Groß- zu Kleinmembranmikrofon

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Startbeitrag#1
Hallo Kollegen,
Großmembranmikrofone sollen im mittleren Frequenzbereich unangenehme Verfärbungen aufweisen. Aber wohl nicht bei jeder Gelegenheit, z.B. nicht bei "heterogenen" Szenen. So schrieb mal "studio96", wenn ich mich recht daran erinnere. Nun ist ein Chor natürlich eher eine "homogene Szene", und deshalb bitte ich Euch um Mithilfe:
Ich habe eine Choraufnahme mit 4 Großmembranmikrofonen gemacht (weil ich keine Kleinmembranmikrofone habe). 2* AKG C414, 2*AKG C3000. Nun hört sich der Chor nicht wirklich gut an, er klingt um die Mitte herum irgendwie komisch. Wie genau komisch kann ich leider nur schwer zu erklären. Auf mich wirkt das ganze etwas abstoßend. Genauer kann ich es aber nicht erklären, weil mir die passenden Worte dazu fehlen, bzw. ich nicht sicher bin, dass sie jeder so versteht, wie ich sie gemeint habe. Deshalb meine Frage:
Wie äußern sich die "Verfärbungen" von Großmembranmikrofonen bei Choraufnahmen eigentlich klanglich? Woran kann ich merken, dass die Klangprobleme von den Mikrofonen und nicht von anderen Dingen ausgelöst werden?
Wäre schön, wenn ihr mir etwas weiter helfen könntet.
Vielen Dank!
Wolfgang
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Antwort#2
Hi!
Vielleicht schreibst Du noch wie Du die Mics positioniert hattest.
Weißt Du wie es mit Phasen zwischen den einzelnen aufgenommenen Mikrofonsignalen aussieht?
beste Grüße
Andi
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Antwort#3
Hallo Wolfgang,

Einen Klang verbal beschreiben ist immer ein zweischneidiges Schwert - ich vermeide dies. Nach meinen Erfahrungen liegen die Verfärbungen im Präsenzbereich zw. 1 kHz und 5 kHz. Dieser Bereich ist mitunter angehoben. Probiere das mal mit einem grafischen Entzerrer aus, wie sich dies äußert.
Stelle bei der Aufnahme zuerst alle Entzerrer auf Neutralstellung, dann fallen Mikrofonverfärbungen am besten auf. Mußt einfach mal einen Vergleich machen zw. Klein- und Großmikrofonen. Am besten mal Kleinmikrofone ausleihen und während der Aufnahme auf dem selben Ständer befestigen und dann mal im Umschalt/Umblendvergleich hören.
Mein Rat: Kaufe Dir wenn Du wieder das Geschäftskonto mit einer Produktion aufgebessert hast, Kleinmembranmikrofone. Setze die Großmembraner nur da ein, wo die Verfärbungen nicht auffallen. Ich benutze Großmembraner in erster Linie bei Baßinstrumenten (Kontrabaß, Pauke, große Trommel etc.) Dort fallen die Verfärbungen nicht auf.

MfG
Rainer
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Antwort#4
Hallo WolfgangK,
Wie äußern sich die "Verfärbungen" von Großmembranmikrofonen bei
Choraufnahmen eigentlich klanglich? Woran kann ich merken, dass die
Klangprobleme von den Mikrofonen und nicht von anderen Dingen ausgelöst
werden?
Wie eine Klangfarbe "unnaürlich", das heißt verfremdet oder verfärbt klingt, ist über Postings kaum vermittelbar. Es hat auch mit der Hörerfahrung zu tun und wie man es denn gerne klingen hätte. Dabei sind akutische Klangkörper bei der Aufnahme und Reproduktion sehr viel empfindlicher. Ein Synthesizer, eine E-Gitarre oder ein Rap-Gesang können ja so fremd geklungen haben oder soll so klingen, das wird eher hingenommen - ein Streichquartett oder ein Chor dagegen nicht.
