Live-Mitschnitt Chor / Klavier

Erstellt 13 Antworten14 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo zusammen,
ich weiß, daß dieses Thema hier schon hinlänglich diskutiert wurde, habe auch alle Threads bis zum Anfang diesen Jahres zurückverfolgt, aber bin mir vielleicht gerade deshalb ziemlich unsicher ob folgender Probleme:
Aufzunehmen sind 2 Chöre, welche nacheinander auftreten.
Chor 1 : Männerchor, 25 Mann, 2 reihig, Aufstellung beschreibt ca. einen 1/4-Kreis
Chor 2 : gemischter Chor, 65 Personen, Chortiefe und Breite noch nicht bekannt, dürfte jedoch 3-reihig sein.
Raum gering hallig (Theatersaal, Stadthalle Mülheim/Ruhr), Raumhöhe ca. 4 Meter, Breite ca. 15 Meter, Tiefe ca. 6-8 Meter.
Nun habe ich hier viel über ORTF, XY, A/B-Verfahren und Stützen gelesen und auch die StageAid-Lektüre verinnerlicht und bin mir vielleicht gerade wegen der Fülle an Infos unsicher, welcher Weg nun der sichere Weg ist, denn großes Rumprobieren ist leider nicht möglich (nur im Rahmen der Kurz-Probe vor der Aufführung).
Ich hatte mir gedacht, den kleinen Chor im XY-Verfahren abzunehmen, Positionierung ca. 2m vor den Chor in ca. 2m Höhe, Achswinkel nach Bedarf. Zur Verwendung kämen hier Kleinmembran-Kondenser, Niere, Beyerdynamic MCE 930.
Den Großen Chor wollte ich neben besagter XY-Aufstellung noch mit 4 näher am Chor (ca. 1,5m, Kopfhöhe) platzierten Einzelmikros gleicher Bauart abnehmen um die ganze Breite abzudecken. Aufgenommen wird jedes Mikro auf eine eigene Spur, lässt sich also im Nachhinein noch Etwas geradebiegen.
Liege ich mit meinem Ansatz falsch oder könnte das was werden? Ich würde mich freuen, wenn Ihr Eure Erfahrung mit mir teilt, auch wenn es für Euch wieder mal zu einem Wiederholungsfall wird. Dummerweise findet das Ganze auch noch sehr kurzfristig statt, nämlich am 15.11.
Vielen Dank für Eure Tips,
Pierre
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Antwort#2
Höhrt sich ganz gut an. Persönlich würde ich, die 4 Mikros nicht gleichmässig verteilen sondern den Stimmen zugeteilt. 1 Mikro für den Bass,Bariton, Tenor usw. Das hat den Vorteil die Stimmen besser abstimmen zu können. Wenn sich der Grosse Chor weit ausbreitet, dann nehme ruhig 2 XY-Mikros. Oder bist Du auf eine bestimmte Spurenzahl begrenzt? Was zuviel ist, kannst Du hinterher weglassen, was fehlt bekommst Du nicht wieder.
Gruss
Petra
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Antwort#3
Hallo Pierre,
Stelle dem kleinen Chor 3 Mikrofone auf, und zwar vor den Chor, nicht darüber. Das reicht aus. Die hinteren 2 wie ich sie in meinem Stage-Aid Aufsatz beschrieben habe kannst Du hier weglassen. Auf die X/Y würde ich ganz verzichten, denn sie bringt nicht viel. Die 3 in A/B/C-Aufstellung lassen eine viel bessere Lokalisation der Stimmen zu und man kann sie ggf. besser gegeneinander ausbalancieren. Wenn Du Wert auf zusätzlichen Raumanteil legst, kannst Du in ca. 3-5 Metern Entfernung noch eine A/B-Anordnung stellen und zumischen. Bei dem großen Chor solltest Du dann das von mir beschriebene "M" aufstellen und ebenfalls eine A/B für den Raum. Die X/Y bringt keinen guten Raumeindruck.
