Großmembranmikrofon

Erstellt 33 Antworten34 Beiträge
Startbeitrag#1
Ich suche ein ordentliches Mikrofon für Sprachaufnahmen im Studiobereich. Nun suche ich jemanden, der Erfahrung mit den Klangunterschieden von Klein- und Großmembranmikros hat. Ein AKG C1000 habe ich getestet-war recht klar und unkompliziert. Welche Verbesserung werde ich mit einem z.B. AKG 3000 erwarten können. Sind die Unterschiede wirklich groß. Was ist die einfachste Möglichkeit, mir eine Phantomspeisung für das 3000-er zu besorgen.
Danke, Jens

http://www.teuber-fotografie.de
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Antwort#2
Hallo Jens,
warum soll es unbedingt ein Großmembranmikrofon sein? Ein Kleinmembranmikrofon ist in jedem Fall klangneutraler und zwar vor allem bezüglich des Diffusschalls. Großmembranige Mikrofone haben zu höheren Frequenzen hin eine schärfere Bündelung, folglich wird der Raumschall der noch eingefangen wird, dunkler klingen. Die oft dem Großmembranmikrofon nachgesagte bessere Baßübertragung trifft nicht zu sondern aufgrund des größeren Schallumwegs durch den die Membran antreibenden Gradienten beginnt der natürlich bedingte Baßabfall bei Druckgradientenempfängern erst bei etwas tieferen Frequenzen.
Über Phantomspeisungen bitte mal die Suchmaschine des Forums benutzen, da ist in der Vergangenheit sehr viel darüber geschrieben worden.

MfG
Rainer
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Antwort#3
Du sprichst von Klagverhalten von Kleinmemb.-Mikrofonen. Mit dem was Du schreibst hast Du ja recht, aber Diffusschall bei Sprachaufnahmen? Bei Sprachaufnahmen wird normalerweise mit sehr geringem Mikrofonabständen gearbeitet, weshalb Großmemb.-Mikrofone aufgrund des besser Verhalten bei Pop-Geräuschen zu bevorzugen sind.
Genau aus diesem Grund finde ich das C 1000 nicht besonders gut. Besitze es selber, habe aber bei Sprachaufnahmen meißt nicht so gute Erfahrungen gemacht. Das 3000 würd auch jeden Fall bei vielen Sprechern unklomplizierter sein.
Jens
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Antwort#4
Hallo Jens,
mein Favorit für Sprachaufnahmen im Nahfeld ist das audio-technica AT 3035. Es ist sehr neutral und die Sprachverständlichkeit ist exzellent, ohne daß die Höhen "beißen". Außerdem ist es bezahlbar. Willst Du Dir die Phantomspeisung selber bauen oder ein fertiges Gerät kaufen?
Gruß
Martin

http://mk-musikproduktion.de/
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Antwort#5
Hallo Jens,
das mit dem Popp-Verhalten von Großmembranen ist ein leider sehr weit verbreitetes Märchen. Außerdem hat das Klangverhalten von dto. nichts mit Diffusschall, sondern mit Interferenzen, die bei seitlich eintreffendem Schall auftreten, zu tun. Bei Nahbesprechung wirst Du eh nicht um einen zusätzlichen Popp-Schutz herum kommen.
Das C 3000 hat einen sehr ausgeprägten Eigenklang (etwas baßlastig, ähnlich dem C 414) und näselt meiner Meinung nach etwas. Ich durfte es mal für das Musician-Magazin im Vergleich mit dem AT 3035, dem Rode NT 1000, dem BPM CR 10 und dem Beyer MCE 90 testen. Dabei waren das AT 3035 und das CR 10 deutlich die neutralsten Mikros. Wenn Du mal in Deine Mailbox siehst, wirst Du den kompletten Test als Word-Dokument finden.
Ich hoffe, daß Dir das weiter hilft.
Martin
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Antwort#6
Hallo Jens !
Wenn ich Deine HP richtig verstanden habe, geht es Dir um die Vertonung von Diashows.
Vielleicht wäre interessant zu wissen, in welchem Rahmen Du diese vorstellst und an welcher Stelle dir das AKG nicht gefällt.
Womit nimmst Du auf, hast Du eine Sprecherkabine, und wenn Du ein anderes Mikro haben möchtest, welches Budget hast Du ? Arbeitest Du mit mehreren Sprechern gleichzeitig ?
Je nach Signalverarbeitungsweg wird der Unterschied zwischen dem 1000er und dem 3000er Akg vielleicht nicht sehr größ sein. Ich habe viele Sprachaufnahmen mit dem AKG3000 gehört, die über ein 32 er Mackie Pult aufgenommen wurden. Sie waren leicht verrauscht, was aber vielleicht auch an den Eingängen des Pultes gelegen haben kann (habe die Aufnahmen nicht selbst gemacht), und hatten die Tendenz, schnell nach Blech zu klingen.
Sie waren übrigens immer ziemlich empfindlich, was die Popgeräusche anbelangt, auch nach anbringen von zwei! Popschützen. Deine These, daß Großmembran unempfindlicher gegenüber dem 'Pop ist will mir im Augenblick nicht einleuchten. Letztenendes muß man doch immer wieder den Sprecherabstand abwägen und diese Gegebenheit zu Grunde legen...
Mein Persönlicher Favorit ist das Soundfield Mikrofon, bei dem Du über eine Fernbedienung die in der Sprecherkabine befindlichen Kapseln der Anzahl der Sprecher und den Anforderungen an die Nahbesprechung anpassen kannst. Preislich liegt es jedoch komplett so bei ca.3500 E...
Sieh dir doch mal die Haun Mikros an ( besser noch hören ), unter www.mbho.de.
Das Set liegt bei ca. 5-600 Euro, was verglichen mit Schoeps bei vergleichbarer Qualität den halben Preis bedeutet.
Als Phantomspeiser gibt es z.B. von der Firma Audiotec das PS Four, ein 19"1HE Träger mit vier Phantomspeisungen zu niedrigstpreis ( vor zwei Jahren so um die 150 DM ). Bestimmt wirs Du da aber auch z.B. bei Thomann mit ähnlichen Geräten fündig, wenn es um ein niedriges Budget gehen sollte.
Hoffe, geholfen zu haben...
der don
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Antwort#7
Stimmt, es hat definitiv nichts mit Membrangröße zu tun, sondern einfach damit, dass zum "professionellen" Aussehen und Erscheinungsbild eines Großmembranmikros einfach die (auch bei kleinmembranen obligatorische) Pop-Disk dazugehört.... und weg sind die Plosivlaute...

