Deutsch: aufnehmen - abnehmen

Erstellt 25 Antworten26 Beiträge
Antwort#21
Tag Jens Uwe...
Irgendwie kann ich mich bei deinem Beitrag des Eindrucks nicht entziehen, dass deine Worte trotz aller Beteuerungen dann doch irgendwie abwertend gemeint sind.
Wie dem auch sei, mit meinem Amateurstatus kann ich gut leben. Allerdings habe ich auch oft genug mit Profis und alten Hasen zusammengearbeitet, die entweder selbst von "Abnahme" sprechen oder zumindest in der Benutzung dieses Wortes durch andere keinen Weltuntergang sehen.
Zunächst mal zu der Google-Sache: Erstens stellst du selbst fest, dass mit dem zusammengesetzten(!) Wort "Mikrofonab(oder auf-)nahme" offensichtlich zwei völlig verschiedene Dinge gemeint sind. Zweitens empfehle ich für einen halbwegs fairen Vergleich, noch ein paar weitere Suchbegriffe zu probieren.
Ich habe auf Anhieb nur zwei Paare probiert:
Schlagzeugabnahme: 474
Schlagzeugaufnahme: 46
Ampabnahme: 20
Ampaufnahme: 0
Soviel zur "kleinen Sippe" der "Bastler" - die übrigens in guter Gesellschaft zu sein scheinen: Die "Schlagzeugabnahme" wird bei etlichen Tonstudios gefunden, Beyerdynamic bietet Mikros dafür an, ein gewisser Herr Uli Eisner spricht in Büchern davon...
Ganz nebenbei: Es behauptet doch niemand, die "Abnahme" wäre richtig und die "Aufnahme" falsch. Ebensowenig hat hier jemand davon gesprochen, Mikrofone würde Schall abnehmen. Es geht doch nur um ein Synonym: "Das Schlagzeug abnehmen" = "Den Schall des Schlagzeugs (mit Mikrofonen) aufnehmen".
Dass man im übrigen beim "abnehmen" mit dem Mikrofon ganz nah herangeht, mag daherrühren, dass der Begriff der "Abnahme" eher im Live-Beschallungs-Bereich anzutreffen ist - und dort hat man wegen Feedbackgefahr und/oder Übersprechen schlicht meist keine andere Wahl. Andererseits braucht man bei einer (live-)Rockband wohl auch kaum einen "großen" Klang, wenn da ein (monauraler) Gitarrenverstärker verstärkt werden soll.
Zum Schluss noch eine kleine Anmerkung zu den Schallwandlern und der Energie: Ein Mikrofon, welches Schalldruckschwankungen oder lokale Gradienten detektiert, setzt bei der Wandlung _natürlich_ auch Energie um. Ich sprach ja von einem verschwindend kleinen Teil. Woher sonst soll z.B. bei einem dynamischen Mikrofon die elektrische Wechselspannung kommen, wenn nicht aus der Energie der Schallwelle? In sofern nehmen sie dem Schallfeld durchaus Energie "ab" (auch wenn ich an dieser Stelle "weg" bevorzugen würde).
Jede andere Darstellung kann ich nämlich mit _meinem_ Berufsethos nicht vereinbaren.
Wenn schon Haare spalten, dann bitte richtig.
Jens
ZitierenPost melden
Antwort#22
frag ihn nach "panzerband" :-)
(für ungediente, das ist gaffa in nato oliv.)
grüße von
jeff
(kriegsdienstverweigerer, staatlich geprüft)
ZitierenPost melden
Antwort#23
hallo jens-uwe
ich zitiere dich mal:
"Auch ist dieses zentimeternahe Reinkriechen mit den Mikrofonen in die Instrumente bei den Studienstätten recht verpönt, weil dieses nachgewiesenerweise immer sehr falsch und schlecht klingt. (Das ist doch nur Notbehelf.) Amateure, die gerne den Ton falsch abnehmen, machen das aber sehr gerne. Wissen sie, was sie tun? Das ergibt so niemals den großen Klang, den ein akustischen Instruments hat."

