Schlagzeug auf Konzerten (Verw. von Triggern etc.)

Erstellt 12 Antworten13 Beiträge
Startbeitrag#1
Hi!
Ich hoffe mal, dass hier viele Techniker sind, die auch Konzerte beschallen. Folgender Hintergrund: ein Freund von mir behauptet, dass heutzutage auf Konzerten das Schlagzeug nicht mehr abgenommen wird, sondern mit Triggern ausgestattet ein Drum-Modul ansteuert.
So pauschal glaube ich das sowieso nicht, deshalb habe ich ihn gefragt, welche Vorteile sich daraus ergeben sollten. Er meinte, dass man die Schläge dann besser quantisieren könnte (dabei frage ich mich, wie das gehen soll. Das Gerät, dass in die Zukunft blickt müsste erstmal entwickelt werden), dass die Dynamik sich einschränken liese (Ginge mit einem Compressor/Limiter doch genauso). Wo ich ihm aber zustimmen muss ist, dass man eine höhere "Klangvielfalt" hat, also auch elektronische Drumsounds machen kann.
Was ich jetzt von euch gerne wissen wollte ist: stimmt das? Wird auf Konzerten nur noch getriggert? Und wenn ja: warum?
Ach ja, wenn wir schon dabei sind ;-) Er meinte auch, dass Profi-Schlagzeuger ihr Set selbst abmischen würden. Der Tontechniker würde dann nur noch das Master-Signal bekommen. Was ich aber auch nicht verstehen kann, denn der Schlagzeuger ist der letzte der hört, was auf der PA ankommt. Oder ist mein Weltbild jetzt völlig falsch?
Viele Dank schonmal für eure Antworten!!
Grüße,
tobi
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Antwort#2
Hi !
Tja, das es sowas gibt, will ich garnicht ausschließen, aber da kommt´s wohl ziemlich auf die Musikrichtung an. Bei den "modernen" Popsachen werden ja häufig verfremdete Drumsounds benutzt, dazu ist es auch vom Abmischen einfacher: einfach Stereoklinke rein und fertig, zumal einen guten Drumsound hinzukriegen ja wohl das schwierigste des ganzen Mischens (im Vergleich zu anderen Instrumenten) ist, so wie ich das sehe.
Aber sag mal einem Simon Philips (Toto), seine Drums würden nur getriggert und durch ein Drummodul ersetzt !
Aber auch ein Schlagzeuger solcher Qualität mischt sein Set nie selbst auf der Bühne und gibt dem FOH nur ein Stereosignal. Ok, er wird wohl ein Wörtchen mitzureden haben, aber hauptsächlich macht´s der FOH.
Zusammenfassend: Es gibt sicherlich Leute, die meinen sich selbst auf der Bühne abmischen zu können, da kann aber garnix Vernünftiges bei rauskommen.
Und Quantisieren geht vielleicht im Studio (Nachbearbeitung) aber Live auf keinen Fall.
Gruß
Markus
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Antwort#3
Hi!
Hmm, also wir hatten es hauptsächlich über Heavy Metal. Argument war, dass die Double-Bass-Schläge nie so sauber und schnell von einem Schlagzeuger gespielt werden könnten. Der Trigger hätte dann zur Quantisierung gedient. Aber das geht ja nicht.
Da läuft übrigens auch gerade eine Diskussion in de.rec.musik.machen darüber. Subject ist irgendwas à la "ich bin eine Niete im Double-Bass spielen".
Danke jedenfalls für deine Antwort. Ich würde mich freuen, wenn das noch mehr Leute bestätigen könnten!
Grüße,
tobi.
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Antwort#4
Triggern bei BD (was nicht allzuselten gemacht wird, ATROCITY spielen jetzt ja mit kompletten V-Drumset von Roland) hat den Vorteil, dass der BD-Sound immer gut klingt. Und gereade wenn doppelbassdrums gespielt werden, treten die Drummer oft nicht so drauf. Mit Triggern klingt auch der leichteste Anschlag noch so als würde man voll drauftreten. (->doppelbassdrums klingen dann besser....).
Quantisieren ist kaum möglich. Aber wenn der Drummer perfekt nach Klick spielen kann, kann man Teile des Schlagzeugs (z.B. doppelbassdrums) vom Sequencer odedr DAT laufen lassen und der Drummer spielt dann einfach dazu.
Ich denke dies wird bei Metal aber relativ selten gemacht. Bei Knorkator uund JBO würde ich aber nicht drauf wetten...
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Antwort#5
Kleine Ergänzung. Bei Manowar ist alles getriggert und die Drums nicht live gespielt.
