Decca Tree mit Koinzidenzmikro in der Mitte

Erstellt 10 Antworten11 Beiträge
Startbeitrag#1
Moin,
Ron Streicher beschreibt in seinem "New Stereo Soundbook" ein Decca Tree mit einem Koinzidenzmikro (XY oder M/S) als mittleres Mikro.
... When configurerd in this manner, the center pickup provides the "articulation" of the stereo image, and the outer microphones generate the "spaciouness" ....
Hat schon mal jemand von euch damit gearbeitet? Mit welchem Ergebnis?
Eigentlich wären das ja 2 "Hauptmikrofone". Einmal eine Koinzidenzaufstellung und einmal ein Gross A/B etwas weiter zurück. Ich blicke noch nicht die Vorteile gegenüber einem normalen Decca Tree.
Viele Grüsse
GerhardS
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Antwort#2
Hallo GerhardS,
Ron Streicher, unser AES-Präsident, beschreibt in seinem Buch "The New Stereo Sound Book" den Decca-Tree mit den drei Neumann-M50-Mikrofonen in Kugelcharakteristik und dem weit nach vorne gezogenen Center.
Darunter ist eine neue Abbildung, die ein anderes Thema zu Inhalt hat und nicht im Geringsten etwas mit der Abbildung des Decca-Trees zu tun hat.
Vergiss jetzt das Wort Decca-Tree und schaue dir das neue System an.
Drei Mikrofone stehen in einer Ebene. In der Mitte steht ein Koinzidenz-Stereomikrofon oder wie dort steht: auch ein Äquivalenzmikrofonsystem ist möglich. Die beiden äußeren Mikrofone werden verwendet, um den überalles Sound zu verbreitern und die Orchesterflanken abzudecken.
Das sind nicht zwei Hauptmikrofone und auch kein Decca-Tree. Das ist ein Hauptmikrofon in der Mitte und dazu kommen je nach Geschmack zwei Ausleger zum Abdecken der Außenflügel eines größeren Orchesters hinzu oder auch um die Räumlichleitseindruck zu erhöhen, wenn das Koinzidenzmikrofon im Center zu wenig davon hergibt.
Ich blicke noch nicht die Vorteile gegenüber einem normalen Decca-Tree.
Dieses ist nun wirklich kein Decca-Tree und ob dieses völlig andere System dagegen Vorteile hat, das muss man - wie immer - selbst entscheiden.
Diese Mikrofonanordnungen habe ich alle ausprobiert und habe dabei gelernt.
Wenn ich wirklich ein Decca-Tree haben will, dann will ich kein Koinzidenzmikrofon im Center haben.
Machen kann man im Prinzip alles, es muss nur das Gewünschte dabei herauskommen.
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Antwort#3
Hallo GerhardS,
die Erfindung von Ron Streicher mit dem Koinzidenzmikrofon in der Mitte vor der Klangkörper und den zwei Auslegern links und rechts davon hat es mindestens schon 40 Jahre früher gegeben.
Da ein Koinzidenzmikrofon "kreisförmig" aufnimmt und die nahe Mitte des Klangkörpers quasi Mono überbetont, ist es logisch, für L und R noch Stützen zum Auseinanderziehen des Klanges zu positionieren.
Siehe im Link "Hauptmikrofon bei Choraufstellungen"
http://www.sengpielaudio.com/Choraufstellungen01.pdf
http://www.sengpielaudio.com/Choraufstellungen02.pdf
An so etwas wie einen Decca-Tree hat man hierbei niemals gedacht.
Viele Grüße
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com



Hauptmikrofon bei Choraufstellungen
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Antwort#4
Klingt sehr nach koinzidentem Hauptmikrofon mit Flankenstützen...
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Antwort#5
Eine derartie Aufstellung wie Du sie beschreibst und wie Ebs sie in seinen Scripten darstellt habe ich bei meinen Aufnahmen auch schon in ähnlicher Weise praktiziert: Ein großer Chor, davor ein Orchester und Gesangssolisten (also Oratorienähnliche Besetzung).
Den Chor mit links und rechts mit je 2 KM 84 mikrofoniert und hinten - ganz außen nochmals links und rechts ein KM 84. In der Mitte vor dem Chor ein in XY betriebenes SM 69fet.
Ein Decca-Tree bei dem das Mittenmikrofon ein Koninzidentes Doppelmikrofon ist, darin sehe ich keinen Sinn.

