Aufbewahrung von Mikrofonen

Erstellt 10 Antworten11 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo!
Ich erinnere mich schwach an eine Diskussion über dieses Thema, konnte sie aber leider nicht mehr finden.
Die Vermieter unseres Studios nehmen gelegentlich Gesang auf und lassen dann hinterher das gute Neumann einfach so stehen. Wie schlimm ist es mit Feuchtigkeit und Staub? In den Schachteln sind ja immer extra diese Salzkissen...
Und noch eine Frage zu teuren Kond.Mikros: Ich hab mal gehört, dass die beiden Platten der Membran nicht aneinanderstoßen dürfen, wegen Kurzschluß. Gibt es dann Probleme mit lauten Schallquellen? Ich hab letztens eine Bassdrum mit einem C414 abgenommen. Das hat allerdings überlebt und einen prächtigen Job gemacht! Sänger pusten auch gerne hinein als "Soundcheck". Da wirds dann gefährlich!?
Viele Grüße
Carsten
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Antwort#2
Eine änliche Frage ist wie gut es den Geräten tut mal Minusgraden ausgesetzt zu sein. Im Winter bei längerer Abwesenheit kann das durchaus mal passieren.
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Antwort#3
Ich habs schon mal erlebt, daß ein Radiosprecher ein Großmembranmikro durch ein kräftiges "Guten Morgen" aus kürzester Distanz getötet hat. Generell ist ein Ploppschutz bestimmt nicht verkehrt, auch wenn die Kapsel da einiges abkann, denn erstens geht so eine kaputte Kapsel gewaltig ins Geld und zweitens "ploppschützt's". "Blasenden" Sängern sei also mal gewaltig der Mund verboten. Vielleicht hilft der Hinweis, daß sie später (bei der Aufnahme / dem Liveact) ja auch nicht "blasen" werden, es also wenig Sinn macht, dieses zu checken...
Janko
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Antwort#4
In meiner Praktikumszeit bei einer ELA-Firma haben wir mal ein Beyerdynamic M160 in die Werkstatt gekriegt, "bei Mikrofontest plötzlicher Defekt". Nach Öffnen sahen wir die Bescherung: Bändchen zerrissen. Chef meinte nur: in den Müll damit, dem liefern wir ein neues zum Originalpreis (so etwa 800 Mark). So eine Dummheit muss bestraft werden.
Ich weiß nicht, woher die Unsitte mit dem Reinblasen kommt. Zuerst erlebt hab ich das auf einer Omnibus-Reise, als der Reiseleiter den Unterschied zwischen "oben" und "unten" (Schalterstellung) offenkundig nicht kannte. Das geräuschkompensierende Busmikro hats überlebt, allerdings würde ich wegen seiner "falschen" Membran-Eigenresonanzfrequenz auch keine ernstzunehmende Aufnahme damit fahren wollen.
Viele Grüße
Michael
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Antwort#5
Hallo Carsten,
An und für sich sind die Mikrofone von Neumann sehr robust gegen Feuchtigkeit. Eine Luftfeuchtigkeit von 90% dauerhaft sollte denen nichts ausmachen. Etwas problematisch sind die Kapseln vom U 87 und SM 69. Da können sich schon mal Kriechstromstrecken bilden, vor allem dann wenn das Mikrofon verstaubt und dieser Staub dann feucht wird.
Ich bewahre meine Mikrofon grundsätzlich in solchen Alukoffern auf und lege dazu Beutel mit Silicagel (bekommt man in Drogerien).
Falls ein Mikrofon mal anfängt zu krachen wenn es feucht geworden ist, gehe wie folgt vor:
Mikrofon über Nacht in einen geschlossenen Behälter legen (z.B. Tortenhaube) und in den Behälter entweder Silicagel schütten oder Phosphorpentachlorid, damit die Kapsel austrocknet.
Für Spezialisten: Kapsel ausbauen und mit einem weichen Wasserfarbenpinsel die Kapsel mit destilliertem Wasser abwaschen (vorsichtig sein bei der Membrane!) und mit einem Löschpapier die Wasserreste wegsaugen. Dann Kapsel nachtrocknen wie oben beschrieben.
Vor allem: Den Sänger das "Blasen" abgewöhnen. Notfalls auch mal den Betreffenden zusammensch*** ! Das Gerät ist schließlich ein Mikrofon und kein Blasefon.

