Hallo an alle, hat jemand eine Abbildung oder besser ein Foto eines klassischen Hallraumes, ein Bekannter von mir (Buchautor) wäre dafür sehr dankbar und auch bereit, etwas zu bezahlen. Vielen Dank Martin
... ich habe nur einen reflexarmen Meßraum (Halbraum) anzubieten. Einen Hallraum für Audio- Meßzwecke hat meines Wissens nach Musikelektronik Geithain zu bieten. Auch die PTB sollte einen Hallraum besitzen. Aber ob es ein Foto davon gibt weiß ich nicht. Vielleicht kann auch eine Akustikbaufirma weiterhelfen, die solche Räume baut (in der Industrie gibt es viele Hallräume, in der Audio- Branche eher weniger).
Hallo Swen, ert mal danke für Deine Antwort. Allerdings denke ich, dass wir uns mißverstehen. Mit Hallraum meinte ich einen Raum (in der Regel gefliest) in dem vor der Zeit der künstlichen Nachhallgeräte (elektronischer und elektromechanischer Bauart) Nachhall erzeugt wurde. In den 60ern und 70ern verfügten die meisten namhaften Studios über einen solchen Raum, im dem sich ein Lautsprecher und eine Anordnung von Mikrofonen sowie verstellbare akustische Bauelemente befanden. Gruß Martin
... ja, klares Mißverständnis. "Mein" Hallraum dient für akustische Meßzwecke, der andere dient(e) in der Tat zur Hallerzeugung im Film oder Musikbereich. Dort hat man oft auch einfach ungenutzte Räume mit kahlen, glatten Wänden benutzt, oder in manchen Fällen auch ein Treppenhaus, wenn entsprechend wenig Fremdgeräusche vorhanden waren. Sogar das geflieste Badezimmer mußte wohl bei manchen "Produktionen" in der Vergangenheit herhalten. Vielfach hatten die Räume variable Akustik, Vorhänge oder Stellwände konnten eingebracht werden, um die Nachhallzeit und -charakteristik zu beeinflussen. Auch hat man da wohl viel über den Abstand des Steuerlautsprechers und dem / der Mikrofon(e) variiert. Mit dem Einzug der digitalen Hallerzeuger in den 80ern haben die Hallräume ihre Bedeutung mehr und mehr verloren, da i.d. Regel "unwirtschaftlich". Soweit ich mal gelesen hatte benutzten ABBA in den PolarStudios anfangs einen Hallraum recht rege und gerne. In späteren Produktionen habe ich nichts mehr über Einsatz eines "echten" Hallraumes erfahren können. Aber leider habe ich bisher auch noch kein Aussagekräftiges Foto solch eines Hallraumes gesehen.
Hallo Martin, nimm doch mal Kontakt mit dem Studio unten im Link auf. Bis 1972 wurden dort zwei richtige Akustik-Hallräume verwendet, einer für den linken und einer für den rechten Stereokanal. Die Wände sind alle schiefwinklig und an der Oberfläche glatt gespachtelt und mit Ölfarbe gestrichen und der Fußboden besteht aus Glasplatten. Daneben gab es zu dieser Zeit schon die Mono-EMT-Hallplatte 140. So ein Hallraum ist besser als nichts. Aber er ist recht unflexibel, weil im Klang nicht änderbar. Wichtig war es damals, eine Bandmaschine in den Echosend zu packen, um ein Predelay für den Hallraum zu erzeugen. Es gab nur die beiden Predelayzeiten 110 ms bei 38 cm/s Bandgeschwindigkeit und 220 ms bei 19 cm/s Bandgeschwindigkeit. Viele Grüße ebs Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik http://www.sengpielaudio.com
Das erinnert mich an die Zeit, als ich noch mit Badezimmerhall experimentierte :-) Sind denn 220ms PreDelay überhaupt irgendwo einsetzbar: Das ist doch schon extrem, oder? 120 sind oft zuviel (?)
