Enhancer/ Exciter

Erstellt 45 Antworten46 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo, habe als interessierte Anfänger mal eine Frage:
Was genau macht eingentlic ein Enhancer/ Exciter, und wo ist der Unterschied zu einem EQ oder Compresoor??
Andreas
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Antwort#2
Frage: "Was genau macht eigentlich ein Enhancer/Exciter und wo ist der Unterschied zu einem EQ oder Compressor?"
1.Wie der Name schon sagt, soll ein Enhancer/Exiter hinten automatisch den Klang "verbessern", den man vorne weniger gut reinschickt.
2. Ein EQ ist ein Frequenzfilter, mit dem bestimmte gewünschte Frequenzteile der Musik verstärkt oder geschwächt (angehoben oder abgesenkt) werden können.
3. Ein Compressor macht eine volldynamische Musik mit lautem und leisen Pegel weniger dynamisch. Die lauten Teile werden komprimiert (leiser gemacht), das heißt, sie werden zusammengepresst.
Du erkennst, alle drei Effektgeräte sind recht unterschiedlich und werden je nach Notwendigkeit eingesetzt.
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Antwort#3
Ein Compressor ändert die Dynamik. Das ist ein völlig anderes Prinzip.
Obwohl man indirekt auch die Frequenzen beeinflussen kann weil deren
Entstehung oder maximum zeitlich unterscheidlich ist.
EQs verändern den Frequenzgang. Manche Frequenzen werden verstärkt, manche abgesenkt. Willst du mehr Höhen und diese mit dem EQ hineindrehen, so müssen diese Frequenzen auch vorhanden sein, wenn auch u.U. leiser.
Ein Exiter fügt dagegen neue Oberwellen hinzu. Hauptsächlich die geradezahligen, weil die harmonischer klingen. (also eher Oktaven)
Ein einfacher Weg so etwas zu simulieren ein ein Röhrenoverdrive. Bzw. eine Simulation.
Ich habe z.B. bei einem zu dumpfen Bass die Bässe abgesenkt, die höheren Frequenzen mit einen Overdrive verzerrt. Diese Signal dann noch bearbeitet, also tieferen Frequenzen raus, ganz nervige Kratzhöhen raus und zum Original dazugemischt: voila, und schon klang der Bass knackiger.
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Antwort#4
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Virus Rack-Synthesizer und dem TC Finalizer? Beide sind ja 19 Zoll groß, verändern die Töne die man reinschickt und kosten ein Vermögen. Welches Gerät von beiden ist besser ?
Sieh mal bei homerecording.de da gibt es massenweise Grundlagenartikel zu diesen Anfängerfragen.
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Antwort#5
was meint oberwellen genau?
obertöne-also genau logharithmisch im verhältnis zur grunndfrequenz stehende, oder formanten- also klangfärbenden spektralbereiche unabhängig vom "zugrundeliegenden ton" (bzw. der ausgewerteten frequenzen)
lg matthias
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Antwort#6
Obertöne sind nicht irgendwie logarithmisch im Verhältnis zum Grundton, sondern sind immer ganzzahlige Vielfache des Grundtons. Die doppelte Frequenz ist die Oktave, die 3-fache die Duodezime, die 4-fache die 2. Oktave, die 5-fache die Terz über der 2. Oktave u.s.w.
Steht in jedem Buch über musikalische Akustik.

Grüße
Rainer
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Antwort#7
...ausserdem iss der begriff oktaven hier eher missverständlich, da es natürlich keine musikalisch gemeinten oktaven (bei wohltemperierter stimmung) sind und dadurch flux disharmonieen bei akkorden auftreten. dies jedoch findet unser gehör nicht unbedingt heraus....:O)

gruuhs

dB
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Antwort#8
"...ausserdem ist der Begriff Oktaven hier eher missverständlich, da es natürlich keine musikalisch gemeinten Oktaven (bei Wohltemperierter Stimmung) sind und dadurch Flux Disharmonieen bei Akkorden auftreten. Dieses jedoch findet unser Gehör nicht unbedingt heraus....:O)"
Ich denke doch, dass bei allen (!) Stimmungen zumindest die Oktave musikalisch immer rein ist. Es gibt keine unmusikalisch gemeinten Oktaven. Elektrisch wird immer die reine Oktave generiert und die ist sicher musikalisch.
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Antwort#9
Die pyhsikalischen Oktaven sind psychoakustisch leider nicht immer "rein".
Probiere mal, einen Kontrabass ein tiefes C und ein Piccolo ein hohes C gleichzeitig spielen zu lassen! Tue so lang damit herum, bis es stimmig klingt.
Dann bestaune die Frequenz des Grundtones...
Am "Institut fuer Wiener Klangstil" in Wien gab es meiner dunklen Erinnerung nach eine Aufnahme genau eines solchen Experiments. Aber bitte nicht schlagen, falls es ein anderes Institut war - ich hab' die Referenz jetzt nicht bei der Hand.