Sicher sind nicht allein die Mikrofone beteiligt, sondern die ganze elektroakustische Strecke und auch der Aufnahme- und der Wiedergaberaum gehen deutlich mit ein. Den Mikrofonen am Anfang der Kette sollte man von wegen Klangneutralität bei unterschiedlichen Schalleinfallsrichtungen besondere Beachtung schenken. Dabei spielt auch noch die Mikrofonanodnung eine Rolle, weil diese auch miteinander Wirken (Kammfilter). Schwer zu erklären, wie klingen Kammfilter? Eben fremdartig. Und so etwas ist mit einem EQ oder anderen Plug-Ins nachträglich nie zu beseitigen.
Beim Vergleich fällt mir immer das Betrachten von Fotos ein. Wie schrecklich sieht ein Polaroyd-Foto aus. Verfärbt! Nun erkläre mal deinem Freund am Telefon, wie verfärbt du das siehst und worin sich die Verfärbung äußert?
Schade, dass du nur Großmembranmikrofone hast.
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Antwort#5
Hallo Wolfgang,
Der "Sound" eines Mikrophons dürfte hauptsächlich aus linearen Verzerrungen, d.h. aus Fehlern des Freifeld- und Diffusfeldfrequenzgangs resultieren. Nichtlineare Verzerrungen guter Mikrophone sind so gering, daß sie gehörmäßig nicht ins Gewicht fallen dürften.
Das C414 hat eine Sensorfläche mit 1" Durchmesser und sollte daher bis ca. 4 kHz eine ausreichend frequenzneutrale Richtwirkung haben. Über den Freifeld-Frequenzgang weiß ich nichts, er läßt sich jedoch mit jedem Equalizer linearisieren.
Solche Großmembranmikrophon färben v.a. das Diffusfeld, die Stärke der Färbung hängt u.a. vom r/d-Verhältnis am Aufstellungsort ab. Die Einsatzmöglichkeiten solcher Mikrophone sind daher sehr begrenzt. Natürlich färben sie auch den Direktschall unter größeren Winkeln.
Ich würde Großmembranmikrofone dennoch nicht grundsätzlich ablehnen, da sie einen Ursprungsraum mit zu heller Akustik von der Klangfarbe etwas dunkler machen können. Mir persönlich zu hell erscheinende Säle mit mehr oder weniger frequenzneutraler NHZ gibt es in größerer Zahl.
Übrigens finde ich es erstaunlich, daß Tonleute bei der Richtcharakteristik der Mikrophone sehr kritisch sind, bei den Lautsprechern (wo das genauso wichtig ist!) jedoch Konstruktionen mit wenig frequenzneutraler oder sprunghaft gestörter Richtcharakteristik akzeptiert werden.
Ein typischer (kleiner) Lautsprecher vom freistehenden "Box"-Typ mit einem 1"-Hochtonstrahler weist zwischen 250Hz und 10kHz Unterschiede im Bündelungsmaß von 10dB (!) auf. Und meist ist die Richtcharakteristik im Übernahmebreich zwischen den verschiedenen Strahlern zusätzlich stark gestört (Interferenzen, verschiedene Richtwirkung der Strahler im Übernahmebereich).
Gruß
Andreas
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Antwort#6
Ich benutze Großmembraner in erster Linie bei Baßinstrumenten (Kontrabaß, Pauke, große Trommel etc.)
Dort fallen die Verfärbungen nicht auf.
Daß eine Großmembran als "Tieftonwandler" keinen besonderen Sinn macht, ist Dir bestimmt bewußt.
Ich interpretiere deshalb Deine Aussage dahingehend, daß Du die Dinger nun einmal hast und deshalb nicht im Schrank verstauben lassen willst. Aber warum hast Du Dir überhaupt Großmembranen gekauft? Jugendsünde oder der Aspekt des klanggestalterischen Mittels?
Zurück zur Ursprungsmail:
Ist es nicht ebenso denkbar, daß der Raum für die Aufnahme nicht ganz so geeignet ist? Ich käme zwar (fast) nie auf die Idee, Chor mit Großmembranen abzunehmen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, daß die Aufnahme nur wegen der Mikrofone so grauemhaft wie beschrieben klingt.
