Overhead / drum mikrofonierung

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Startbeitrag#1
hallo leute, ich habe ein problem das darin besteht, das ich bei meinen aufnahmen die offenheit und brillianz von zur referenz herangezogenen produktionen wie z.B. Monstermagnet - dopes to infinity oder vergleichlichem vermisse, das heisst, mein overhead signal klingt fade und manchmal sogar zu spitz, in den tieferen regionen so um 4 bis 2 khz wirds dann schon zu schepprig.
da ich gerade die möglichkeit habe daran was zu ändern, möchte ich hier mal einige meinungen dazu einholen unter berücksichtigung der folgenden sachen:
mein setup besteht auf die drum mikrofonierung bezogen aus einem sennheiser evolution set, die overheads werden von 2 kotec km910 (oder 920, kann die schrift nich mehr erkennen) gehört. dies sind electret kondenser. ein ambience-mic kann ich leider wegen meines kleinen aufnahmeraums nicht einsetzen.
das signal der kotecs geht dann direkt in die soundcraft ghost konsole und wird mit einem rme-wandler auf 24bit tiefe gewandelt.
ich hätte jetzt die möglicheit mir entweder neue mics zuzulegen oder einen guten stereo preamp.
oder ist vieleicht der raum oder die mikroposition am ehesten schuld an sowas ?
was nehmt ihr für den "amtlichen" Drum-Overhead sound für miks/vorstufen?
kann ich die overheads beim mix einzeln komprimieren, oder macht es nur im set sinn....

vielen dank und schönen gruß
Michel
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Antwort#2
Wie sieht es mit den verwendeten Becken aus?
Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn die Becken "geprügelt" werden, hat man keine Chance einen brillanten Sound hinzukriegen...
Grüße,
Hermann
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Antwort#3
Eine Tonaufnahme eines akustischen Instruments hat sicher etwas mit Akustik zu tun.
Hier gibst du vermutlich dein Problem an:
"ein ambience-mic kann ich leider wegen meines kleinen aufnahmeraums..."
Da helfen auch keine neuen Mikrofone.
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Antwort#4
Hallo,
einen Drumsound ala "Monster Magnet" wirst Du niemals ohne Raummikros
in einem kleinen Raum hinbekommen. Vermutlich auch unter anderen Vorrausetzungen
nicht. Da hilft nur lange Zeit ausprobieren, investieren, neu anfangen.
Als erstes wären zwei preiswerte Kugelmikros (z.B. AT 3032) für den Raum schon keine schlechte Idee.
Ein super Drumset und ein guter Drummer sind sowieso erste Priorität.
Mit viel Gefummel kriegst Du aber auch jetzt schon einen guten Sound hin -
den darfst Du nur nicht mit "Top-Produktionen" vergleichen.
""ich hätte jetzt die möglicheit mir entweder neue mics zuzulegen oder einen guten stereo preamp.""
Das Ghost hat gute Preamps. Bessere machen für Drums keinen echten Unterschied.
Wenn, dann lohnen sich als OH gute Kondensatormikros in der Preisklasse ab 100EUR/Stck. Vorzugsweise Kleinmembraner - z.b. AT Pro37R.
""oder ist vieleicht der raum oder die mikroposition am ehesten schuld an sowas ?""
Ja, natürlich: Der Raum und das Set/die Cymbals selbst.
""was nehmt ihr für den "amtlichen" Drum-Overhead sound für miks/vorstufen?""
"Amtliche" Mikros
wären gleich richtig Teuer - Sennheiser MKH, Schoeps, Neumann KMxxx, Microtech Gefell M300, AKG C480 um die Wichtigsten zu nennen. Vorstufen sollten auf den Klang kaum merkliche Auswirkungen haben - sonst sind sie entweder zweite Wahl
oder Effektgerät. Solche "Effektgeräte" würde ich aber bei OH/Ambience Mikros nicht einsetzen - eher beim Closemiking. Ghost ist also OK.
Meine aktuelle Konfiguration sieht z.B. so aus:
OH: 2*AKG C414 ULS in ORTF auf (Hyper-)Niere / ODER 2* C460+Niere in X/Y o. ORTF
AMBIENCE: 2*AKG C480+Kugel Klein-AB (Abstand 1m vorm Set)

""kann ich die overheads beim mix einzeln komprimieren, oder macht es nur im set sinn....""
Ein Stereokompressor wäre angebracht. Komprimieren lohnt sich aber eher bei den
Ambience-Mikros. Die ganze Drum-Summe (Subgruppe) zu Komprimieren wäre der nächste Weg.


