Was ist besser ...

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo allerseits,
Was meint Ihr ..
Wenn ich einen Sänger (Klassik) mit Flügel gleichzeitig aufnehmen will und ich habe 4 Mikrofone zur Verfügung, was wäre eher zu empfehlen:
Variante 1
Ein ORTF oder AB Hauptmikrofonpaar und je ein Mono-Stütze für Sänger und Flügel
Variante 2
Das Klavier mit einem Stereopaar aufnehmen und den Sänger (gleichzeitig) mit einem Stereopaar aufnehmen und dabei darauf achten, daß es zu keiner übermäßigen Übersprechung der 2 Mikrofonpaare kommt.
Ich nehem es mal vorweg, ich habe das Thema schon einmal im HDK Tonmeisterforum diskutiert und die Kollgen sind dort der Ansicht die Variante 2 wäre "gängig". Trotzdem würde mich zusätzlich Eure Meinung interessieren.
Gruß
Erdie
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Antwort#2
Variante 2 ist die richtige Form. Keine Frage.
Bei Karaoke würde ich nur ein Mikrofon für den Sänger wählen.
Das Übersprechern geht nicht zu verhindern, sondern ist nur leicht zu mindern. Damit wird und kann man leben, wenn man Erfahrung hat. Starke akustische Trennung bringt auch Nachteile
Wenn die beiden Mikrofonsysteme nicht zu nahe beieinanderstehen (>1m), dann werden keine Überlagerungseffekte hörbar sein. Etwa entstehende Zweiräumigkeit zwischen Gesang und Klavier muss mit künstlichem Hall ausgeglichen werden.
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Antwort#3
Aufnahme ohne ein HS und dann mit Hall zukleistern - das sieht eindeutig nach Idee eines Theoretikers aus der entweder noch nie oder schon seit Jahren keine Aufnahme mehr gemacht hat... AM besten noch je ein Mikro zu den hohen udn eins zu den tiefen Saiten hin und schön hart L/R pannen....
Lass die Hallkiste zu Hause - Solo-Sänger und Klavier ist auch prima mit nur einem Hauptsystem ohne Stützen zu meistern...man muss nur das zum Raum und zur Musik passende HS wählen und es richtig aufstellen.
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Antwort#4
ORFler, du urteilst voreilig.
Ein Sänger, der eine Aufnahme mit einem Pianisten macht (nicht Konzert), will immer auf den Pianisten blicken und nicht zu weit vom Klavier entfernt stehen.
Dann mach' mal was mit einem Hauptmikrofon.
Wenn du erkannst hast, dass das nichts wird, dann wirst du dir etwas anderes einfallen lassen müssen.
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Antwort#5
Hallo,
ich denke, der ORFler weiss ganz gut, was er sagt. Ich kenne nicht wirklich viel Sänger, die unbedingt die von Dir beschriebene Aufnahmeaufstellung bevorzugen, oft wird gerne in der Kurve des Flügels gestanden, leicht gedreht zum Pianisten oder auch nicht. Aber das kann man ja vorher alles gut besprechen.
Daneben sollte man nicht vergessen, dass zu oft schon akustisch die Balance vollkommen schief ist. Ein grosser Konzertflügel übertönt gerne schnell jeden Sänger. Bei einem Hammerklavier sieht das schon anders aus.
Persönlich verwende ich bei einem solchen Duo gerne und viel zwei Stereopaare, empfinde aber den Beitrag eines Hauptsystems als sehr wichtig.
Gr.
Dirk
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Antwort#6
Hallo Justus,
zum Thema "was anders einfallen lassen": Wie wäre es mit einer Videoaufnahme und je einem Bildschirm für beide? Da ist der gewünschte/notwendige Blickkontakt vorhanden, ganz gleich, wo sie stehen.
Mit künstlichem Hall überlagerte Mehrräumigkeit finde ich persönlich nicht so schön. Eine Aufnahme mit nur einem Hauptmikrophon und einheitlicher akustischer Perspektive ist meiner Erfahrung nach bei kleinen Besetzungen weniger ermüdend.
Geringsmögliche Hör-Ermüdung stellt für mich ein zentrales Kriterium eines Klangbildes dar.
Gruß
Andreas
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Antwort#8
Hi Andreas,
eine Aufnahme zum Beispiel mit Gesang, bei welchem dem Solisten nicht pegelmäßig und künstlerisch geholfen wird: Tiefe leise Auftakte anheben und laut gesungene Stellen im Pegel leicht absenken, ist keine gute Aufnahme. Natürlich ist auch die Räumlichkeit so anzugleichen, dass es nicht als Fehler hörbar ist.
Dieses typische ein Hauptmikrofon hinstellen und eine "Dokumentation abfotografieren" ist eines Tonmeisters unwürdig.
Justus
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Antwort#9
Hallo Justus,
Dein Argument ist sehr treffend, insbesondere bei Sängern ist es wünschenswert, bei der Dynamik (dezent) nachhelfen zu können.
Allerdings ist dafür ein Preis zu zahlen, denn trotz der großen Möglichkeiten der heutigen "Hall"geräte führt die künstlich gemachte Raumwirkung bei mir fast immer zu einem "irgendwas stimmt da nicht"-Gefühl, was meiner Beobachtung nach letztlich zur Hör-Ermüdung führen kann. Es dürfte am Muster an diskreten Reflexionen liegen und deren spezifischer Klangfarbe aufgrund der Richtcharakteristik des Instrumentes, was bisher wohl nur unvollkommen nachgebildet wird.
Gruß
Andreas
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