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Antwort#7
Großmembran und Tieftonwandler: Ist völlig klar. Hier wird oft mit dem Lautsprecher verglichen und das ist falsch.
Ich benutze die Großmembraner (U87, U89 und SM69) vor allem auch noch dort, wo es erforderliche ist, ggf. die Richtcharakteristik umzuschalten. Habe zwar die KM 86 (kleinmembranig, umschaltbar), aber die haben nur 3 Charakteristiken, das U89 dagegen und das SM 69 für Stereo haben 5, bzw. 9 Richtcharakteristiken.
Ich habe auch von den U87 und U89 nur je 2 Stück, ansonsten alles Kleinmembraner.
Daß der Raum natürlich auch schlecht sein kann, weil es nicht gut klingt, halte ich durchaus für möglich und für ein wesentliches Fakt.
Das SM 69 ist allerdings ein sehr vielseitiges Mikrofon, mit dem man schon einige Probleme lösen kann.

MfG
Rainer
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Antwort#8
das U89 dagegen und das SM 69 für Stereo haben 5, bzw. 9 Richtcharakteristiken.
Bei den abgefahrenen Neumann-Preisen bekommt man für ein U87 oder U89 auch ein Colette mit fünf unterschiedlichen Kapseln. U89 mag unter Zeitdruck in der Anwendung zwar rationeller sein, bleibt aber trotzdem eine Großmembran.
Schade, daß es von nicht mehr das Stereomikrofon von SCHOEPS gibt, dessen Richtcharakteristik ebenfalls umschaltbar war. (SM69 in Kleinmembran). Stand eigentlich auf meiner Wunschliste, als ich's kaufen wollte, war's weg. Laut Wuttke war man beim Hersteller nicht so ganz mit diesem Mikrofon zufrieden. Kennst Du es zufällig oder weißt Du näheres?
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Antwort#9
Vorab:
Ich bezweifle, daß die Aufnahme nur wegen der eingesetzten Mikrofone so unsäglich - wie von Dir beschrieben - klingt.
Ich vermute eher, daß der Aufnahmeraum ungeeignet war, darin einen Chor aufzunehmen. Du hast weder Angaben zu Raum, Aufstellung des Chores und der Anordnung der Mikrofone gemacht.
Großmembranmikrofone sollen im mittleren Frequenzbereich unangenehme Verfärbungen aufweisen
Die eigentlichen Probleme der Großmembran liegen in dem Bereich, wo die Wellenlänge gleich und kleiner dem Membran- bzw. Kapseldurchmesser wird.
Dies läßt sich in den Diagrammen sämtlicher Diagrasmme ablesen: Bei 10 - 15 kHz ist durch den entstehenden Druckstau ein deutlicher Anstieg des Pegels (bei frontaler Besprechung) erkennbar. Gleichzeitig entstehen bei schräg einfallenden Wellenfronten durch Phasenverschiebung / Interferrenz Auslöschungen, durch die die Richtcharakteristik bei zunehmender Tonhöhe verengt wird - in sämtlichen Polardiagrammen zu erkennen.
Darüber hinaus neigt eine größere Fläche eher dazu, inm Partialschwingungen aufzubrechen.
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Antwort#10
Hallo Juppy,

Betr: Partialschwingungen.
Eine Mikrofonmembran - ganz gleich ob klein oder groß - schwingt niemals bei allen Frequenzen sauber tellerförmig bzw. bei mittengeschraubten (wie z.B. U87) ringförmig, sondern die schwingt in Moden (der Idealfall wäre eine bei allen Frequenzen kolbenförmige Schwingung - aber das ist technisch nicht machbar). Es gab darüber mal in den 90-er Jahren eine Arbeit von Dr. Corinth, der diesen Sachverhalt untersucht hat und dies auf einer TMT vorgestellt hat. Auch Jörg Wuttke (Schoeps) hat mir das mal bei einem Gespräch darüber bestätigt.

