ich habe eine Frage bezüglich Schlagzeugaufnahme. Man sieht öfter hinter dem Schlagzeug 2 schallharte Aufstellwände, meißt symmetrisch / schräg hinter dem Set angeordnet. Was bringt diese Aufstellung? Die Reflexionen dadurch sind doch eher sehr kurz, so daß doch über die Overheadmikros ein ziemlich kleiner Raumeindruck entstehen muss, oder liege ich da falsch. Bringt diese Anordnung auch bei kleinen Räumen etwas?
ging mir mal mit meiner eigenen Band so... es ist zwar lange her, nur kann ich mich entsinnen, daß hinter dem Set 2 geflieste Stellwände aufgebaut wurden. Damals hatte ich mir jedoch noch keine Gedanken darüber gemacht...
hätte ich aus heutiger Sicht auch erwartet, waren aber ganz gewöhnliche keramische Fliesen... die Rückwand der Stellwände war jedoch absorbierend gestaltet, dies war jedoch unerheblich weil sie ja mit der Fliesenseite zum Set standen ( ungefähr 1m hinter dem Drummer )
Hm, ich kann nicht sagen ,was damit bezweckt werden sollte. Wie Du bereits richtig vermutet hast, kommen da sehr jurze Reflexionen zurück mit einem Versatz von etwa 2x 1,5m = 3m = 10ms. Das ist so ziemlich das Störendste, was ich mir vorstellen kann. (?????)
ja, es kommt zu kurzen reflexionen und die normalerweise auch bedingt durch die kacheln, bzw. anderes material sehr hell sind. falsch ist aber, das die unerwünscht sind. wie immer kommt es auf den musikstil an. aber bei moderner prod. ist ein trockener schlagzeugsound häufig nicht gewünscht und was bringt ein schlagzeug mehr zum knallen als early ref. programme aus dem hallgerät? genau echte early refs schon bei der aufnahme. deswegen sieht man bei aufnahmen heute öfters mal reflektierende stellwände hinter dem schlagzeug. oder snare soll knallen? unter snare kacheln legen etc... da gibts unendlichen spielraum.... viel spass beim experimentieren
Die individuelle BEarbeitung (Snare /Kachel oder was auch sonst) mag ja gut sein aber die Reflexionswirkung wirkt - so sie denn relevant - auch auf alle anderen Instrumente im Raum und schon für die base drum - ähhhh - bass drum sind "earlies" eher schlecht und was die unerwünschten KR unter 15ms bei Stereoaufnahmen angeht, hatten wir vor nicht allzu langer Zeit eine Diskussion um das entsprechende Sengpieldokument.
rein technisch möchte ich das ja auch nicht bestreiten. aber z.b. bei der bd ist es eher unwichtig, da der hauptanteil ja eh von einem mikro im inneren kommt (ich sach ja musikstil) und ansonsten bleibt mir nur zu sagen, das ohr entscheidet und nicht irgendeine technische richtlinie. ich glaube jeder kennt genügend beispiele, wo man gute, sehr gute oder ausergewöhnliche ergebnisse erzielt hat und man wahrscheinlich von richtlinie mehrfach erschlagen worden wäre... und ich kann halt von der erfahrung sagen, dass diese stellwand hinter schlagzeug methode sogar relativ häufig eingesetzt wird.... (mit guten ergebnisse, das gehört natürlich dazu)
Was soll dann wie aufgenommen werden ? Mit einem Overhead um die Stellewandreflexion zu bekommen ? - dann ist auch die BD drin und stört das Original. Im Ernst, es gibt nichts, was eine Wand besser macht als ein (bearbeitbares!!!) Delay. Stereoklang kommt so keiner drauf - denn dies würde Reflexion an Seitenwänden vorraussetzen, welche eine Seitenortung der Instrumente ermöglichte.
wie würdest du dann ein Schlagzeug in einem kleinen ( 3m x 4,7m )Raum aufstellen, mit der Bassdrum in Richtung längster Seite des Raumes, oder quer in den Raum? Ich habe überlegt, wenn eine Wand total absorbierend und die gegenüberliegende stark Reflektierend, aber gut streuend ( Diffusoren ) ausgestaltet werden, könnte doch ein "größerer" Raum vorgetäuscht werden, denn die Reflektionen kommen ja so nur vorrangig von der "hinteren" ,reflektierenden Wand. Wenn diese auf die Overheadmikros auftreffen müßte dies doch einen größeren Raumeindruck entstehen lassen? Ich hätte gern eine Zeichnung zur besseren Verständnis mit eingebracht, aber ich hoffe man kann mir trotzdem noch folgen. Du siehst nun bestimmt mein Problem - kleiner Raum soll schöner klingen...
Hallo timo, du hast Überlegungen: Wenn eine Wand total absorbierend und die gegenüberliegende stark reflektierend ist, so könnte doch ein "größerer" Raum vorgetäuscht werden, denn die Reflektionen kommen ja so nur vorrangig von der "hinteren" reflektierenden Wand. Wenn diese auf die Overheadmikros auftreffen, dann müßte dieses doch einen größeren Raumeindruck entstehen lassen?
Bei dem Thema fällt mit was anderes wieder ein. Und zwar empfahl mal jemand im Inet (find's nicht mehr) Holzfussboden, d.h. Parkett etc. oder wenn man - wie ich - keinen hat, Holzplatten bzw. Spanplatten unterzulegen. Ich habs noch nicht probiert da zuviel Aufwand. Könnte mir aber schon vorstellen, dass das in die gleiche Richtung geht.
indirekt gibst du mir ja dann recht - denn wenn der Raum knapp 5 Meter lang ist, und das Drumset an der totgedämpften Seite steht sind ungefähr noch 4 Meter übrig bis zur gegenüberliegenden reflekt. Wand! Die doppelte Wegstrecke wären 8 Meter, und dies dürfte grob überschlagen doch mehr als 15 millisek. bedeuten. Also müßte dieser Trick doch eigentlich funktionieren. Aber ich Danke Euch trotzdem für die vorhergehenden Infos, besonders der Verweis auf die Seite mit der Erläuterung der Anfangszeitlücke war sehr wertvoll für mich, da ich in meinem aufgenommenen Material deutliche Klangfärbungen hatte und mir diese nicht erklären konnte! Selbst auf der Snaredrum, obwohl doch das verwendete Mikro gerichtet war ( SM57 ) und sehr nah am Instrument stand... abgesehen natürlich vom Nahbesprechungseffekt...
Hallo tino, ich gebe dir direkt ganz Recht. Wenn du die Schallwege kennst, dann ist das so. Es genügt zu wissen, dass 1 Meter Schallweg 3 Millisekunden Laufzeit entsprechen. Wenn der Schallweg der Reflexion über 5 Meter beträgt, dann ist alles in Ordnung. Am "unschönsten" klingt ein Reflexionsweg zwischen 2 und 3 Metern. Wenn du ein digitales Delay hast, dann empfehle ich mal folgenden Hörtest zu machen. Ein Mono-Signal (egal was, vielleicht eine Gitarrenmelodie) genau 7 Millisekunden verzögern und dem Direktsignal mit gleichen Pegel hinzumischen und beiden Signale in die gleiche Stereorichtung stellen, also z.B. ins Center und dann anhören. Auch mal mit der Delayzeit spielen. Bei 20 ms wird das Signal schön voll. Ein Echo ist noch lange nicht zu hören. Die Angst davor ist unbegründet, denn davon erzählen immer die unwissenden Professoren. Gruß Johnny