Klangvergleich Kleinmembranmikrofone - Großmembranmikrofone Dieses Thema ist nie kleinzukriegen, weil optisch gestalterisch die chromglänzenden Großmembranmikrofone viel mehr hermachen und unberechtigt besonders für Nicht-Ohrenmenschen eine gewaltige Anziehungskraft haben. Hier ist ein interessanter Link zu diesem Thema mit Hörbeispielen für uns Ohrenmenschen. An den schönen Abbildungen kann man sich auch mal klarmachen, was denn der "nützliche" schwingende Membrandurchmesser ist. Der Rahmenhalter mit den vielen schönen Schrauben schwingt sicher nicht als Membran, wird aber gerne mitgemessen.
So edel der Ansatz auch sein mag, unter einer wissenschaftlichen Analyse stelle ich mir was anderes vor! Dort steht beschreiben was wir wissen, während eine Zusammenfassung, ein Fazit völlig fehlt. Die Sichtbarmachung per Mikrofonvergleich funktioniert nicht, denn : "Aus Platzgründen liegen die Dateien im datenreduzierten Format vor" Hab mir gleich gespart, da irgendetwas zu Laden: Als ich selbst angefangen habe, Mikrofone zu testen habe ich eines sofort feststellen müssen: Die mp3-Kompression modifiziert das Signal derart stark, daß die Abweichung zu Original größer ist, als die Diff der Mikros ! Sicher klingen auch in den mp3s die Mikros z.T. hörbar anders, sie klingen aber in anderer Weise anders, als im Original - womit keine Beurteilbarkeit gegeben ist.
Der Rahmenhalter mit den vielen schönen Schrauben schwingt sicher nicht als Membran, wird aber gerne mitgemessen. [LINK]
??? Aber beeinflußt das akustische Verhalten des Mikrofons in entscheidender Weise. Die Frequenzgangsüberhöhung durch den Druckstau wird durch den Durchmesser der gesamten Kapsel bestimmt, nicht durch den Membrandurchmesser. Gelänge es, "nur" den Frequenzgang der Membran zu messen, läge die Frequenzgangsüberhöhung ein Stück höher. (Denke an Grenzflächenmikrofone: Je größer die Fläche, desto tiefer geht der lineare Übertragungsbereich. Das Prinzip, das dahinter steht, ist der Druckstau an großen Flächen.) Nett! Es sollte sich nach dem Vergleich für jeden die Frage stellen, warum er (noch)Großmembranen haben will. Auch wenn ein guter Teil der Unterschiede zwischen GM und KM durch die recht hohe MPEG-Datenreduktion verloren gegangen sein dürfte.
Der Vergleich hinkt auch in sofern, daß repräsentativ eine Großmembran herausgegriffen und gegen eine KM gestellt wurde. Ein U87 ist etwas völlig anderes als ein U89 ... Insofern halte ich diesen "pauschen Vergleich" für problematisch - insbesondere bei der Richtcharkteristik Kugel. Und ein Vergleich U87 gegen eine MK2S (mit Höhemamhebung) ... naja ...
Hallo, ich hielte es für wünschenswert, wenn Mikrophone mit viel flexiblerem Bündelungsmaß als Funktion der Frequenz zur Verfügung ständen. Die Großmembran vs. Kleinmembran - Diskussion betrifft ja "nur" die Frequenzen oberhalb ca. 4,4kHz. Großmembranmikrophone verdunkeln das Diffusfeld. Wenn man eine dokumentarische Aufnahme erzeugen will, wird man sicher zum Modell mit kleiner Membrane greifen - wenn das Ereignis vor der Mikrophonmembran denn dokumentationswürdig ist. Ich persönlich finde aber z.B. viele Konzertsäle, v.a. in den letzten ca. 50 Jahren erbaute, als zu hell (und auch nicht trocken genug), die Nachhallzeit nimmt zu hohen Frequenzen kaum bzw. zu wenig ab. Das Generaltutti eines Orchesters kann da schonmal wenig angenehm klingen. In einem solchen Saal könnte ich mir durchaus vorstellen, zu Großmembrantypen zu greifen, um die zu helle Akustik zu mildern. Mit einem Equalizer würde man den Direktschall immer mit "erwischen", was Klangverfärbungen nach sich zieht. Das Großmembranmikro ist natürlich keine besonders elaborierte Methode zur gezielten Gestaltung des Bündelungsmaßes als Funktion der Frequenz. Da gäbe es viel bessere Möglichkeiten. Gruß Andreas
Aber ein GM arbeitet in der Betriebsart 'Kugel' doch nicht als Druckempfänger?! Das sind zwei Nieren (Rücken an Rücken), oder irre ich mich da? Von daher finde ich den Vergleich GM mit einer KM-Kugel nämlich unangebracht. Die Verwendung der GM-Kugel hat vielleicht seine Berechtigung bei Gesprächen am 'runden Tisch' oder so, für was anderes nicht.
