Klar im visuellen Bereich ist es relativ einfach, man kann mit dem Finger draufzeigen und sagen "das da". Oder man kann es beschreiben "der blaue Kreis links oben" (sind natürlich nur Beispiele) Im akustischen Bereich ist das schon schwieriger. Man kann eben nicht mit dem Finger drauf zeigen, und Versuche es zu beschreiben gehen, zumindest bei "ungeübten" Hörern, oft nach hinten los. Wie kann man Leute für das Hören sensibilisieren? Habt ihr da Erfahrungen?
Je nach Fall geht es mit einem A/B Vergleich, wenn man die Leute genau darauf hinweist, worauf sie achten sollen. Aber auch dann hab ich schon erlebt, daß jemand mit den Schultern zuckt. Im Endeffekt hilft wohl nur "Üben", sprich einfach viel und bewußt hören und selbst an was schrauben / mikrophonieren / übersteuern etc., damit man verschiedenen akustischen Phänomenen begegnet und auch entsprechende Kausalzusammenhänge herstellen kann. Janko (der auch noch lange nicht alles "hört")
Zuerst muss man lernen, seine Ohren - hmm - zu "resetten". Subjektive Hörgewohnheiten abstellen. Bei der Hifi-Anlage ohne Loudness oder Bass- oder Höhenanhebung hören. Dann lässt sich das Ohr mit einiger Übung sensibilisieren. Das dauert aber. Und Pausen sind unheimlich wichtig. In diesem Sinne :-)
Es gibt diese "Goldenears"-CD. Die basiert prinzipiell auf dem A/B - Vergleich. Ob man das Ding jetzt für viel Geld kauft, oder sich ähnliches selber zusammenschraubt, sei dem persönlichen Geschmack und Geldbeutel überlassen. Funktioniert so: Beispiele für Klangbeeinflussung geben: Z.B. verschiedene Bänder werden im gleichen Musikstück um 6 dB angehoben und wieder abgesenkt. Geht auch mit Verzögerungen, Raumgrössen, Lautstärkeunterschieden, Kompressionsratios etc.) Das lässt man hören. (Oder hört es selbst:-) ) Danach werden zufällig verschiedene Musikpassagen vorgespielt, die eins (oder später mehrere) der als Beispiel gegebenen Veränderungen enthalten. Mitschreiben, kontrollieren, wiederholen.
hab es bei vielen leuten beobachtet und denke, das es zu 70% mit talent zu tun hat bzw. angeboren ist, und leider mit lernen nur noch bis 30% machbar sind. iss so meine meinung, nur ums pure hinhören gehts bei uns ja eh nie. ein ohr dass 440 und 444 herz nicht unterscheiden kann... tja da wirds die person schon schwer haben dass zu lernen. Viele Grüsse dB
Ich gehe mal davon aus, daß Du das Hören "im technischen Sinne" meinst. Denn: Gehörbildung im musikalischen Sinn bekommt jeder Musiker bei seiner Musikausbildung, erst recht aber wenn er Musik studiert. D.h.: Er muß die Fähigkeit erlangen, nicht nur "Verspieler" zu reklamieren, sondern Akkorde sicher zu erkennen und ihre Einzeltöne sicher zu erfassen, Passagen präzise auf Tempo, Rhytmik etc. zu analysieren, Artikulation zu berurteilen, oder heraushören von bestimmten Teilen und vieles mehr. Beim "technischen Hören" (und das kann auch ein studierter Musiker keineswegs unbedingt) geht es darum, übertragungstechnische Fehler zu erkennen, wie z.B. Verzerrungen, Frequenzgangveränderungen zu erkennen, Balancefehler im Stereobild, akustische "Brüche" wie z.B. Pegelsprünge, Sprünge im durchschnittlichen Korrelationsgrad u.a. Dies läßt sich durch Training mit entsprechenden Test-Tonträgern erlernen. Schwieriger wird es wenn es um die Beurteilung von Aufnahmequalitäten oder aufnahmetechnischen Einzelheiten geht. Hier heißt es nur: üben üben und nochmals üben. Es ist gut, wenn man sich gut gelungene Aufnahmen von renommierten Labels anhört und die Klangbilder mit seinen eigenen Aufnahmen vergleicht. Macht aber bitte nicht den Fehler und zieht da ausschließlich Musiker zur Beurteilung heran! Es kommt dabei oftmal völlig abstruses Zeug heraus, denn gewöhnlich meinen die Musiker immer, daß IHR Instrument/Stimme zu leise aufgenommen ist. Eine Erfahrung, die ich über mehrere Jahre gemacht habe. Vor allem ist es wichtig - wie schon an anderer Stelle gesagt wurde - muß man sich erst einmal die alten Hörgewohnheiten abgewöhnen und seine Ohren auf "linear" trainieren. Badewannenfrequenzgänge wie sie in manchen Hifi-Anlagen eingestellt sind, verderben die Hörgewohnheiten. Meine Erfahrung zeigt allerdings, daß es selbst Berufsmusikern oftmals verdammt schwer fällt, sich solche Gewohnheiten abzugewöhnen.
Hallo - vielleicht ist die Frage ja auf sowas wie "Klangästhetik" gemünzt. Da wird es sich wohl ähnlich wie mit der Bildenden Kunst verhalten - wer viele Bilder anschaut, Ausstellungen besucht, gar noch selber malt, evtl. Unterricht nimmt, un immer wieder auch alte Meister anschaut, kriegt allmählich nen visuellen Geschmack (muß deshalb aber nicht selbst Künstler sein). Also bei Musik: gute Platten hören! Ansonsten beim technischen Hören: - extrem EQ-Einstellungen vorführen - mehrere (auch verkosrkste) Mischungen desselben Stücks vorführen (mit der Hoffnung, das nicht grad die verkorkste gefällt!) Michael Koeppen