MfG
Rainer
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Antwort#11
Hallo juppy,
das Schoeps-Stereomikrofon hatte ich auch schon mal als Kauf im Visier und ich hatte es auch schon mal zur Probe dagehabt, leider hatte es einen Defekt, sodaß ich es nicht benutzt habe (tja, auch bei Schoeps kann sowas mal vorkommen - ich hätte es trotzdem gekauft; auch mit dem SM69 hatte ich schon mal Kapselprobleme).
Die Firma Schoeps hat mir davon abgeraten, weil man in der Firma selbst nicht sehr glücklich war über das Mikrofon. Der Grund weshalb die Fertigung eingestellt wurde ist einerseits die geringe Nachfrage und andererseits ist es die äußerst diffizile Mechanik der Richtcharakteristikuschaltung (hat nur Kugel/Niere/Acht). Diese ist sehr anfällig gegen Verstaubung. Aus diesem Grund baut Schoeps auch die ML6 (3 Richtcharakteristiken) nicht gerne.
Da aber das Mikrofon die selben Kapseln enthält wie die MK6 ist es auch vom Klang her das gleiche wenn man 2 MK6 mit der Schoeps-Schiene direkt übereinander montiert. Und mit 2 MK6 ist man immer noch flexibler als mit einem CMTS 501. Klingen tut es auf jeden Fall schöner als das SM69.

Grüße
Rainer
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Antwort#12
weshalb die Fertigung eingestellt wurde ist einerseits die geringe Nachfrage
Diese ist sehr anfällig gegen Verstaubung.
das gleiche wenn man 2 MK6 mit der Schoeps-Schiene direkt übereinander montiert
das Schoeps-Stereomikrofon ... leider hatte es einen Defekt
auch mit dem SM69 hatte ich schon mal Kapselprobleme
Also braucht man nicht zu hoffen, irgendwann ein gebrauchtes zu finden.
Meine teueren (Kondensator-)Mikrofone gehen regelmäßig zur Wartung beim Hersteller.
Soviel Dreck sollte sich in der Zwischenzeit nicht ansetzen können, daß das Mikrofon ausfällt.
Akustisch ja - aber gerade bei Konzertmischnitten ist mir das kleinstmöglichste Mikrofon das liebste.
Außer Blumlein bekommt man alle anderen MS-Aufstellungen mit CMCx4/CMCx2 und CMCx8,
montiert in einer A22, eleganter hin. Lediglich bei ORTF und XY ist die UMS20 unvermeidlich.
Ich hasse dicke Aufbauten, die den Blick auf die Bühne beeintächtigen, und deshalb mag ich auch die
aktiven Rohre, mit denen man kleine Anordnungen auf der Bühne aufstellen kann - nicht nur bei Solisten,
auch im Orchester finde ich ein Stativ, auf das ein Colette mit RC1200 montiert ist, weniger störend
als ein Galgenstativ.
Bei diesen Herstellern kann man sich wenigstens darauf verlassen, daß solche Sachen schnell und
unbürokratisch gelöst werden - und dafür bin ich auch bereit, den höheren Preis zu zahlen.
Das Elend fängt dort an, wo man importierte Produkte von Herstellern mit schnellen Generationenwechseln hat.
Und was passiert bei China-Mikrofonen, die allenfalls einen Importeur haben, der keinen Service und
Reparaturen machen kann? Bei den ersten Kleinigkeiten darf man dann feststellen, daß man das Geld
im grunde in den Sand gesetzt hat. Dafür sind mir die China-Mikrofone (fast) alle zu teuer!
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Antwort#13
Hallo Juppy,

Das Problem bei der MK6-Kapsel ist nicht ein Ausfall, sondern durch Staubeinlagerungen verschließen die mechanischen Teile in Stellung Kugel die Rückseite der Kapsel nicht mehr richtig und es kommt keine definierte Richtcharakteristik zustande. Aus diesem Grund empfhiehlt die Firma Schoeps die MK6 in Zeitabständen von ca. 5 Jahren mal einzuschicken um sie zu reinigen.