"Die Verwendung der GM-Kugel hat vielleicht seine Berechtigung bei Gesprächen am 'runden Tisch' oder so, für was anderes nicht" Tipp: Probier mal eine GM mit el. Kugelcharakteristik als rear-Mikrofone bei Surroundaufnahmen. GM haben in el. Kugelcharakteristik den Vorteil gegenüber KMs, dass von hinten einfallender Schall mit dem selben Frequenzgang aufgenommen wird wie von vorne eintreffender, während ich bei einem echten Druckempfänger immer das Problem habe, dass er zu den Höhen hin immer stärker richtet und daher von hinten einfallenden Schall gedämpft wird...
Das, ist ein interessanter Gedanke, könnte man durchaus mal testen (ändert aber nichts an den Unzulänglichkeiten der grossen 1" Kapseln). btw: Hat das MKH80/MKH800 nicht eine Kapsel mit Klein-Doppelmembran?
Als ich grad die Frage gestellt habe, war ich nur zu faul bei Sennheiser in die technischen Daten zu schauen. Ich kenne das MKH800 nicht und möchte aber aber fast wetten, dass meine Annahme stimmt: Doppel-Kleinmembrankapsel. 1. lässt schon der Durchmesser des Gehäuses den Rückschluss zu und 2. steht da 'symmetrische Wandlertechnik' und 3. gelten die allgemeingültigen physikalische Gesetze sogar für Sennheiser. Schliesslich wird da Ultraschall bis 50kHz (sehr unausgeglichen) übertragen. Aber für 50kHz-Wellenlängen (ca. 7mm) ist 1/2" auch schon Grossmembran. Von daher stimmt die Behauptung wieder :)
Hallo Andreas! Ein solches System gibt es von SCHOEPS unter der bezeichnung PolarFlex (s. Link). Allerdings ist der Preis gesund - vielleicht müssen auch für dieses System Lizenzen bezahlt werden wie ich dies bei der Kugelfläche vermute. Ein solches System ist jedoch mit zwei Mikrofonen entsprechender Charakteristik leicht nachzubauen, werden beide Mikrofone einzeln aufgezeichnet, ist eine spätere Bearbeitung in Richtung der gewünschten Bündelung ohne weiteres möglich.
Nach den Polardiagrammen, insbesondere gut an der Kugel zu sehen, könnte es einen etwas größeren Kapseldurchmesser als eine "normale" Kleinmembran haben. Dies könnte allerdings auch mit der Doppelmembran-Kopnstruktion begründet werden. Anhand des Druckstaus (Maximum bei 16 kHz, entsprechend einer Wellenlänge von 2 cm und einem zweiten Maximum bei ca 32 - 35 kHz) kann man ganz sicher davon ausgehen, daß dieses Mikrofon (noch) unter die Kleinmembranen fällt. Bei einer Großmembrqan läge die Frequenzgangsüberhöhung bei ca 13 kHz.
Ich habe eben erst Deinen Beitrag richtig gelesen. Die genannte Forderung wird mit dem zitierten PolarFlex erfüllt. Doch geht dies mit einem "Straus-Paket" genauso gut und wird - meines Wissens z.B. vom SWR - seit Jahren schon gemacht. Ich denke sogar, daß man mit der "Nachbildung" des Polarflexes auf dem Computer weniger festgelegt ist und mehr Möglichkeiten hat, auch wenn die Gefahr, dem Spieltrieb zu erliegen, größer ist. Mit gefällt auch nicht, daß die (analogen) Mikrofoneingänge nur +10 oder +20 dB Verstärkung einstelbar sind. Digital können zwar noch 33 dB "gemacht werden", den Sinn kann ich aber nicht einsehen. Mit einem Kugel- und einem Nierenmikrofon in koizidenter Anordnung läßt sich Deine Vorstellung wunderbar verwirklichen, wenn der Niere je nach Vorstellung eine Kugel mit entsprechendem EQ zugemischt wird. Diese Variante habe ich bei einer aktuellen Produktion (Kirchenaufnahme mit Gitarre in Groß-AB) angewand, um in den letzten Schritten der Nachbearbeitung eine Abmischung vornehmen zu können. Hintergedanke war zwar in erster Linie, das Verhältnis Direkt- zu Diffusschall später noch variieren und ggf. bei unterschiedlichen Stücken anpassen zu können, Frequnzgangs- und Polarkorrekturen zur Anpassung an die Raumakustik sind damit jederzeit noch möglich. Ebenfalls denkbar wäre die Kombination aus zwei Nieren, eine nach vorne, die andere nach hinten gerichtet. Oder die von SCHOEPS vorgeschlagene Variante Kugel und Acht. Nachteilig bei dem System bei Koizidenzstereofonie ist allenfalls der recht klobige Apparat von vier übereinander angeordneten Mikrofonen. Elegant im Sinne von klein und vor allem "eng bei einander", wie für Koizidenzstereofonie gefordert, wäre die mechanische Lösung von SCHOEPS auch nicht - es sei denn, man wählt zwei CMXY 4V, die übereinander angeordnet werden. Aber irgendwie kann ich mich für dieses Stereomikrofon nicht so richtig begeistern.