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Antwort#10
ja doch... is immer ein 2er logarithmus. das beantwortet aber nicht unbedingt meine frage :-)
das obertöne in der natur nie mathematisch rein sind, wäre dann auch noch anzufügen und sich besonders bei großen volumen- oder masseverhälnissen "verschieben" (z.b. große orgelpfeifen, oder glocken), dann aber sich durchaus in komplexen akustischen systemen durch klangkopplung wieder "reinziehen" ist auch fact.
steht nicht mehr in jedem akustikbuch, aber hört mein ohr jeden tag...
lg matthias
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Antwort#11
und schon haben wir den oktavensalat....
ich habe mich mal über die musikalität der "kosmischen oktave" mit h. coustou rumgestritten (per mail)... was da so alles behauptet wird, geht auf keine kuhhaut, bzw. auf kein trommelfell!
oktaven sind wirklich noch die saubersten und fast reinsten intervalle. daß kontrabaß und piccollo da so scheinbar komische dinge fabrizieren, liegt an genau denselben phänomen, der auch die sogenannte "klavierspreizung" verursacht:
welche töne ein schwingendes system produziert hängt u.a. von seinen verhältnissen aus masse/spannung/dämpfung und "klangkopplungszone" ab. wenn also die klaviersaite ihren grundton hervorbringt als ergebnis dieser "inneren" parameter, haben die hohen obertöne das pech, daß für sie die masse der saite z.b. nicht im selben verhältnis wie die frequenz weniger geworden ist. bzw. die innere dämpfung.
das führt dazu, daß die obertöne leicht abweichen- ergo klingt ein klavier total verstimmt wenn man die oktaven rein stimmt, weil dann die z.b. die 4. oktave des großen C (der selben saite) doch entschieden neben der mathematischen 4. oktave liegt!
kontrabaß piccolo ebenso. flagoelets (also direkt abgegriffene obertöne von saiten) liegen noch doller daneben... je dicker die saite um so schlimmer.
der berühmte "sterile" klang der ersten e-orgeln, lag nicht zuletzt daran, daß die zuregistrierbaren obertöne "rein" waren und mathematisch exact.
jeder instrumentenmacher und stimmer hat dagegen eine jahrelange geschulte ohrkultur und gehörspraxis, die ihn einen kompromiß finden läßt zwischen rechnerischen obertönen und den tatsächlich stattfindenen klangverhältnissen.
im falle des exciters wäre aber die frage wieviel oktaven den zugefügt werden und mit welchem abstand zum "grundton"?
lg matthias
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Antwort#12
Ganzzahlige Verhaeltnisse - so weit die Theorie.
In der Praxis verhalten sich natuerliche Musikinstrumente nichtlinear und besitzen auch keine symmetrischen Resonanzkoerper. Insbesondere ist die "Verstaerkung" gewisser Frequenzen nicht genau bei den ganzzahligen Vielfachen (mal abgesehen von Messfehlern bei einer Spektralanalyse), sondern "etwas" daneben. Das ist einer der Gruende, weshalb "synthetische" Klaenge immer noch "synthetisch" klingen und wenig natuerlich.
Man kann sich zur Verdeutlichung mit der entsprechenden Mathematik etwas ausrechnen.
Wenn man eine Welle in einer - sagen wir runden - Pfeife hernimmt, genuegt sie in erster Naeherung einer linearen Wellengleichung. Eine Fourier-Transformation in der Zeitvariablen fuehrt dann auf ein Eigenwertproblem fuer den Laplace-Operator.
Mathematisch ist der Laplace-Operator auf beschraenktem Gebiet (die Pfeife ist nicht unendlich lang!) ein sog. "Operator mit kompakter Inverser", besitzt also eine Basis aus Eigenvektoren zu verschiedenen Eigenwerten.
Nun rechne man sich die Eigenwerte aus -> das sind die angeregten Obertonfrequenzen.
In vielen Buechern ueber musikalische Akustik wird "heuristisch" argumentiert mit Knoten stehender Wellen - mathematisch sind die stehenden Wellen schlicht die Eigenvektoren.
Tatsaechlich kommen zur linearen Wellengleichung aber kleine nichtlineare Terme hinzu und die Resonanzkoerper sind auch nicht ganz so symmetrisch. Macht man nun einen Stoerungsansatz, so verschieben sich die verschiedenen Eigenwerte unterschiedlich stark in unterschiedliche Richtungen (ein Nebenresultat des Satzes von Krasnoselskij-Rabinowitz).
Die meisten herkoemmlichen Musikinstrumente sind so gebaut, dass die Eigenwerte nahezu ganzzahlige Vielfache sind -> "Ton".
Aber bekannte Musikinstrumente wie diverse Schlaginstrumente verzichten auf die ganzzahligen Vielfachen -> "Geraeusch".
Ob nun ein Ton oder ein Geraeusch vorliegt, ist oft eine subjektive Entscheidung (Beispiel: Kesselpauke).