Herzlichen gruß
Georg

Tonzauber - einfach klassisch
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Antwort#8
Mal abgesehen davon dass der Begriff "Poppverhalten" vorallem im Zusammenhang mit Sängerinnen nicht eindeutig ist, der Popp/Plopschutz dient vor allem auch dazu dass der Sänger nicht das Mikro auffrisst oder anspuckt.
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Antwort#9
Hm, da muss ich ein wenig wiedersprechen, ich habe selber einmal mit kollegen das C1000 und das C3000 verglichen (als es das C2000 noch nicht gab), und wir sind eigentlich zu dem Schluss gekommen, dass das C3000 doch einiges besser, weil in den höhen transparenter und bedeutend rauschärmer. Blächernen klang hat es keinen gehabt, lag vielleicht aber daran dass es noch die alte ("Nicht-B" -Version) mit Groß- und Kleinmembran war...

Herzlichen Gruß
Georg

Tonzauber - einfach klassisch
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Antwort#10
Na ja nicht ganz, das ist eher eine angenehme Nebenerscheinung. Da aber professionelle Studio-Mikros in der Regel keinen integrierten Poppschutz (Gaze, Schaumstoff etc.) haben, wir dieser extern in erster Linie zum Abblocken von Popp-Lauten (z.B. B, P, T, manchmal auch H und K) benötigt. Die Wirkung eines solchen Popp Schutzes steigt übrigens mit dessen Entfernung zur Kapsel, deshalb auch extern.
Gruß
Martin
PS: Ist der Test angekommen?
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Antwort#11
Schon klar, war auch eher sarkastisch gemeint :)
LG,
georg
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Antwort#12
Ich meinte das durchaus ernst. Gerade bei Sängerinnen die relativ "sanft" singen braucht man den Poppschutz kaum. Aber unerfahrene Sänger würden immer weiter ans Mikro gehen (wie sie es live gewohnt sind) und Spucke kann man nicht immer vermeiden. Hat man praktisch immer. Mal mehr mal weniger.
P.S. schon mal live vor einem nassen Mikro gestanden? *schüttel*
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Antwort#13
Hallo,
stimmt, das alte C 3000 kann (auch nach Aussage von Norbert Pawera, AKG) nur optisch mit dem C 3000 B verglichen werden. Es handelt sich jedoch um ein komplett anderes Mikro. Das alte klingt meines Erachtens nach viel ehrlicher, allerdings mit relativ spitzen unteren Höhen.
Im ARRI-Synchronstudio in München werden übrigens fast ausschließlich Sennheiser HF Mikros MKH 40 mit externem Popp-Schutz! zum Film-Vertonen benutzt, die sind aber auch `ne Stange teurer. Nur hin und wieder holen sie auch mal ein U47 aus der Schatztruhe. Früher nahmen sie verschiedene von Schoeps hergestellte Siemens bzw. Telefunken Kleinmembran-Röhrenmikros, welche sich mittlerweile in meiner Sammlung befinden.
Gruß
Martin

http://mk-musikproduktion.de/
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Antwort#14
Hm
bei einer sanften sängerin magst du es zwar nicht brauchen, aber schaden tut's auch nix....
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Antwort#15
Live ist ja auch was ganz anderes. Diese Mikros haben aus ästhätischen Gründen den Poppschutz integriert. Gute als Mehrfach-Gaze (z.B. Neumann KMS 105), weil das weniger Höhen schluckt wie Schaumstoff. Außerdem haben sie meistens eine elektrische Baßabsenkung (manschmal schaltbar), um den Proximity-Effekt zu kompensieren.
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Antwort#16
Ich wollte auch nur sagen dass der Abstandshalter- und Feuchtigkeitsabhalter- (gut braucht man bei nichtbrüllenden Sängern auch nicht so...) -effekt oft sogar die wichtigste Anwendung ist und nicht bloss Nebeneffekt.
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Antwort#18
Erfahrungsgemäß blasen auch die sanftesten Sängerinnen beim P noch etwas, deswegen gebe ich Dir völlig recht. Kommt natürlich auch ganz auf den Abstand an. Ich klemme jedefalls immer einen davor. Man kann die Dinger aus Seidenmal-Zubehör (Stahlring mit Seidentuch bespannt, ca. 3?) auch relativ preiswert selber machen, ohne daß sie gebastelt aussehen.
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Antwort#19
So macht halt jeder seine eigenen Erfahrungen, und das ist auch gut so. Letztendlich ist es ja wurscht, was nun der Haupt- und was der Nebeneffekt ist, Hauptsache, sie treten alle ein.
Martin
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Antwort#20
Nein, aber ich kenne einen der Tonmeister dort sehr gut.
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