Da man zur der Zeit (1970) nichts anderes hatte, musste man schon ein Tonbandgerät als Predelay nehmen. Das Predelay wirkte Wunder. Damit hatte man einen deutlichen Vordergrund als Direktsignal und einen späten Hall, der das Direktsignal nie matschig machte. Man durfte nur nicht vergessen, wenn das Tonband für das Delay abgelaufen war, den "Kuchen" umzudrehen und wieder Aufnahme zu drücken. Es gab daher immer eine "Hallunterbrechung". Ein 76 cm/s Tonband lief noch viel schneller ab, wurde daher nie verwendet. Selbst klassische Klavieaufnahmen habe ich problemlos mit 110 ms Predelay und zwei EMT-Mono-Hallplatten gemacht. Seither habe ich keine Angst vor einem "Echo", die in viele Lehrbüchern wundersam geschürt wird mit dem Wert von 35 ms, ohne einen Pegel der Reflexionen anzugeben. Siehe mein Blatt im Link "Keine Angst vor der Echo-Wahrnehmungsschwelle". Viele Grüße ebs Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik http://www.sengpielaudio.com
Was doch da immer wieder für Blätter auftauchen :-) Hm, ich hatte noch nie Angst vor Echos, was mich ein wenig stört, sind knattrige Doppelbaesse: Schon bei kurzen PreDelays werden Bässe maschtig, daher nehme ich nicht selten notgedrucken Bassfrequenzen weg. Auch der obere Frequenzanteil einer harten bass drum knallt unnatürlich heftig zurück und begrenzt (da nicht wegnehmbar) die zumischbare Lautstärke. Da sind recht schnell die Grenzen der Hallsimulation erreicht, wenn es um kurze Sigale geht. Ich lasse kaum eine Gelegenheit aus, mich in den realen Nachhall von Instrumenten in Kirchen (ja, auch Basstrommeln gibt es da ab und an :-) ) hineinzuhören- das klingt oft komplett anders, als der Lexi, Waves oder TC.
Hallo juergen, du kannst dir vorstellen, dass Studenten auf meine Frage, warum sie denn nur 10 ms Predelay einstellen, mir erzählen, dass sie etwas von der Gefahr eines Echos gelesen hätten, wenn man die Verzögerung über 35 ms groß macht. Das ist so ein falsch verstandenens Halbwissen. Natürlich hat Helmut Haas (der mit dem Effekt) Sprache im linken Lautsprecher gehabt und bei 35 ms Verzögerung im rechten Lautsprecher, dort ein Echo gehört, wenn das verzögerte Einzel-Signal (!) den gleichen Pegel hatte, wie das Direktsignal. Wann hat man bei Benutzung eines Lexicon-Halls links ein trockenes Sprachsignal und rechts "eine" Reflexion mit 35 ms Verzögerung und gleichen Pegel. Das hat man eben nie. Also was sollen diese Fehlinterpretationen. So kommen dann meine "explodierenden" Blätter zustande. Bei Streichern gebe ich auf die Celli und Konta-Bässe im homogenen Satz nie künstlichen Hall. Eben weil es matscht. Sicher nehme ich so viel wie möglich schon Original-Raumschall mit in die Aufnahme, dann müssen die Hallgeräte nur noch leicht "verschönen". Schrecklich ist es doch, alles trocken aufzunehmen und auf die Rettung eines digitalen Halls alleine zu hoffen. Dieses sage ich nicht dir, sondern allgemein in diese Runde. Natürlich kommt es wie immer auf die Art der Aufnahme an. Viele Grüße ebs Forum für Mikrofnaufnahme und Tonstudiotechnik http://www.sengpielaudio.com
Hallo Martin schau mal auf der unten angegebenen Homepage unter Studio Tour/Live Chamber nach. Sind zwar nicht sonderlich aussagekräftig, aber besser als nix. Vielleicht kann er ja auch bessere posten. Gruß Marco
"Schrecklich ist es doch, alles trocken aufzunehmen" Klar. Allerding: Manchmal bleibt einem gar nicht anderes übrig. Am Wochenende hatte ich eine Aufzeichnung eines live-Gesangskonzertes. Der Raum war mit 200 Leuten voll besetzt und an der Decke komplett mit Holzverschalung ausgekleidet. Diese war geschlizt, wie man es von Schiess-Ständen her kennt. Da kam nichts zurück. Nachhallzeit 0 Sek. :-) Die Mikros musste ich weit aussen und sehr weit oben plazieren - der Sicht wegen. Über den Sängern war kein Platz (zurückgesetze Bühne) und zu den Zuschauern war nur 1m Distanz. Heraus kam ein 3m AB-System in 2,50m Höhe(???) Ergo habe ich einen sehr klein klingenden Raum, und einen 2-geteilten Chor. Die Sänger in der Mitte schweben bei geringen Bewegungen fast über die gesamte Lautsprecherbasis. Wenigstens waren die Zuschauer in unmittelbarer Nähe der Mikros schön leise. Mal sehen, was sich draus zaubern lässt.