Grüße
Rainer
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Antwort#6
Carsten, stelle am besen diese Frage mal im Forum "Pinboard" der Firma Neumann.
Siehe Link.
RG


Neumann-Pinboard
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Antwort#7
Hallo Carsten,
zur Aufbewahrung wurde bereits alles gesagt, was mir auch eingefallen wäre, deshalb hier eine kleine Anekdote zur eventuellen Entstehungsgeschichte der "Blaserei":
Während meiner Lehrzeit (Anfang der 80er in einer Radio- und Fernsehwerkstätte mit angeflanschtem Uralt-ELA-Verleih, der ein Hobby des absolut ahnungslosen Chefs war) ließ der Chef, der politisch sehr extrem augerichtet ist, uns Lehrlinge ca. einmal im Monat antanzen, um uns Vorträge aus seiner aktiven Zeit in der Hitler-Jugend zu halten. Dabei ließ er fast nie aus, uns zu erzählen, wei er mit der Kabeltrommel auf dem Buckel kilometerweit gelaufen ist um Telefonstationen einzurichten. Als krönenden Abschluß durfte er dabei immer die sog. "Blas- und Sprechprobe" (Zitat) machen.
Deshalb glaube ich, daß diese Unart ein Erbe des Dritte Reiches sein könnte.
Gruß
Martin
PS: Das ist kein Witz!
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Antwort#8
Wieviel dB SPL hält so ein Großmembran-Mikrofon denn normalerweise (im Schnitt) aus?
Grüße,
tobi
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Antwort#9
Hallo Tobi,
Die Frage ist nicht, ob das Mikrofon den hohen Schalldruck aushält, sondern vielmehr daß das durch das reinpusten die Kapsel feucht wird und irgendwann sich Kriechströme bilden können wenn sich vorher Staub auf der Kapsel angesammelt hat. Das besagte Mikrofon hat bestimmt schon vorher einen "Knacks" gehabt. Denn eine Kondensatorkapsel kaputt blasen kann man nicht. Wenn die Membrane durch zu hohen Schall- oder Luftdruck an die Gegenelektrode anschlägt, äußert sich dies zunächst durch starke Verzerrungen bzw. Zustopfen des Verstärkers.
Anders sieht es aus bei älteren Bändchenmikrofonen. Da kam es hin und wieder vor, daß so ein Püsterich das Bändchen regelrecht abgeblasen hat.

MfG
Rainer
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Antwort#10
Ich finde in der Suche nichts zum Thema Aufbewahrung. Hat jemand noch den Link?
Christian
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Antwort#11
Das Hineinpusten wirst Du Deinen Musikern bitte abgewöhnen. Die Membran eines Kondensator-Mikros ist extrem dünn. Habe dazu grade keine genauen Zahlen gefunden. Aber zum Abstand der beiden Elektroden zueinander: dieser beträgt nur 0,04 mm. Die eine Elektrode (nämlich die Membran) ist also wahrscheinlich noch dünner. Das ist der Grund für ihr fantastisches Schwingverhalten. Klar, da werden Staub, Nikotinfilm und hineingepustete Spucke plötzlich mehrfach so dick wie die Membran selbst. Wie soll die Membran dann noch filigran Schwingen? Ich habe mal eine Kapsel einer U87 in der Hand gehabt, die von Spucke zerstört wurde, und das war mit bloßem Auge gut sichtbar. Kondensator-Mikrofone halten sehr großem Schalldruck stand (ca. 120-150 dB). Für genaue Infos schau ins Datenblatt oder mail die Firma an (z.B.). Du kannst ein Kondensator-Mikro problemlos am Schlagzeug positionieren, ein Kollege, der Dir geantwortet hat, erzählte vom AKG C414 in der BassDrum. Damit habe ich auch gute Erfahrungen gemacht, vor allem mit der Richtcharakteristik 8. Ist Dein Drummer ein kranker (sorry) Prügeler, dann solltest Du doch lieber das MD 421 in die BD stecken. Ansonsten hält die Kapsel den Schalldruck problemlos aus. Wenn da was zerren sollte, ist es auch höchstwahrscheinlich nicht die Kapsel, sonder die VerstärkerSchaltung. Diese kannst Du oft um 10 dB unempfindlicher schalten. Aber auch wenn die Kapsel unempfindlich gegen hohe Schalldrücke ist, heiß das nicht, daß sie unempfindlich gegen Sturm ist.....
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