Grüße
Rainer
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Antwort#6
Hallo Didi,
ich kann aus deinem Beitrag keinen Bezug zum Buch herstellen. Meine Aussage bezog sich auf die Seite 9-12 unten und hier dem Kapitel "The Decca Tree" Mein Zitat stammt von der Seite 9-13, letzter Absatz auf der Seite unten. Darunter kann ich keine Abbildung finden (Seite zu Ende).
Vielleicht habe wir andere Versionen des gleichen Buchtitels? Ich habe die Second Edition ISBN 0-9665162-0-6. Die First Edition erschien bei TAB Books und hat die ISBN 0-8306-3904-7 bzw. 9
mfg
GerhardS
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Antwort#7
Hallo GerhardS,
ich habe von Ron Streicher die erste Edition von TAB Books mit der ISBN 0-8306-3904-7.
Die zweite Edition habe ich einmal durchgeblättert. Sie erschien mir großzügiger und luftiger verteilt, aber inhaltlich nicht viel anders.
Bei mir folgt auf die Abbildung 9-14 (The Decca Tree is comprised of three omnidirectional microphones)
die Abbildung 9-15 (A stereo array showing a pair of omnidirectional microphones flanking a center coincident stereo pickup).
Dieses stellt bei mir deutlich zwei voneinander unabhängige Mikrofonanordnungen dar.
Das kann auch bei dir vielleicht anders angeordnet inhaltlich auch nicht anders sein.
Ein Decca-Tree ist deutlich etwas anderes als ein flankiertes Koinzidenz-Stereomikrofon.
Besonders bei Surround-Sound-Aufnahmen ist ein Decca-Tree nicht mehr wegzudenken,
wobei man gleichzeitig gute Stereomischungen hinbekommt.
Didi
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Antwort#8
Hallo Didi,
Die Abbildung 9-15 gehört zu dem Kapitel "Flanking Microphones". Hier wird das Stützen einen koinzidenten Stereomikro's mit zwei zusätzlichen Kugeln beschrieben.
Daher sehe ich auch keinen Bezug zu dem Decca Tree .
Sorry für die Verwirrung
GerhardS
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Antwort#9
Hi,
nur zur Deutlichkeit. Bei Surround-Aufnahme werden bevorzugt (soweit man davon reden kann, denn wirklich viel Erfahrung haben die wenigsten) Decca-Tree "ähnliche" Systeme verwendet.
Die für Sterei üblichen Abstände L-C-R eines Trees sind für die Wiedergabe in einer 3/2-Umgebung sehr oft zu klein.
mfg,
Dirk
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Antwort#10
Hallo DirkF,
dein Hinweis, nicht zu enge Mikrofonabstände zu wählen, ist ganz richtig.
Was sieht man nicht da für "lustige" 30 cm-Abstände, das ist zum Lachen.
Da das Decca-Dreieck nicht, wie das ORTF-System, feste Abmessungen hat,
sollte man sich mit den Abständen in Richtung der Polyhymnia-Aufstellung orientieren.
Ich habe viel und gute Erfahrung damit gemacht.
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Antwort#11
Hi Didi,
richtig. Ich habe viel mit Polyhymnia zusammengearbeitet und kann versichern, dass was durch Kollegen sehr oft als Tree angedeutet wird rein gar nichts damit zu tun hat. Die meisten "guten" Surroundaufnahmen bedienen sich an Hauptmikrofonaufstellungen mit grösseren Abständen. Ist ja auch logisch, wenn man sich der Wiedergabeseite einmal genauer widmet. Bloss aus einem unerklärlichen Grund macht das keiner.
Man sollte nicht vergessen, dass man - sowohl in Mono, als auch in Stereo und Surround - immer zu einer Arbeitsweise gezwungen wird, die durch die Wiedergabeseite bestimmt wird.
Gr.
Dirk
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