Qualitätsbewertung von Billig-Mikrofonen

Erstellt 11 Antworten12 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo,
die kernigen Äußerungen von Juppy zum B-5 Mikrofon von Behringer hatten mich neugierig gemacht - ich kaufte 10 Stück und begann ein paar Tests.
?Jedem Laien, der ein brauchbares Mikrofon möchte, kann
jenes Mikrofon ans Herz gelegt werden: Jemand, der Haus-
musikkonzerte, seinen Lieblingsorgansiten in der Kirchenge-
meinde aufnehmen möchte, sogar der Musikstudent oder gar
Profimusiker, der nur seine Konzerte mit einfachster Technik
dokumentieren möchte, ist damit wirklich bestens bedient.?
?...300 ? für ein Mikrofon halte ich für einen faulen Kompromiß:
Entweder dafür drei B-5 oder ab mit der Kohle ins Sparschwein
für Deinen oder meinen bevorzugten Hersteller (und natürlich
ein paar andere).?
"Wer ein B-5 kauft, hat ein klanglich ganz hervorragendes Kugelmikrofon;
der Unterschied zu einem SCHOEPS CMC52Hg ist marginal und für den
Laien nur mit Mühe zu hören. Das B-5 (Kugelkapsel) ist DIE Empfehlung
für jemanden, der gelegentliche Aufnahmen ohne professionelle Ansprüche
mchen möchte."
Nach meinen Klavier-Kammermusik-Tests schnitten die B-5´s so trostlos in Sachen Grundrauschen und auch in der subjektiven empfundenen Klangqualität ab, dass ich jedem raten möchte, sich gar nicht erst mit den B-5`s zu belasten. Die 300 Euro Klasse von z.B. Haun oder Elation scheint mir geradezu ein Traum im Vergleich zum Totalverlust durch B-5´s. Ein auch nur irgendwie gearteter (Satz-)Zusammenhang zwischen Behringer und Schoeps Produkten ist für mich absolut nicht mehr nachvollziehbar...
Grüße, Olaf
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Antwort#2
Hallo,
es scheint bei den B-5 starke Qualitätsschwankungen zu geben, oder sie werden jetzt noch billiger bzw. in schlechterer Qualität produziert als früher - anders kann ich mir deine pauschal negativen Aussagen über diese Mikrofone nicht erklären. Meine beiden B-5 klingen im Vergleich zu anderen Mikrofonen der 300?-Preisklasse recht gut, und das Eigenrauschen ist erstaunlich niedrig. Man muss bei der Klangbewertung natürlich beachten, dass die Kugelkapseln der B-5 nicht diffusfeldentzerrt sind - aber das lässt sich ja per EQ leicht beheben. Ich hab die B-5 übrigens ungefähr vor einem halben Jahr gekauft - falls sich die derzeit verkauften Exemplare deutlich von meinen unterscheiden sollten oder die Serienstreuung wirklich so groß ist, wie es die unterschiedlichen Meinungen und Bewertungen vermuten lassen, ist das natürlich ein großer Nachteil und Macht den Kauf zu einer Art "Glücksspiel".
Grüße
Andi
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Antwort#3
Nach meinen Klavier-Kammermusik-Tests schnitten die B-5´s so
trostlos in Sachen Grundrauschen und auch in der subjektiven
empfundenen Klangqualität ab, dass ich jedem raten möchte,
sich gar nicht erst mit den B-5`s zu belasten.
Ups, ...
Über die beiden Mikrofone, die Grundlage meiner Vergleichsmöglichkeit waren,
kann ich dies keinesfalls sagen - ich hätte mich gehütet, eine solche (falsche)
Bewertung öffentlich zu vertreten.
In diesen Vergleich wurden auch Mikrofone von AKG und Rhode einbezogen, die
mehr "klanglichen Eigencharakter" hatten als die beiden anderen Mikrofone.