Das mit dem Service bei den China-Mikrofonen glaube ich. Jeder der sich jetzt aus Sparsamkeitsgründen ein solches kauft, wird irgendwann mal merken, daß er sich eine tickende Zeitbombe gekauft hat... Da bleibe ich lieber bei Neumann, Schoeps, Gefell, Sennheiser und wie unsere einheimischen alle heißen. Auch wenn es teurer ist: Man weiß was man hat!

Grüße
Rainer
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Antwort#14
Das Problem bei der MK6-Kapsel ist nicht ein Ausfall, sondern durch Staubeinlagerungen
verschließen die mechanischen Teile in Stellung Kugel die Rückseite der Kapsel nicht mehr
richtig und es kommt keine definierte Richtcharakteristik zustande.
Aus diesem Grund empfhiehlt die Firma Schoeps die MK6 in Zeitabständen von ca. 5 Jahren
mal einzuschicken um sie zu reinigen.
bei den China-Mikrofonen: tickende Zeitbombe gekauft
Undefinierte Zustände bezeichne ich auch als "Ausfall".
Regelmäßig benutzte Mikrofone wandern bei mir sowieso nach ca. fünf Jahren zum Hersteller.
Steht eine besonders kritische Produktion an, wo ein bestimmtes Mikrofon (wie KFM6) unersetztlich
ist und nicht ausfallen darf, wird dieses auch mal vorsorglich eingeschickt.
In zwanzig Jahren werde ich immer noch mit den CMCs, die ich jetzt im Bestand habe, arbeiten können.
Ich bin mir sicher, daß ich bis dahin weniger für das Mikrofon ausgegeben habe, als wenn ich ein
billiges mehrfach hätte ausgetauschen müssen.
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Antwort#15
summa summarum ist es doch eben NICHT teuerer... (wenn man MTG, neumann oder schoeps kauft). :-)
lg matthias
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Antwort#16
Hallo,
ohne jemanden persönlich zu meinen, das ist doch wirklich Blödsinn! Mikrofone sind hochpräzise, handgefertigte Messinstrumente. Qualität kostet seinen Preis, wie wir alle wissen.
Der Grund für die geringen Kosten der supergünstigen Mikros kann nirgendwo anders liegen, als das in der Fertigung oder im Entwurfsstadium gekürzt wurde. Das ist doch klar. Aber deswegen kaufe ich sie mir doch trotzdem und bin glücklich damit - oder auch nicht.
Aber dann kann man doch nicht nachher sagen: "Sauerei! Mein supergünstiges Mikro das 3 Jahre gut funktioniert hat und mich relativ gesehen nichts gekostet hat ist jetzt kaputt!". Darum hat es ja so wenig gekostet. Kauf dann einfach ein neues.
Dirk
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Antwort#17
Aber dann kann man doch nicht nachher sagen: "Sauerei!
Mein supergünstiges Mikro das 3 Jahre gut funktioniert hat ...
... und just dann stehe ich für eine Aufnahme in der Provinz und stelle nach dem Aufbau am Wochenende fest,
daß das Mikrofon irgendwann nach dem letzten Gebrauch seinen Geist aufgegeben hat - Nein Danke.
Eine solche Situation habe ich - bestimmt auch schon manch anderer - durchlebt.
Da war's ein Recorder und ich hatte zum Glück das Notfallgerät dabei.
Natürlich kann man auch argumentieren, daß man 4 Billigmikrofone als Ersatz im Koffer haben kann.
Es gibt aber auch einen anderen Aspekt, der leider auch wichtig ist.
Meine Kunden haben meist teuere Instrumente (fragt mal nach, was ein Kontrbaß kostet!); wenn ich
dann mit irgendwelchen Billigteilen ankomme, die möglicherweise genau diese Kunden für ihre
Probenaufnahmen selber zuhause stehen haben, darf ich mich nicht über komische Blicke wundern.
Das Auge ißt - hört - mit. Für manchen ist es deshalb wichtig, einen Trümmer á la Großmembran im
Studio stehen zu haben, und so argumentiere ich dann mit meinen "Schmuckstückchen".
