Grenzflächen selbstgebaut ?

Erstellt 4 Antworten5 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
bin ambitionierter Laie, der sich das Kreuz der live-Mikrofonierung einer Kinder-Spiel-und Theatergruppe aufgeladen hat ;-).
Ich benutze zur Zeit zwei ECM 302 mit recht gutem Erfolg. Nun möchte ich eine Grenzfläche bauen, die aus einer ca. 1 cm dicken,duchsichtigen Acrylglasscheibe bestehen soll.
Als Mikrofon soll die Elektret-Kapsel eines Lavallier-Mikros von Conrad dienen, die bisher schon für Sprachaufnahmen recht gut eingesetzt wurde.
Die durchsichtige Grenzfläche soll zur Stützmikrofonierung auf den
Kulissen montiert oder vor den Bühnenhimmel gehängt werden, damit die Kinder
auch dann noch gehört werden, wenn sie dem Publikum den Rücken zudrehen.
Wie gross muss eigentlich die Grenzfläche sein, wenn die tiefste zu übertragende
Frequenz bei 100 Hz liegt.
Hab weder in den Mikrofon-Aufsätzen von Schoeps oder Pulbikationen von Jecklin u.a. etwas dazu finden können.
Wär toll, wenn jemand aus eigener Praxis darauf antworten könnte.
Dave
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Antwort#2
Hallo Dave,
Gehe doch mal zum Thema "Zwei verschiedene Grenzflächen-Mikrofon-Arten":
http://www.sengpielaudio.com/ZweiVerschiedeneGrenzflaechenmikrofone.pdf
Drücke dazu den Link unten.
Du fragst: "Wie groß muss eigentlich die Grenzfläche sein, wenn die tiefste zu übertragende Frequenz bei 100 Hz liegt?"
Dickreiter schreibt in seinem Buch "Mikrofonaufnahmetechnik" auf Seite 96: Grenzfrequenz 100 Hz - dazu notwendiger Durchmesser der Grenzfläche 3 Meter.
Nur besteht meistens eine falsche Vorstellung vom Frequenzgang dieser Grenzflächenmikrofone. Der Frequenzgang ist bis herunter zur Grenzfrequenz gerade und darunter ist der Frequenzgang nur um 6 dB absenkt, läuft aber gerade (!)weiter. Die häufige Vorstellung, unterhalb der Grenzfrequenz geht es steil runter in den Keller, ist falsch - da bleibt der nur um 6 dB tieferliegende "Sockel" bestehen. Darum wirst Du die Grenzfläche sicher kleiner machen können, als die riesigen drei Meter Durchmesser - und das wird auch oft so gemacht.
Ich habe Neumann-KM83-Mikrofone (Kugeln) ganz einfach in eine Plexiglaswand eingebaut, indem ich darin ein Loch mit dem Mikrofondurchmesser gebohrt habe.
Nur sollte man nie vergessen für die selbstgebauten Grenzflächenmikrofone Systeme mit Kugel-(!)-Richtcharakteristik zu nehmen.
Gruß
ebs




Grenzflächenmikrofone
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Antwort#3
Hallo ebs,
erstmal danke für die schnelle Antwort...
..nun sind gerade für meine Zwecke die 3 Meter Durchmesser einfach nicht zu
handeln, weil wir ja auf verschiedenen Bühnen auftreten und es mir einfach
nicht möglich ist, solche riesigen Teile zu transportieren.
Ich hatte an eine quadratische Fläche von ca 0,75 m Seitenlänge gedacht.
Die 100 Hz hatte ich angedacht, weil mir das für reine Sprachaufnahmen ausreichend erschien. Kann ich bei der von mir geplanten Grösse davon ausgehen, dass die Grenzfrequenz dann bei ca. 400 Hz liegen wird ? Ich denke, dann fang ich mir doch recht grosse Pegelschwankungen ein...oder seh ich das falsch ?
Unabhängig von Deiner Antwort werd ich heute noch mit meinem EQ ausprobieren,
wie sich die 6 db Absenkung unterhalb dieser Frequenz klanglich auswirken.
Die Kapsel ist eine "Kugel" und soll genau so, wie Du beschrieben hast eingebaut werden.
Dave
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Antwort#4
Hi Dave,
... und sollten bei der Sprachaufnahme mit den "kleinen" Grenzflächen hörmäßig tiefe Frequenzen fehlen, dann sind je nach Bedarf mit EQ hohe (!) Frequenzen etwas wegzunehmen oder auch eventuell tiefe Frequenzen etwas hinzuzugeben. Eine andere Sache könnte sein, dass die Sprachverständlichkeit durch zu starken Räumlichkeitseindruck leidet - das hängt von der örtlichen Gegebenheit der Bühne ab. Da hilft dann immer nur: Mikrofone dichter ran an die Sprecher.
Gruß
ebs
Forum für Mikrofonaufnahmen:
http.//www.sengpielaudio.com


http.//www.sengpielaudio.com
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Antwort#5
Hi ebs....
vielen Dank für die Tipps.....:-)....und den Verweis auf den Link...
Denke, da hab ich noch einiges "abzuarbeiten"...
Gruss
Dave
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