Die meisten Blasinstrumente haben nahezu eine "pfeifenfoermige" Gestalt und verhalten sich daher in erster Naeherung aehnlich einer idealen Pfeife, weshalb man bei deren akustischer Beschreibung auf die Idealisierung mit den ganzzahligen Vielfachen zurueckgreift und in erster Naeherung bei den ersten Obertoenen gar nicht so weit daneben liegt.
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Antwort#13
Na, dass nenn' ich Kongenialitaet!
Ich habe fast zur gleichen Zeit wie Du naemliches ueber die Obertoene geschrieben...
Wir sind aber nicht verwandt?
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Antwort#14
...und noch eine kleine Anmerkung: Der "Grundton", auf den sich die Harmonischen beziehen (im mathematischen Sinne), ist nicht zwangsläufig der "gehörte" Haupt- oder Grundton des Instruments. Es gibt gerade bei Saiteninstrumenten oft Fälle, wo der notierte und erklingende Ton des Instruments selbst bereits die zweite Harmonische ist, während die Erste (fast) nicht zu hören ist. Dann treten natürlich bezogen auf den notierten Ton auch die Verhältnisse 3/2, 5/2 usw. auf, die in der "natürlichen" Obertonreihe nicht enthalten sind.
Jens
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Antwort#15
Jens, sehr schoener Hinweis.
Anderes Beispiel: Klarinette in der tiefsten Lage.
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Antwort#16
"Nun rechne man sich die Eigenwerte aus -> das sind die angeregten Obertonfrequenzen."
Da habe ich leider eine Wurzel vergessen und eine imaginaere Einheit muss
man sich auch noch wegdenken. Ansonsten stimmt's.
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Antwort#17
nö ;-) aber während du anscheinend in mathe aufgepaßt hast, habe ich musik gemacht und über den noten das hören nicht vergessen...:-))
lg matthias
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Antwort#18
Ich habe das auch mal irgendwo gelesen. Es ist noch verzwickter:
Die Frequenzen sind lautstärkeabhänig.
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Antwort#19
Ist zwar sachlich richtig. Aber ich finde die Anschauung unpassend.
Die Töne sind völlig natürlich und entsprechen der Obertonreihe.
Denn es erklingt nach wie vor der Grundton. (Bei Glocken erklingt tatsächlich kein Grundton) Nur er ist eben in der Amplitude schwächer als die Oktave oder noch höhere Obertöne. Eine Bassgitarre hat linear verstärkt (naja...relativ...pickups sind alles andere als linear) ein Frequenzmaximum bei ca. 150Hz.
Dass Kontrobässe und Bassklampfen anders notiert werden hat darin _nicht_ den Ursprung. Sondern einfach auch praktischen Gründen werden sie eine Oktave höher notiert, sonst müsste man extra noch einen (Sub)kontrabassschlüssel oder so einführen oder zwei Meter unterhalb der 5 Notenlinien notieren.
Die Notenschrift ist nicht von Leuten gemacht,die irgendwie physikalisch denken.
Sonst wäre sie nicht so umständlich für jemanden der sich genau so der Musik genähert hat...
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Antwort#20
Moin...
Erstmal kann man festhalten, dass natürlich in allen Stimmungen tatsächlich alle Oktaven rein sind, während sich die Obertöne eines Instruments nicht immer ganz an die Vereinfachungen der Mathematik halten.
Resultat ist die schon erwähne Klavierspreizung, aber das ändert erstmal nichts daran, dass sich zwar abhängig von der gewählten Stimmung die Intervalle verschieben, aber die Oktave zunächst mal rein bleibt - in der Theorie.
In der Praxis hängt die Spreizung ja vom Instrument ab (eine Orgel verhält sich da anders als eine Geige, und selbst ein Flügel unterscheidet sich dabei vom "Upright".
Weiterhin wäre anzumerken, dass die Spreizung verglichen mit den Unterschieden zwischen verschiedenen Stimmungen vergleichsweise klein ausfällt. Die Frequenzverhältnisse einer Quinte (und die sind ja noch recht "harmlos") unterscheiden sich zwischen Reiner und Gleichschwebender Stimmung um ca. 0,1% (Verhältnis 1,50 vs. 1,49), während die Streckung bzw. Spreizung in der Mittellage eines Klaviers gerade mal ca. ein Cent beträgt (man rechne nach, das sind etwa 0,01%).
Wenn man jetzt mal wieder den Boden zurück schlägt zum Exciter, der ja üblicherweise eingesetzt wird, um "obenrum" (also ab einigen kHz) für etwas mehr Brillanz zu sorgen, dann dürfte schnell klar werden, dass es bei diesem Einsatzzweck herzlich egal wird, ob da reine oder gespreizte Oktaven generiert werden, denn dort lässt die "Musikalität" (also das Zuordnen von Tönen) des Gehörs ja rasch nach. Der Einfachheit halber (Algorithmen etc.) werden es wohl reine Oktaven sein - wenn da jemand mehr weiss, bin ich dankbar für jede Information.
.Jens
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