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Antwort#18
...sag das erst, wenn du mitten in einer Produktion steckst, baust unter Zeitdruck auf und musst leider feststellen, dass das Haltbarkeitsdatum deiner Mikrofone grad abgelaufen ist
:)
Bemerkenswert ist es jedenfalls, dass Mikrofone zu den einzigen Gerätschaften einer Audiokette gehören, die man als wertstabil betrachten könnte. Verglichen mit irgend einem digitalen Recorder zum Beispiel, der ist ja nach kurzer Zeit schon Elektroschrott.
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Antwort#19
Bemerkenswert ist es jedenfalls, dass Mikrofone zu den einzigen
Gerätschaften einer Audiokette gehören, die man als wertstabil betrachten
könnte. Verglichen mit irgend einem digitalen Recorder zum Beispiel, der
ist ja nach kurzer Zeit schon Elektroschrott.

Das ist ganz richtig. Nur haben alte Röhrenmikrofone pauschal einen zu hohen Wert in den Köpfen von Tonbastlern.
Vergessen ist, dass es damals in der Röhrenzeit auch viele schlechte Mikrofone gab.
Und die haben heute ungerechtfertigt einen zu hohen Preis bekommen.
Es empfiehlt sich daher, bei den bekannten Markennamen zu bleiben!
Uwe
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Antwort#20
Mikrofone sind hochpräzise, handgefertigte Messinstrumente. Qualität kostet seinen Preis, wie wir alle wissen.
Der Grund für die geringen Kosten der supergünstigen Mikros kann nirgendwo anders liegen,
als das in der Fertigung oder im Entwurfsstadium gekürzt wurde. Das ist doch klar.
Aber deswegen kaufe ich sie mir doch trotzdem und bin glücklich damit - oder auch nicht.
Kommen wir von dem Thema Mikrofon mal ab und wenden uns den Instrumenten zu.
Ich unterstelle rein hypothetisch und getreu Deiner Logik, daß in Deinem Studio - falls dort
ein Flügel steht - nur ein Yung Chang (diese Firma nur stellvertretend als Beispiel genannt; aber
auch Instrumente sind zu großen Teilen in Handarbeit hergestellte Präzisionsgeräte) stehen kann:
Die Dinger sind preiswert und schlecht und es wird in der Verarbeitung gespart.
Über die eingesetzten Materialien kann ich nichts sagen, dazu kenne ich mich in der Materialkunde
für Klavierbauer zu wenig aus.
Die Tastaturböden haben die Qualität ungehobelter Dachlatten aus dem Baumarkt - das muß knarzen,
wenn mit Verschiebung (Linkes pedal) bzw. "una corda" gepielt wird.
Die Flügel werden nicht intoniert, so wie die Hammerköpfe befilzt und geschnitten werden,
so werden sie in die Instrumente reingeschraubt. Solche Hämmer können beispielsweise niemals
im dreichörigen Bezug alle Saiten gleichzeitig treffen, der Flügel muß scharf klingen, wenn er
nicht sogar übermäßige Anschlaggeräusche produziert.
Aber damit nicht genug, im Laufe der Zeit leiern sogar die Kapseln (Lager der Hammerstiele) aus,
wenn sich die Hämmer beim Anschlag an die Saiten biegen. Irgendwann fangen diese Flügel richtig
an klappern.
Selbstverständlich kann man einen Klavierbauer beauftragen, solche Instrumente nachzuarbeiten.
Relativ preiswert hat man damit zwar ein besseres Instrument, aber das Ergebnis ist und bleibt
allenfalls ein "gutes" chinesisches Klavier. Gegen einen Bösendorfer, Blüthner, Fazioli oder meinetwegen
auch Steinway braucht man gar nicht erst anzustinken. Und "Charakter" wie bei manchen alten und gut
restaurierten Flügel werden solche Kisten erst recht nicht erreichen.
Ein Instrument - auch wenn's "preiswert" war, ist keine Investition, die man nach ein paar Jahren ersetzt.
Und Kunden für Klavier- oder Kammermusikaufnahmen dürftest Du damit auch nicht gewinnen können ...
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