Schlagzeug abdämpfen

Erstellt 4 Antworten5 Beiträge
Startbeitrag#1
Hi!
Habe mir vor kurzem ein Schlagzeug zugelegt und um die Nerven meiner Nachbarn zu schonen möchte ich es jetzt so gut wie möglich abdämpfen. Ich habe einen kleinen Proberaum im Keller der mit mehreren Lagen Samt und Eierkartons ausgekleidet ist, wie kann ich das Schlagzeug am Besten abdämpfen so das es trotzdem noch einen einigermaßen guten Sound hat?
Habe in die Bassdrum Stoffe hineingetan und auf die Toms Taschentücher geklebt, ist das gut so oder eher nicht?
Ein paar Tips wären sehr hilfreich.
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Antwort#2
morgen erstmal,
zu deinem problem:
Zunächst zum Raum, eine Verkleidung mit Eierkartons bringt eigentlich nichts für die Ausbreitung des Klangs nach draussen, sondern betrifft (auch nur im geringen) den Klang im Raum selber, Samt wirkt hier (im Raum) deutlich besser, aber nach aussen auch nicht wirklich. wenn du wirklich etwas erreichen willst, bleibt dir eigentlich nichts anderes übrig als eine zweite Schale zu bauen. Im Archiv gibts dazu genügend Material.
Zum Schlagzeug, vom Abkleben würd ich dir abraten. Das gelingt meißt nicht wirklich. Lieber Schlagzeug auf Raum stimmen, da kann man schon einiges für nervende Frequenzen tun. Am besten du besorgst dir Übungsfelle (z.B. Thomann recht günstig). Die gibts sowohl zu drauflegen(nicht wirklich toll) oder als Fell (ist zum üben wirklich ok). Damit währe aber leider immer noch nicht das Beckenproblem gelöst.
viel spass beim überlegen jens
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Antwort#3
Im Grunde gibt es nur zwei wirkliche Möglichkeiten.
a) Elektronisches Schlagzeug (z.B. V-Drums)
b) irgendwo anders Proben, wo's niemanden stört
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Antwort#4
Hallo!
Die aktuelle Raumbedämpfung ist nicht so wirkungsvoll, wie Du Dir das vorgestellt hast. Das liegt an zwei Dingen:
a) Eierwaben und vor allem Samt, Teppich und Co absorbieren mehr hohe Frequenzen als tiefe. Damit erhälst Du einen Klang, bei dem das Spielen nicht mehr so viel Spaß macht. Abgesehen vom Frequenzgang reduzierst Du damit die Nachhallzeiten der Höhen enorm, während es im Bassbereich kräftig wummern wird. (Vermutung, müsste eigentlich so sein)
b) Da insbesondere der tiefe Schall durch die Wandbespannung nicht aufgefangen werden kann, wirkt er in die Wände ein. Diese übertragen den Schall durch das ganze Haus bis zu den Nachbarn.
Wenn Du es richtig machen willst, hast Du damit zwei Ansetzpunkte:
zu a) Um den Klang im Raum zu verbessern, solltest Du auf Teppich, Samt und Seide verzichten und dafür Holz verwenden. Holz ist ein Werkstoff mit hohem Absorptionsgrad und absporbiert dazu noch nahezu alle Frequenzen gleichmäßig. Im Bereich der Becken könnte ich mir aber auch harte Materialien mit glatter Oberfläche vorstellen, die die Höhen sehr gut reflektieren und damit den Schlagzeugsound nach oben hin öffnen, also brilanter machen. Glas ist z.B. so ein Werkstoff und deshalb klingt es mit einem Fenster nicht unbedingt immer schlechter. Wenn die Bässe dann noch zu viel "wummern", also die Nachhallzeit zu lang ist, fange am besten gar nicht erst an, Wolldecken, ... in die Bassdrum zu legen, sondern besorge dir einen Absorber, den Du auch selber bauen kannst. Im Internet unter www.track4.de gibt´s dazu viele Tipps. Erst wenn die Nachhallzeit in einem vernünftigen Bereich liegt, kannst Du mit Decken, ... experimentieren.
zu b) Um eine gute Schalldämmung zu erreichen, musst Du den Übungsraum vom Rest des Gebäudes akustisch entkoppeln. Nur dann gelingt es dem Schall nicht mehr, in die Gebäudewände einzudringen und sich an den Nachbarn zu vergreifen. Hierzu gibt es Fachliteratur zur akustischen Gebäudedämmung. Ich kann Dir sogar ein Buch empfehlen, in dem auch das Kapitel Schalldämpfung, welches zur anderen Frage passt, nicht ausgelassen wird. Es ist leicht verständlich, schließlich habe ich es auch verstanden. Allerdings habe ich Titel, Autor und Co zur Zeit nicht greifbar. Wenn Du willst, schaue ich das aber nach.
Wie Du siehst, wird der Aufwand sehr groß. Du solltest Dir überlegen, ob er sich lohnen wird, oder ob Du vielleicht doch nach einem anderen Raum suchst.
Beste Grüße
Wolfgang
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Antwort#5
Hallo,
ich habe mal per Zufall folgende Firma (USA) gefunden, die stellen spezielle Absorber her, zum Beispiel U-förmige. Man kann sich aus Holzlatten ein Podest bauen mit einigen Querstreben und dann diese Dinger (deswegen die U-Form) darunter befestigen.
Alles relativ viel Aufwand, aber vielleicht kann man ja so ein Podest auch für die Bühne gebrauchen??
http://www.auralex.com/
Products>Isolation Products>U-Boat Floor Floaters
Die Dinger werden in England, Frankreich und Spanien vertrieben:
http://www.auralex.com/auralex_acoustics_dealers/international.html
Viel Glück!
CJB
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