Gruß,
Christopher
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Antwort#5
Hallo Christopher,
hast Du Erfahrungen mit Schlagzeugaufnahmen mit drei Mikros? Im ProSoundWeb-Forum wurde da lange drüber erzählt. Klingt interessant und ich überlege, das (zusätzlich) bei meiner nächsten Produktion einzusetzen.
Danke + Gruß
Claus
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Antwort#6
Hallo Claus,
mit drei Mikros meinst Du eine L/C/R Anordnung?
Diese Anordnung kenne ich eigendlich nur aus dem Live-Bereich,
wo bei sehr großen Sets (vornehmlich Metall) seltener ein drittes "Center" Mikro verwendet wird, damit keine "Lücke" entsteht.
Im Studio habe ich es meistens mit kleineren Sets zu tun, vielleicht
würden eher drei Hypernieren (die ich nicht habe) da Sinn machen. Mit meiner
aktuellen Anordnung bin ich sehr zufieden, ich glaube kaum das ein fünftes Mikro
(3X OH + 2X Raum) noch entscheidene Verbesserungen bringt. Da würde ich eher zu mehr Raummikros tendieren (weiter Entfernt, etc.).
Aber vielleicht macht das ja jemand anders hier? Würde mich auch interessieren...

Grüße,
Christopher
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Antwort#7
Hallo Christopher, ich meine keine Centerstütze, da sehe ich selbst auch keinen Sinn. Die Aufstellung sah wohl im Grunde folgendermaßen aus:
Ein Mikro frontal vor dem Set, center gepannt, zum Einfangen von Bassdrum und Toms. Ein zweites Mikro in etwa direkt über der Snare, hart links/rechts, ein weiteres über dem Standtom (bei einem Rechtshänderset) auf die Snare gerichtet in gleichem Abstand zu dieser wie das zweite Mikro, hart rechts/links gepannt.
Diese Aufnahmetechnik ist wohl - dem amerikanischen Forum zu entnehmen - nicht unverbreitet, allerdings habe ich hier davon noch nie gehört und es selbst noch nicht probiert.
Gruß
Claus
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Antwort#8
in einem post weiter unten hatte ich mal gelesen dass sowas wie du es beschreibst (akg 414) mit kanonen auf spatzen schiessen wäre. ich dachte mir aber auch, "warum denn nicht?". gut zu hören dass das auch jemand so macht...
grüsse
michel
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Antwort#9
...es ist mein standard set ein yamaha power special mit einem ufip classic becken set einem sabian aax ride und einer istanbul emperror hihat.
mit welcher charakteristik tue ich das set am besten aufnehmen? 2 nieren oder ist das mit hyperniere besser?

grüsse
michel
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Antwort#11
Hallo Michel,
kleiner Raum heißt ja meist auch niedrige Deckenhöhe. Eventuell kannst du hier Grenzflächen als Ambience und/oder als Overhead einsetzen.
Wenn du einen kleinen Raum hast, sind die Overheads meist recht dicht über den Becken, dann must du eher auf die Beckenmitte ausrichten, sonst ist das Phasing bei einem kräfig angeschlagenen Becken sehr störend.
Es gibt auch die Variante die Becken von unten, mit Ausrichtung auf die Kuppe, aufzunehmen, hier wird der Abstand meist relativ klein, ca. 20..40cm gewählt. Achtung hierbei ändert sich die Klangcharateristik deutlich, aber manchmal hilft es Wunder (Proximity-/Nahfeld-Effekt).
Ich arbeite live meist mit Hyperniere, im Demostudio mit Niere.
Für den "fetten" Sound habe ich noch zwei Kleinkapseldruckempfänger als Ambience.
Gruß
M. Hein
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Antwort#12
Wo bleiben denn dann (klanglich) die Crashs?
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Antwort#13
Wohl bei den zwei L/R-Mikros, wobei ich mir grad noch nicht so vorstellen kann, wie das mit dem Mikro über dem FT laufen soll. Ich werde das mal ausprobieren, interessiert mich doch einigermaßen.



Schlagzeugaufnahme mit drei Mikros
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Antwort#14
...wohl in den beiden L/R-Mikros. Ich werde das mal ausprobieren. Anbei Link.


Schlagzeugaufnahme mit drei Mikros
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Antwort#15
Hallo,
ich habe mir ja nicht ein Pärchen C414 nur für OH gekauft.
Sondern als "Allround-Großfächen" weil sie auch wenn hier schon mal anders
behauptet sehr neutral sind. Es soll Anwender geben, die nehmen nen Sack
voller C414 als Tom-Mikros... klingt sehr gut. Oder für Snare Bottom.
DAS wäre schon eher die Spatzenkanone. Jedenfalls sind diese Mikros sehr
populär für OH - und Millionen Fliegen können nicht irren... ;-) (Achtung: Satire!)