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Antwort#6
...das bewahrt der Mischer davor, dumm angemacht zu werden, weil "er" die hingestreichelten, wackligen Anschläge nicht ordentlich zu Gehör bringen kann...
Und JA, es gibt durchaus einige Leute, die das auch ohne Hilfmittel hinkriegen. Das beste Beispiel dafür, das ich live gesehen habe, ist der Schlagzeuger von Bonfire ("BamBam").
Ich hatte da letztes Jahr mal als Monitormann das Vergnügen und er hat nach ca. 2/3 des bestimmt nicht lasch gespielten Konzertes ein mehrminütiges Solo gespielt, daß mit ziemlich flottem und rhythmisch äußerst präzisem Double-BD Spiel (durchgehend, wohlgemerkt) unterlegt war. Und weil das noch nicht genug war, hat er gegen Ende des Solos noch demonstriert, daß er zwar nicht mehr lauter, dafür aber noch deutlich schneller spielen kann - und zwar genau so präzise.
Wie gesagt, richtig gute Schlagzeuger werden den Teufel tun und triggern (außer für Spezialeffekte), und die Sache mit dem "Stereosubmix" dürfte sich genauso verhalten.
CU
Janko
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Antwort#7
und woher weißt du DAS ? Ich meine es schon öfters gehört zu haben und meine auch das Scott Columbus eher...naja...egal...
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Antwort#8
Der Veranstalter hat gepetzt...
BTW: _mir_ hat der Techniker erzählt, dass die 3 DA-88/38 da sind um mitzusschneiden.....
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Antwort#9
Wie gesagt, richtig gute Schlagzeuger werden den Teufel tun und triggern
Das mag live richtig sein. (einer der besten/schnellsten dürfte der Typ von Vader sein). Aber im Studio gibt es kaum noch eine Death Metal/Black Metal-CD wo die BD heutzutage nicht getriggert worden ist.
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Antwort#10
Das mag hin und wieder vorkommen, aber durchgesetzt hat es sich bislang nicht.
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Antwort#11
Hi,
tut mir leid, dieser Theorie kann ich nicht zustimmen, ich betreue in der Kulturfabrik in Krefeld einige Konzerte und mische zum Teil auch selber. Triggermikros habe ich bisher nur bei einem Konzert gesehen, das war ein komplettes Set, welches einen Drumsynthie angesteuert hat, ansonsten werden die Sachen meist mit einem D112 oder Beta 58 (Bassdrum) und jeder Menge SM57 abgenommen, alternativ gibt es noch ziemlich gute Kondensator-Klemm-Mikros von AGK.
In kleinen Hallen kann mit auf die Abnahme der Bleche meist verzichten, da die ohnehin laut genug sind (vorher prüfen).
Triggerpads bzw. Triggermikros werden, so weit ich weiß, überwiegend im Studio eingesetzt.


http://www.sirencircle.de
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Antwort#12
Das ist ja interessant. Wo ich doch der Meinung war, daß heutzutage mehr denn je die "gute" Schlagzeugaufnahme grade bei Metalproduktionen einen sehr hohen Stellenwert einnimmt. Weißt du ob dann in der Regel auch ein "Plastiksound" verwendet wird oder ob man zumindest ein paar Schläge der "Original-Bassdrum" sampelt, um sie mit den Triggersignalen anzusteuern?
Janko
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Antwort#13
Das ist ja interessant. Wo ich doch der Meinung war, daß heutzutage mehr denn je die "gute" Schlagzeugaufnahme grade bei Metalproduktionen einen sehr hohen Stellenwert einnimmt.
Schläge der "Original-Bassdrum" sampelt, um sie mit den Triggersignalen anzusteuern?
Es geht ja auch nur um die Bassdrum. Nicht um das gesamte Schlagzeug.
Hör einfach mal genau hin. Bei Carcass z.B. und älteren Atrocity und bei vielen anderen (guten) sind es echte BDs. Aber ich schätze mal bei mind. 70% aller härteren Bands sind sie getriggert. (wohl auch weil es ja keine 100kEuro Produktionen sind...)
Bei Metallicas schwarzem Album (immer noch einer der Massstäbe in Sachen BD, finde ich) wurden AFAIR (irgendwo gelesen) 3 Mikros und Samples gemischt.
Weißt du ob dann in der Regel auch ein "Plastiksound" verwendet wird oder ob man zumindest ein paar
Wozu? Dann könnte man ja auch gleich die originale lassen. Und nur die fehlerhaften Stellen quantisieren.
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