Doch geht dies mit einem "Straus-Paket" genauso gut und wird - meines Wissens z.B. vom SWR - seit Jahren schon gemacht.
Auch Prof. Volker Strauß verließ schnell sein umständliches "Paket" mit Niere/Kugel-Kombination, als die Neumann-Breite Niere KM 143 rauskam. Dabei wurde das Paket als Serienschaltung beider Mikrofone auf nur *einen* Regler gelegt. Was man heute sieht, ist immer falsches (!) Nachäffen, wobei jedes Mikrofon dagegen auf einem anderen Regler liegt. Beim SWR gibt es noch "ältere" Straus-Jünger, welche die Kurve des Meisters noch nicht mitbekommen haben :-) Das dichte mechanische Beieinanderlegen der "nostalgischen" Paket-Mikrofone KM 83 und KM 84 (trafosymmetrisch !) gibt bei hohen Frequenzen unerwünschte sich beeinflussende Resonanzen. Es ist "vernünftiger" einfach nur ein Mikrofon mit der Richtcharakteristik breite Niere (elektronisch symmetriert) zu wählen, anstatt ein Paket aus Niere und Kugel zu schnüren und dabei noch eine "unsaubere" elektrische Schaltung zu wählen.
Beim SWR gibt es noch "ältere" Straus-Jünger, welche die Kurve des Meisters noch nicht mitbekommen haben Das dichte mechanische Beieinanderlegen der ... gibt bei hohen Frequenzen unerwünschte sich beeinflussende Resonanzen. Es ist "vernünftiger" einfach nur ein Mikrofon mit der Richtcharakteristik breite Niere zu wählen, anstatt ein Paket aus Niere und Kugel zu schnüren und dabei noch eine "unsaubere" elektrische Schaltung zu wählen.
Nette Umschreibung für "des Meisters Ableben noch nicht mitbekommen" >:-> Man könnte auch sagen: Nicht auf jedem Weg muß man unmittelbar folgen. ? Dieses Problem dürfte bei jeder örtlich nahen Kombination von Mikrofonen auftreten, also auch bei MS, XY ... Oder ist da etwas besonderes, was ich übersehe? Sofern man sich bei der Aufnahme auf eine "breite Niere" festlegen will, sicherlich. Aber wie manche Musiker halt sind - entweder haben sie irgendwo mal was aufgeschnappt, was toll sein soll und ausprobiert werden muß, oder sie wollen sich alle Optionen offen halten - was in diesem Fall sogar gut war. Ich neige derzeit dazu, die Kugel (MK2H) mit 6 dB mehr als die Niere (MK4) zusammen zu mischen - das ist "mehr" als eine breite Niere. Ich sehe nichts "unsauberes" darin, zwei Signale im Mischpult oder auf dem Computer zusammen zu führen.
Nun muss ich aber mal kritisch nachfragen, wegen "nur auf einem Regler". Nach meiner Kenntniss ist es doch so, daß genau durch die unterchiedlichen Regler, die Wirkung der Kugel und der Niere gemischt werden kann, und zwar kontinuierlich.