das kommt ganz stark darauf an was ich als ergebniss haben möchte. ein richtig aufgenommener flügel wäre in einer vollen pop produktion fehl am platze.
das ist so groß und breit und raumgreifend das unter umständen kein platz dafür da ist. das selbe gilt für chöre.
da ist also umdenken gefragt.
der umgang mit "falschen" mitteln fördert zuweilen erstaunliches zu tage. so entstanden durch den falschen umgang mit gitarrenverstärkern ganze musikrichtungen. (ok, das ist keine musik, das ist krach)
die nahmikrofonierung bei schlagzeugen im rock bereich ist von nöten. sonst klingt das nicht nach rock.
und was hat ein SPX 90II mit einem autentischen nachhall zu tun ... garnix, das ist ein effekt.
also bitte nicht, durch das festhalten an dogmen, die eigene kreativität beschneiden.
natürlich ist das alles falsch. aber eben mit absicht. ich würde nicht sagen das ich im klassischen bereich eine spitzenkasseproduktion von einer gehobenen unterscheiden könnte. dort gelten andere gesetzmässigkeiten als in anderen musikrichtungen.
aber einfach zu sagen: "das kann nur mist sein weil das ist falsch mikrofoniert" zeugt nicht gerade davon das die bereitschaft da ist auch mal über den tellerand hinauszuschauen.

grüße
ZitierenPost melden
Antwort#24
Hallöchen Jeff,
"Auch ist dieses zentimeternahe Reinkriechen mit den Mikrofonen in die Instrumente recht verpönt, weil dieses nachgewiesenerweise immer sehr falsch und schlecht klingt, denn das ist doch nur ein Notbehelf."
Das ist doch ganz klar, dass es immer darauf ankommt, welches Ergebniss man haben möchte. So ist das doch immer im Leben.
Nur wenn man alles "mausetot", klein und eng aufnimmt und noch töter macht, dann braucht man eben die vielen Wunderheilmittel in Form von Plug-Ins oder Finalizer, als "Wiederbelebungsgeräte" , um dieses fast voll Mono geknüppelte Produkt vielleicht wieder etwas anhörenswerter zu machen. Der Umsatz dieser Muntermacher-Geräte ist bemerkenswert und es werden immer mehr. Ist doch schön, dass wenigstens da die Wirtschaft blüht.
Sicher ist der metallische harte Wunschklang eines Jazzpianos himmelweit vom Klang einer luftigen Beethovensonate entfernt.
Richtig ist immer was gefällt.
Ich finde es gut, dass wir hier in Detmold auf die Mikrofonierungsfehler der zu nahen chaotischen Aufnahme (ich möchte schon fast sagen Abnahme) aufmerksam gemacht werden. Das wollte ich zuerst auch nicht einsehen.
Wenn jemand seinen Fehler zur Kunst erhebt, dann kann man nichts dagegen tun. Zerreden kann man alles. Auch Müll gehört zur Kunst, wie wir spätestens seit der Fettecke von Beus wissen. Nur eine eigene Meinung kann man ja haben.
Markus
ZitierenPost melden
Antwort#25
hallo markus,
(bist du jens-uwe?)
na klar soll jeder seine eigene meinung haben, das ist sogar verlangt!
trotzdem sollte man immer für andere meinungen offen sein und in erwägung ziehen, bei guter argumentation, seine eigene zu hinterfragen.
aber ich denke das versteht sich von selbst. da werden wir nicht weit auseinander sein.
ich glaube im klassischen wie auch im jazz bereich wird man die allzuwilden plug in gewitter nicht wirklich antreffen. im pop/rock/chart bereich natürlich schon. da gehts nun aber schlicht um lautheit. das hat leider einige unschöne konsequenzen. unteranderem das die wellenformen ungefär so aussehen wie das was ich vor 20 jahren mit lego veranstaltet habe.
allesinallem ist das immer eine frage des was will ich erreichen? kann ich das unter den bedingungen die ich antreffe? und wenn nicht, wie trickse ich das so hin das ich möglichst nah ran komme.
grüße
ZitierenPost melden
Antwort#26
Hi Jeff,
einzig und allein geht es doch um den Effekt.
Das ist wie in der Werbung.
Noch weißer - noch lauter und noch bissiger, um die Konkurrenz wegzubeißen.
Leider ist jeder Effekt schnell abgenutzt, wie man zur Zeit an den Bearbeitungen der Jodel- und Echo-Effekte der Gesangsstimmen hören kann.
Ich habe Jens-Uwe zitiert, um darauf einzugehen, weil ich seinen Satz gut verstehe. Er könnte auch Student an einem Musikinstitut sein.
Jeder trickst so gut er kann, um deinen Schluss-Satz aufzunehmen.
ZitierenPost melden

Deine Antwort

Du kannst ohne Anmeldung schreiben.