Ich kann mir dies nur damit erklären, daß eine erste Produktionsmarge mit mehr
Sorgfalt hergestellt wurde, die aktuellere Neuauflagen vielleicht missen lassen.
Die Mikrofone, die ich hörte, dürften vor etwa einem halben Jahr angeschafft
worden sein, knapp vor dem Zeitpunkit, zu dem diese plötzlich überall zu
reduzierten Kampfpreisen auftauchten.
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Antwort#4
Da Du ja 10 Stück hast (wieso eigentlich soviele) könntest du etwas zur Streuung sagen ?
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Antwort#5
Das wird wohl nicht so einfach sein, wenn man nicht das entsprechende Messequipment hat. Man kann natürlich mit ein paar Worten Klangdifferenzen versuchen zu beschreiben, aber das ist ja nichts handfestes...
Bei der Gelegenheit: Es ist nicht unüblich, dass sich Musiker, beim Instrumentenbauer das beste aus 10 Instrumenten aussuchen, wenn sie eine Neuanschaffung planen. Das scheint wohl für die B-Mikrofone auch empfehlenswert zu sein, wenn da das Problem der erforderlichen Messtechnik nicht wäre.
Und: ich hatte mal auf einem Plattencover (irgendwas audiophiles) gelesen, dass für die Aufnahme Schoeps MK4 verwendet wurden, die der Tonmeister im Werk unter 30 Kapseln auswählte. Naja, wenn der sonst nichts anderes zu tun hat...
:)
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Antwort#6
also, tja hinter dem thema bin ich ja auch schon ein weilchen her, und ich habe sie als ersatz für meine kotec Back-elektret mikros erworben, welche angeblich kapseln der AKG 430 serie enthalten sollten. (so erklärte es mir ein mitarbeiter, als ich die mikros an der firmenhalle abholen ging vor ca. 6Jahren)leider kenn ich keinen mit den besagten mikro´s so dass ich es nie vergleichen konnte.
nun heute gefallen mir die kotecs aber nicht mehr, ich habe den eindruck als wenn sie ein wenig schrill und zu hart klingen.
die b5´s habe ich dann in mehreren produktionen als overhead bzw. stereo paar in ortf und xy verwendet, und obwohl ich anfangs echt überrascht war, wieviel mikro man für 85? bekommt, muss ich sagen: mir klingen sie dann doch eher zu verwaschen, gerade bei schwierigem material wie z.b crash becken. zudem verändert sich der frequenzgang der nierenkapsel direkt stark wenn man schon nur 15 grad von der seite schalleinfall hat.
ich hatte mir dann noch die mühe gemacht und 2 schoeps kleinmembraner von einem freund, und 2 Oktava Mk012 version 2 zu testen.
und ich muss sagen:
was ein hammersound bei den schoeps mikros. schön definiert, aber seidig in den höhen. nicht so hart wie die kotecs, und nicht so verwaschen wie die b5´s.
die oktavas waren auch gut, beim flügel fast nicht von den kotecs zu unterscheiden, und nicht so seidig in den höhen wie die schoeps, dafür aber bei anderem material schon irgendwie frischer als b5 und schoeps. leider sind auch sie sehr anfällig wenn es mal darum geht seitlichen schall aufzuzeichnen verlässt sie schnell die höhen.
alles in allem haben mir nun die oktavas am besten gefallen (stimmt natürlich nich, es waren die schoeps, aber die kann ich mir leider nicht leisten).
und meine beiden kotecs und auch die b5 setz ich jetzt ein um beim drum toms abzunehmen.
soviel zu meinen erfahrungen
viel spass
dB
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Antwort#7
Naja, beim Schlaugzeug und anderen Haui-Instrumenten mag das also klappen. Ich mache Mikrotauglichkeit mehr an Geigen und Flöten fest. Und da habe ich bei Behringer bisher wenig gefunden. Oftmals stosse ich auf diese Miks, wenn ich bei Bands irgendwelche Aufnahmen mache, die schon eigene Mikros besitzen.
