Hallo Rainer...
Ein weißes Rauschen ist im weitesten Sinne auch periodisch (alle
Amplitudenwerte wiederholen sich in gewissen Zeitabständen) aber es ist
trotzdem stochastisch.
Im Grunde genommen ist keine Musikdarbietung - rein mathematisch/physikalisch
betrachtet - exakt wiederholbar. So konstant ist keine Metrik und keine
Rhythmik, (...)
Im Übrigen beruht unser Korrelationsmesser auch auf stochastischen Rechenverfahren.
Himmel, nein! Eine Wiederholung einzelner Amplitudenwerte zu beliebigen Zeitpunkten mit wechselnden Zeitabständen macht ein Signal doch nicht periodisch. In den Dezimalstellen von Pi kommen, weil es nur 10 Ziffern gibt, natürlich auch alle Ziffern mehrfach vor, aber das ist weit entfernt von Periodizität!
Erst wenn es genau eine feststellbare Zeitspanne gibt, nach der sich das gesamte Signal immer und immer wieder identisch wiederholt, ist dieses periodisch. Das ist weißes Rauschen noch nie gewesen.
"Pseudorauschen" aus Maximalfolgen, wie es digitale Rauschgeneratoren z.T. erzeugen, ist dagegen periodisch, wenn auch mit vglw. langer Periodendauer.
Zunächst einmal ist nicht jede Abweichung von "Perfektion" gleich stochastischer Natur, schon gar nicht, wenn die Fehler vom Faktor "Mensch" stammen.
Was du beschreibst, sind übrigens Schwankungen in Parametern (Anfangszeitpunkt einer Schwingung, Position und Druck des Fingers auf der Saite...). Ob diese nun stochstisch oder sonstwie zustande kommen, spielt erstmal keine Rolle, denn der deterministische Charakter des Systems wird dadurch nicht angetastet.
Stell dir einen einfachen analogen Oszillator vor (rückgekoppelter Schwingkreis). Der ist sehr schön deterministisch, erzeugt sogar einen schönen Sinus. Dennoch wird aufgrund von Schwankungen äußerer Einflüsse z.B. die Frequenz der Oszillation über Minuten oder Stunden leicht variieren. Wenn man den Oszillator mehrfach einschaltet, wird aufgrund verschiedener Einschwingvorgänge auch jede aufgenommene Zeitreihe verschieden sein (unterschiedliche Oszillationsphase bezogen auf den Einschaltzeitpunkt). Dennoch ist das Signal des Oszillators keinesfalls "stochastisch".
Und selbst, wenn wir diese leichten Abweichungen stochastisch nennen: Das ist nur ein sehr kleiner Anteil am Signal. Zumal es hier um "inhaltliche" Fehler geht, nicht um physikalische bei der Tonerzeugung. Würde man die Fehler oder Variationen von Aufführung zu Aufführung irgendwie quantifizieren und in Relation setzen zu der musikalischen "Information", würde eine hervorragende "Bit Error Rate" herauskommen. Eine Möglichkeit der Quantifizierung wäre z.B., ein Notenblatt über den Umweg "Aufführung -> Transkription" zu "kopieren" und mit dem Original zu vergleichen.
Wie das? Ich ging bisher immer davon aus, dass ein solches Gerät so etwas wie den Momentanwert der Kreuzkorrelation bei Zeitversatz 0 anzeigt. Dazu würde ich die Signale multiplizieren und das Produkt mit einer sinnvollen Zeitkonstante aufintegrieren - ich nehme doch mal stark an, dass dein Korrelationsmesser vom Grundprinzip her genauso arbeitet.
Oder verwechelst du hier "Statistik" mit "Stochastik"?
Jens