In das Paket zweier Mikrofone (Straus-Paket) wird allzu gerne etwas besonderes esoterisch guruhaftes hineingeheimnist, was aber nicht im Geringsten der Fall ist. Straus hat nie mit den Anteilen von Nieren- und Kugelcharakteristik "gespielt" und darum auch nicht je Mikrofon einen Kanal genommen. Lehrreich ist es zumindest schon, dieses einmal auszuprobieren. Dann sollte man jedoch dabei den "Straus" weglassen. Typisch, die Freude von Musikern, die bei meiner Klavier- und Geigenaufnahme an der Geige zwei "Straus-Pakete" in klein AB sahen. Diese waren nur rein optisch welche, denn die Kugeln gingen als echte Streicherstütze in die Aufnahme und die Nieren waren gar keine weitere Streicherstütze nach Straus-Art, sondern nur die Mikrofone die alleine den Geigenklang in den Hall schickten (echo send), weil die Kugeln zu viel Klavier mit reingenommen hätten. Alle hörten aber und betonten immer wieder, wie gut das "Paket" klänge, ohne dass das Paket als solches mit in der Aufnahme war. Ich habe die Musiker in diesem Glauben gelassen, um ihr Seelenheil nicht zu zerstören. Man muss ja auch nicht alles sagen, denn man will ja keine Illusion zerstören. Da sieht man wieder einmal, ähnlich der optischen Auffälligkeit eines Großmembranmikrofons, ist auch die Auffälligkeit zweier als "Staus-Paket" geschnürter Mikrofone. Nur ein kleines Stäbchenmikrofon wäre sang und klanglos unbeachtet geblieben. Aber so kann man doch allen eine Freude machen. Was will man mehr? Mit dem "unsauber" wollte ich nur aufzeigen: warum denn ein Paket nach Straus-Art schnüren, wenn wir es doch sauberer mit einer Breiten Niere haben? Wie man sieht will die Welt was sehen und wenn es nur ein Straus-Paket zu sein scheint. Dass die Welt betrogen werden will, ist uns allen schon längst klar. Noch eine Anmerkung: Straus hat niemals in Klein-AB sein Paket aufgestellt. Die Pakete waren immer Mono-Stützen (!) mit einer in Kombinination erzeugten Richtcharakteristik "Breite Niere". Mehr nicht! Das möchte man lieber übersehen, weil man gerne noch irgend ein Gemini-Geheimnis mit drin hätte. Der Beitrag von Volker Straus an der Aufnahmetechnik soll in keiner Weise geschmälert werden, im Gegenteil; nur die "Religiosität" und "Verklärung" sollte dabei raus und ganz nüchtern betrachtet werden.
Apropos 'Polarflex'... Ich kann mir gut vorstellen, dass es in Zukunft in Sachen Mikrofontechnik eher in diese Richtung geht, anstatt einfach nur ein konventionelles digitales Signal am Mikrofonausgang bereitzustellen, wie man es bei 'digitalen' Mikrofonen heutzutage hat. Die Verwendung reiner Druck- (Kugel) und Druckgradientenempgänger (Acht) bieten sich dazu prinzipbedingt am besten an. In diesem Zusammenhang wäre noch zu erwähnen, dass man auch mit einem Mikrofonarray, bestehend aus zwei Kugeln, also reinen Druckempfängern, durch 'delay & subtract' jedes beliebige Polarpattern erzeugen kann. Bearbeitet man die beiden Mikrofonsignale auf DSP-Ebene in unterschiedlichen Frequenzbändern, ist ebenfalls eine quasi frequenzunabhängige Modellierung der Richtcharakteristik möglich. Verwendet wird sowas heute z.B. in Hörgeräten, um adaptiv das S/N (hier: Sprachverständlichkeit im Störschall) zu verbessern. Weiterhin haben Mikrofonarrays höherer Ordnung eine grosse Bedeutung in der Messtechnik, akustische Ereignisse lassen sich 'abscannen'. Vermutlich fehlt aber heute noch der kommerzielle Anreiz, in dieser Hinsicht was für die Musikaufnahmetechnik zu tun, auch wenn die Grundlagen kein neues Forschungsfeld mehr sind.
egal ob traofsymmetrisch oder elektronisch symmetrisch: Jedes Mikrofon gehört an einen eigenen Mikrofonverstärker und nicht 2 oder gar mehrere Mikrofone in Reihe oder parallel geschaltet. Dies ist natürlich eine Krampflösung. Diese Diskussion hatten wir vor langer Zeit schon einmal. Warum soll es denn nicht "gestattet" sein, den Kugel- und den Nierenanteil getrennt zu beeinflussen und damit jede beliebige Zwischenform zwischen Kugel und Niere möglich sein? Die Mikrofone SM 69fet, M149 von Neumann lassen sich auch - abgesehen davon daß es Großmembraner sind - auf verschieden Zwischenpositionen schalten. Beim alten M49 war es sogar so, daß man die Richtcharakteristik kontinuierlich mit einem Potentiometer wählen konnte. Es spricht also nichts dagegen, das Verhältnis Kugel/Niere beliebig zu wählen.
Straus hat niemals in Klein-AB sein Paket aufgestellt
Jein. Das unterscheidete sich ganz und gar von der Aufnahmesituation. Stütze ist sowieso in diesem Zusammenhang ein Begriff, der den Sachverhalt m. E. nicht korrekt umschreibt, aber von mir aus. In Kammermusik-situationen hat Straus bei jedem (!) Instrument einen klein-A/B aufgestellt (wieder unzutreffender Begriff). Gr. Dirk