Ich habe mal bei einer Amateurband ein Demo gemacht, die Behringers Grossmembranermikros nutzten. War eine Überraschung für die Flötistin wie schön klar und unverzerrt ein "so kleines KM184" die Flöten rüberbringen kann im Vergleich. Auch die Haun-Mikros (600-Serie) machen bei solchen Gelegenheiten eine gute Figur. Bei Geige klingen die fast noch besser, rauschen halt nur etwas mehr. Ich denke, daß man weniger nicht investieren sollte.
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Antwort#8
Nach welchen Kriterien hat der dort Kapseln ausgewählt? Sicher optisch nach den vorliegenden Messkurven, nehme ich mal an.
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Antwort#9
ja klar, ich nehm halt selten strings auf, da es mein raum eh nicht zulassen würde. aber ich hab mal vergleiche mit 7 geigern gemacht, die fanden das sm57 bis auf 2 leute die sich für die 84ger entschieden, das war in einer relativ kleinen ev. kirche. und es waren keine orchestermusiker.
aber das mit dem behringer kann ich mir vorstellen, denn bei diesem test hatte ich auch ein SE-Electronics kleinmembraner dabei. und die fanden die geiger auch nicht toll.... ich auch nicht..
iss halt geschmackssache & rumprobieren
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Antwort#10
Das stand da sicher nur, um die Zuhörerschaft zu beeindrucken, vielleicht hat man ihn ja selber den Qualitäts-Endtest machen lassen :)
Ich glaube, das war sogar Dr. Benjamin Bernfeld - muss nochmal nachgucken, wenn es hier von Interesse ist und ich die Platte finde, eine digitale Aufnahme -Perkussion- vom Anfang der 80er.
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Antwort#11
Hallo studio 96,
Auf Deine Frage
"Da Du ja 10 Stück hast (wieso eigentlich soviele) könntest du etwas zur Streuung sagen ?" antworte ich gern, ich habe aus den 10 Mikrofonen (wegen der erwarteten und eingetroffenen Qualitätsstreuung) in Kugelcharakteristik die zwei rauschärmsten herausgesucht, dabei teilweise durch Kapseltausch das Rauschen noch gesenkt und dann den Test gemacht - da ich in erster Linie Musiker bin, interessiere ich mich hauptsächlich für den Klang und konnte an dem vergleichsweise penetranten Grundrauschen und der akustischen Mutation des Steinway-Flügels zum Young Chang einfach nicht vorbeihören; auch deshalb nicht, weil beide Defekte bei Elation und Haun nicht auftraten...
Grüße, Olaf
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Antwort#12
HM, der Steinway mutiert eigentlich wegen Verzerrungen zu einem Young Chung (so er das tut). Gute Instrumente sind auch durch das Rauschen hindurch erkennbar. Ich habe aus Gründen, die ich hier nicht näher ausführen kann, digitale Kopien von ehemakigen Analogbändern von ganz bestimmten Operngrößen (z.T. aus den 50er/60er). Da rauscht so einiges, aber ich höre das trotzdem gerne - z.T. sogar lieber, als die digital entrauschten Versionen, die in aufgearbeiterter Form als CD im Handel erhältlich sind. Die zerren nämlich als Folge der Artefakte des Entrauschalgorithmus.
Ich will mich aber nicht lange mit der Beurteilung der B's aufhalten. Dass Du Dich veranlasst sahst, zu selektrieren, spricht für ein mässige Grundqualität und daß Du es wiederum durch simples Hören konntest, sagt etwas über die Exemplarstreuung. Um an den anderen Thread anzuknüpfen: Ich glaube nicht, daß besagter Tonmeister, der angeblich bei Schöps Kapsel gewählt hat, dies per Gehör getan hat ... und um an deine Aussagen zu Elation und Haun anzuknüpfen:
Ich habe von Haun einige identische Nierenmikros und bin nicht in der Lage, Unterschiede heraus (herein?) zuhören, obwohl zwei recht neu und andere älteren Datums sind.
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