Gruß,
Christopher
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Antwort#16
Die Frage Niere/Hyperniere/Superniere lässt sich nicht pauschal beantworten.
Dazu müßte man die den Aufbau/Location genau kennen und auch Probehören.
Übrigens sind mir keine Supernieren-Kondenser bekannt.
BTW: Das Schlagzeug mit der Beckenbestückung scheint erstmal OK. Wichtig wären
aber dünne, kleine Crashbecken in einem (sehr) kleinem Raum.
Sonst wirds alles nichts. 18ner "Rock/Heavycrashes" taugen was in Stadien,
im Studio schlicht unbrauchbar.
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Antwort#17
hafi69 schreibt: Übrigens sind mir keine Supernieren-Kondensatormikrofone bekannt.
Mir fallen gleich zwei Supernieren ein:
1) Schoeps-Kapsel MK41
2) Neumann KM 150
Dazu sollte man die Unterschiede zwischen Supernieren und Hypernieren kennen.
Auslöschungswinkel: Hyperniere +/- 110° und Superniere +/- 125°.
Rückwärtsdämpfung: Hyperniere nur (!) - 6 dB und Superniere - 11,4 dB.
Siehe den Link.
Was allgemein nicht bekannt ist, ist dass die Neumann-Mikrofone KM 150 im Prospekt mit "Hypernieren" bezeichnet werden, aber in Wirklichkeit jedoch Supernieren (!) sind. Das ist deutlich am Polardiagramm zu erkennen. Der Auslöschungswinkel ist 125° und die Rückwärtsdämpfung ist - 11 dB.
Das ist typisch Superniere!
Wer etwas über Richtcharakteristiken im Vergleich wissen möchte, der gehe zu:
http://www.sengpielaudio.com/AlleMikrofonRichtcharakteristiken.pdf
Die Optimierung der Richtcharakteristik "Hyperniere" ist gegenüber einem Mikrofon mit Kugelcharakteristik, dass es das Mikrofon ist, das den geringsten Rundum-Raumschall aufnimmt.
Die Optimierung der Richtcharakteristik "Superniere" ist, dass beim Schalleinfall vor der Membran gegenüber dem Schalleinfall hinter der Membran bei dieser Richtcharakteristik von allen Mikrofonen der meiste Schall von vorne aufgenommen wird.
Viele Grüße
ebs
Forum für Mikrofonaufnahme und Tonstudiotechnik
http://www.sengpielaudio.com






Hier Unterschied zwischen Superniere und Hyperniere ansehen
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Antwort#18
HAllo hafi69,
die allgemeine unklare Vorstellung des Unterschieds zwischen Hyperniere und Superniere ist mir bekannt. Darum geht so eine Aufklärung nicht speziell an dich, sondern überwiegend wirkungsvoll in die Runde, wie ich auch an den Zugriffen auf meine Webseite erkennen kann. So etwa 50 Zugriffe werden es auch diesmal sein.
Ich möchte mal anregen, doch tiefer in die technischen Daten zu schauen und zu vergleichen, dann würde einem schon auffallen, dass Neumann seine Supernieren nicht korrekt beschriftet.
Viele Grüße
ebs
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Antwort#19
Hoffentlich ist hier klar geworden, warum die Hyperniere nicht so ideal in der Richtcharakteristik ist, für das sie in "Kennerkreisen" oft gehalten wird.
Die Rückwärtsdämpfung, also von hinten, ist nur schwach 6 dB.
Eine Superniere mit einer Rückwärtsdämfung von 12 dB kann manchmal für eine Schlagzeugaufnahme hilfreicher sein.
Interessant, hier zu erfahren, dass es auch vom Mikrofonhersteller so bezeichnete Hypernieren gibt, die eigentlich Supernieren sind.
Man muss sich schon das Richtdiagramm des Mikrofons ansehen.
Danke ebs, jetzt kenne ich endlich ganz klar den Unterschied zwischen Superniere und Hyperniere.
Siehe: http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/34966.htm
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Antwort#20
Vergangenen Sommer gab es im oesterr. Fernsehen einen Bericht ueber einen bekannteren oesterr. Audio-Produzenten in Hollywood. Dabei wurde eine Drumset-Aufnahme-Session kurz eingeblendet. Die Tontechniker verwendeten rundherum (Toms, Becken) AKG C4000.
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