Das Klavier muß natürlich mit zusätzlichen Stützen abgenommen werden. Achte dabei darauf, daß das akustische Übersprechen so klein wie möglich gehalten wird. Ich gehe davon aus, daß das Klavier ohnehin VOR dem Chor steht. Dann kann es mit der Raum-A/B problematisch werden, weil diese u.U. noch zuviel Klavier mitnimmt. Ggf. dann die Raum-A/B weglassen und den Chor mit künstlichen Hall versehen.
Bei Liveaufnahmen ist dies sogar zu bevorzugen, weil man dadurch auch nicht zuviel Geräusche aus dem Publikum mitbekommt.
MfG
Rainer
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Antwort#4
Hallo,
danke für die Antworten, das beruhigt mich doch sehr, daß ich nicht soo falsch gelegen habe. Ich werde Eure Tips beherzigen.
Bezüglich des Klaviers denke ich könnte es etwas kritisch werden mit dem Übersprechen (ich vergass aber auch in meiner Anfrage näher darauf einzugehen, es wird in der Tat mit 2 Stützen abgenommen, um den Bass- und den Diskantenbereich im Mix jeweils besser kontrollieren zu können), es steht jedoch Gott sei dank nicht direkt VOR dem Chor sondern links daneben.
Meine Spurenzahl ist bregrenzt auf 8, daher bleibt mir schon die eine oder andere Möglichkeit.
Pierre
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Antwort#5
Hi,
Ich habe vor einiger Zeit mal bei den Studioleuten vom Musikhaus Thomann nachgefragt, wie ich denn am besten mein Klavier aufnehmen könnte, und die haben mir geraten, ein Grenzflechenmikro hinten ins Klavier zu legen oder zu kleben. Diese Idee war gar nicht mal so schlecht.
Ich weiß nicht, ob diese Idee auch Live-tauglich ist (Mein Klavier steht natürlich wohlbehütet bei mir in der Wohnung), aber zusammen mit den anderen Mikrophontechniken hilft sie vielleicht, das Klavier deutlicher zu bekommen
Hope That Helps
(und nicht schlagen wegen Thomann -- die haben schon oft ziemlich gute Ideen gehabt)
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Antwort#6
Hallo synchron,
eine schöne Geschichte mit deinem "Klavier" zu Hause.
Aber nimm mal ganz sicher an, dass das Klavier, das den Chor begleitet, nicht so ein Gerät ist, was du zu Hause hast. Das wird ein Flügel sein, auch wenn dieses Ding Klavier genannt wird.
Das kommt mir vor, wie bei einer Ausstellung, wo ein Künstler seine "Plastik" zeigt und ein Zuschauer ganz erstaunt meint: "Ich dachte das sei aus Plastik, dabei ist es aus Metall". :-)
Johnny
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Antwort#7
Danke Johnny. Anständige Klavieraufnahmen macht man *immer* mit einem Flügel!
... bis auf [synchron] :-)
Dorthe
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Antwort#8
1.) Woher wisst Ihr, was ich zuhause stehen habe?!?
2.) Wenn Ihr einen FLÜGEL abnehmen wollt, dann schreibt auch Flügel hin.
Es soll nämlich durchaus vorkommen, das Chöre tatsächlich von einem Klavier begleitet werden. Ob das nun professionell ist oder nicht -- schon mal 'n Flügel im Altarraum einer Kirche aufgestellt, beispielsweise?
3.) Das Prinzip eines Grenzflächenmikrophons funktioniert auch bei Flügeln hervorragend, schonmal darüber nachgedacht?
4.) Euer Umgangston ist echt nett.
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Antwort#9
Hi,
es ist gar nicht unüblich, z.B. bei Live-veranstaltungen zur Vestärkung Grenzflächenmikros an die Innenseite eines Flügels zu kleben, ob das zur Aufnahme gut geignet ist, kann ich nicht beurteilen, da ich dies noch nicht verwendet habe. Bin mir aber recht sicher, dass mein Klangideal dem nicht ganz entspricht.
