dilemma wahrscheinlich darin, daß er nicht genügend Mikrofone hat oder Mischpulteingänge, sonst würde ich für den Flügel noch ein zusätzliches Stereomikrofon vorschlagen - so etwa 2 Meter vor dem Flügel - und dies nur bei Klavier-Solostellen der Aufnahme (und nur der Aufnahme!) zumischen.
An Hajo:
Für die hinteren Chorstimmen kannst Du die selben nehmen wie vorne. Alle Chormikrofone sollten zwecks unterdrückung von Rückkopplungsgefahr Nierencharakteristik haben.
MfG
Rainer G
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Antwort#8
Habe die Namen verwechselt: Es war ja ein "Heiko" - nicht ein Hajo (haben wir ja auch hier). Tu mich immer etwas schwer mit Namen mit gleichen Anfangsbuchstaben, oder Telefonnummern mit gleicher Anfangsziffer... :-)
MfG
RG
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Antwort#9
Hallo Robert und Hajo,
Hatte ganz übersehen, daß da noch "Geflügel" dabei ist.
Mit dem Flügel ist immer eine schwierige Sache, denn der will sich selten in ein Klangbild integrieren lassen, weil die räumliche Beziehung zu den übrigen Schallquellen schwer herstellbar ist.
Ich hatte mal eine Chor/Flügel-Produktion (kein live!) wobei ich wie folgt mikrofoniert habe:
Chor (ca. 20 Sängerinnen und Sänger) mit 4 x KM 86 (auf Niere) und davor der Flügel, mit 1 U 87 gestützt. Das ganze mit einem Stereohauptmikrofonpaar in M/S (MK 3 und MK 8 von Schoeps) für die Totale eingefangen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß es auch sehr vom Klavierspieler abhängt wie das Ergebnis wird, je nachdem wie laut oder leise er spielt.
Ggf. den Deckel nur halb öffnen.
Ob es für eine Beschallung sinnvoll ist den Flügel stereo zu übertragen ? - ich bin der Ansicht, daß dies nicht notwendig ist. Für die Aufnahme als Stütze würde ich entweder 1 Mikrofon verwenden und dies leicht verhallen, damit der Flügel etwas räumlich erscheint, oder wie Du schon schreibst mit 2 A/B-angeordneten KM 84 oder ähnliche. In Hajos Fall liegt das Dilemma wahrscheinlich darin, daß er nicht genügend Mikrofone hat oder Mischpulteingänge, sonst würde ich für den Flügel noch ein zusätzliches Stereomikrofon vorschlagen - so etwa 2 Meter vor dem Flügel - und dies nur bei Klavier-Solostellen der Aufnahme (und nur der Aufnahme!) zumischen.
An Hajo:
Für die hinteren Chorstimmen kannst Du die selben nehmen wie vorne. Alle Chormikrofone sollten zwecks unterdrückung von Rückkopplungsgefahr Nierencharakteristik haben.
MfG
Rainer G
Hallo Rainer,
an den Mischpulteingängen liegt es nicht, eher die passenden Mikrofone sind das Problem. Werd mal schauen wie sich die Chorsache so weiterentwickelt und dann neue Mics kaufen. Ich denke ganz so überbetont wird das Klavier nicht werden da es sich ja doch um einen großen Chor handelt und der sich etwas besser durchsetzen kann.
Auf jeden Fall mal Danke für Deine (eure) Hilfe.
mfg
Heiko H.
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