Was die Aufnahme eines "stehenden" Klavieres angeht, so ist das gar nicht so einfach. Wer hat denn da Erfahrung und könnte diese mitteilen?
Gruss,
Dirk
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Antwort#10
Hallo [sychron],
was soll die breite Anrede "Woher wisst Ihr"?
Diese lose Gemeinschaft besteht aus denkenden Einzelwesen!
Demnach muss es unterschiedliche Meinungen geben.
Du meintest deutlich erkennbar allein den hohen Kasten als Heim-Klavier.
Nun sei mal nicht eingeschnappt, wenn man dir erklärt, dass der Musiker immer (!)von Klavier redet und dabei nie deinen Kasten meint.
Du wirst die jahrhunterte alten Gepflogenheiten nicht ändern können, indem du forderst, dass man Flügel sagen sollte, wenn man das "grand piano" meint, wie das auf englisch heißt.
Der Umgangstton ist hier wirklich sehr nett. Auch wenn du das etwas zynisch meinst.
Komm mal runter und bleibe auf dem Teppich und gewöhne dich an "uns", dann lernst du etwas für's Leben.
Das meine ich ganz freudlich

Slavko
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Antwort#11
Welchen Vorteil hätte hier das Grenzflächenmikro gegen "normale"? Schon mal probiert, den Resonanzboden Stereo durch die Schallöffnungen zu nehmen? Je nach "Stecktiefe" laesst sich der Klang stark beeinflussen, oberhalb der Saiten klingt ein Flügel oft zu drahtig. (Je nach Musikrichtung)
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Antwort#12
Hatte ich erst einmal. Erst von oben reingeleuchtet, war aber zu hell. Dann haben wir es von der Wand gerückt, 90 Grad gedreht und von hinten aufgenommen. Das schirmt den Abspieler und sein Notenblättern ab, wenn man nah mikrofoniert und gibt genug Holzklang. Aber so richtig 100%ig zufrieden war ich nicht- etwas Besseres habe ich aber nicht gefunden.
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Antwort#13
Heil am Sack, was habe ich da wieder für eine Diskussion ausgelöst... ;-)
Nein im Ernst, natürlich hätte ich genauer spezifizieren können, daß es sich bei dem "Klavier" um einen "Flügel" handelt. Ich sah auch weniger Probleme bei der Abnahme des Flügels als bei der Abnahme der Chöre, daher habe ich dieses Thema hier gepostet.
Wie dem auch sei, ich finde die "lockere Schar" hier wirklich nett und kann tatsächlich nur bestätigen: hier kann man was lernen.
Sollte also noch jemand Tips für mein ursprüngliches Posting haben, dann sind diese bei mir immer willkommen :-D
Vielen Dank,
Pierre
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Antwort#14
Ich wollte eigentlich nicht weiter auf Off-Topic-Belange eingehen, aber ...
mir ist halt nur beim Stöbern im Forum aufgefallen (ja, es gibt Leute, die auch die alten Beiträge lesen), daß es neben den wirklich um Hilfestellung und Diskussion bemühten Postern auch eine nicht unerhebliche Zahl von "Profis" gibt, die sich nichts sagen lassen und nur ihre Meinung gelten lassen. Solche Leute gibt es immer, aber ich lasse mir halt ungern in diesem Ton an den Karren fahren. Wenn Du den Thread weiterverfolgst, wirst Du einen Faden erkennen, in dem es tatsächlich um einen richtigen Holzklotz geht. So falsch kann meine Antwort also gar nicht gewesen sein.
Bedenke immer eines: Auch, wenn eine Antwort noch so unprofessionell erscheint, es gibt immer irgendwem, dem genau DAS weiterhilft. Und wenn sie das nicht tut, dann setzt vielleicht irgendjemand mal 'ne Grenzfläche als Stütze ein ein, wer weiß das schon?
Wenn man einen Kommentar, der einem nicht passt, argumentativ widerlegt, ist das ok. Aber einfach nur pöbeln, aus dem Alter sollten wir doch alle raus sein, oder?
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