hallo und guten rutsch, ist vielleicht ein bisserl off-topic, aber mich würde interessieren, wie es bei aufnahmen aus den 60ern (und früher) zu diesen, teils sehr starken, verzerrungen kam (als bsp: the who "substitute" & "the kids are allright"). zerren da die mics, pres oder das band (für bandsättigung o.ä. klingt´s eigentlich schon zu krass...) frage mal ganz naiv in die runde, ist wahrscheinlich ein resultat aus vielen faktoren, aber vielleicht gib´s hier ja einen distortion-crack. grüsse
Nur ganz kurz zwischen den Jahren: Satt angefahrene Röhren & Übertrager waren wohl der entscheidende Faktor damals (und es gab ja auch noch nichts anderes), Mics & Bandsättigung haben weniger Einfluss gehabt als man denkt, schätze ich mal. Die Mic-, Pult- und BaMa-Entwickler hatten auch zur der Zeit schon das Bestreben, "HiFi" zu sein und waren es auch, das beweisen Klassikaufnahmen aus der Zeit. Die Rockbands haben zur der Zeit oft auch den Gesang mit Gitarrenamps (technisch=Bassamps=PA-Amps zu der Zeit) verstärkt und auch z.T. so aufgenommen, und man hat schon mal mit der Nadel Löcher in einen Speaker gepiekt, damit er schön rotzig klingt (Geheimtipp für Rock'n'Roll-Sound). Gut röhr, Klaus S
danke klaus, das klingt schlüssig, hab mich schon oft gewundert, warum klassik aufnahmen aus der zeit schon sehr sauber (hifi) klingen aber rock so rotzig tönt... trotzdem oder gerade deswegen finde ich diesen sound ziemlich gut! grüsse
Es ist leicht bedenklich, wenn man Zeitungspapier an die Klavierseiten hält und dann denn rotzig tönenden Sound besser als den Originalsound findet. Viele Tontechniker benutzen heutige Brüllwürfel und ihnen ist nicht bekannt, wie sauber die Lautsprecher füher gekungen haben.
j, Deine Kritik verstehe ich jetzt nicht (bzw. an wen sie gerichtet sein soll)... Wenn man puristisch den Klang "wie er ist" einfangen will, magst Du recht haben mit Deinen Bedenken -- aber ich sehe das wie ebs z.B., beim Aufnehmen gibt es keinen "Klang, wie er ist", live als Person im Publikum schon. Unter künstlerischem Aspekt sollte es jedoch keine Beschränkungen geben, "Kunst ist, wenn man's macht" sagte mal jemand sehr treffend. Man kann durchaus eine Bassdrum oder Leadgesang mit einem SM58 'amtlich' aufnehmen, oder eben einen rauchigen Klaviersound per Seidenpapier provozieren. Tony Levin (Bassist u.A. bei Peter Gabriel) hat mal eine legendäre und super klingende Basspur damit erreicht, dass er Pampers unter die Saiten am Steg geklemmt hat ("Don't Give Up" auf dem "So"-Album), also so what? Bei den Lautis (oder vielmehr den Verstärkern) mag ich Dir z.T. rechtgeben, Papiermembran mit AlNiCo-Magnet an Röhrenamp klingt schon anders, wegen mir auch "besser", als Polypropylen mit Billig-Keramik an 'ner Class-AB (Strom-)Spar-Endstufe mit 50ct-Transistoren/Op-Amps... aber wenn man z.B. Hip-Hop produziert, *muss* das auf genau dem Schrott gut klingen (da ist dann "Kunst", wenn es auch auf gutem Equipment immer noch erträglich bleibt). Nix für ungut, Grüsse, Klaus S
ich glaube, die Eigenklang-Diskussion hatten wir schon oft genug hier... Klassik: klar, sauber, Illusion eines "natürlichen Klangeindrucks" (was immer das im konkreten Fall heißen mag). Rock: per definitionem rotzig. Wenn es nicht verzerren oder färben darf, dann darf man auch kein Distortion-Pedal vor den Amp schalten, sondern spielt die Gitarre am besten per DI direkt in ein Rundfunkpult ;) Nur so als Denkansatz :)
Wenn es nicht verzerren oder färben darf, dann darf man auch kein Distortion-Pedal vor den Amp schalten, sondern spielt die Gitarre am besten per DI direkt in ein Rundfunkpult ;) Nur so als Denkansatz :)
Der Denkansatz ist schon richtig. Nur ist viel "eigenartiger" Klang als "Nicht-Können" und als technischer Fehler mit in die Aufnahme gekommen. Natürlich kann man hinterher immer sagen, das sollte so sein. Es gibt doch niemand ein "Versagen" zu. Was habe ich erlebt, wie "wichtige" Rock-Musiker und Produzenten unbedarft in die MIschung der Aufnahme "eingriffen" und die Compressor-Verstärkung ganz nach rechts an den Anschlag drehten - mit all den zu hörenden Folgen. :-) So was kommt eben von so was! Nick
ich frag mich, was das alles hier zu suchen hat... hier geht´s um den sound alter aufnahmen! ich möchte niemanden vorschriften machen, aber wer über fehlerhafte aufnahmen und böse eingreif-musiker schreiben möchte, kann sein eigenes thread aufmachen... hier geht´s ganz gezielt um die verzerrungen und die daraus resultierende klangcharakeristik bei alten aufnahmen. nerv!
"hier geht´s ganz gezielt um die verzerrungen und die daraus resultierende klangcharakeristik bei alten aufnahmen." Mit der Mehrspur gerade in den Anfängen und mit mehreren Überspielungen von Tonband zu Tonband. Da gab es sicher viele "Zufallsprodukte". Hör dir Elvis-Titel an oder die Beatles, von Bill Haley gar nicht zur reden. Teilweise eben recht schlimm, der "technische" Sound. Von "gezielt" kann sicher nicht gesprochen werden.
Hallo Audioboy, beamen wir uns zurück in die der Röhrentechnik. Ein Verstärker hat max. 50W, vielleicht sogar 100W. Ein Recordingstudio hat 1 bis 8 Aufnahmespuren, nur Analogband keine Harddisc. Eine Single ist max. 3:30min lang, Dynamikumfang ca. 35dB Der Mann im weißen Kittel hat ein Mixpult mit 1 bis 16 Eingängen. Als Effektauspielweg gibt es wahlweise einen Accutronics Federhall, eine EMT-Hallplatte oder ein WEM-Copycat Bandecho. Mikrofonierung über RCA-Bändchen, Neumann U-Serie, oder andere. Abhöre über 2-Weg Hornsysteme, z.B. Celestion, JBL. Ein sehr gutes Studio hat vielleicht auch noch einen Masterkompressor. Wie bekommt man mit einer solchen Ausstattung einen Sound hin der die Leute anmacht und zum Kauf der Platten animiert? ..... durch Soundeffekte, z.B. angezerrte Gitarren, voll in die Sättigung gefahrene Bandmaschinen und teilweise absichtlich klippende Preamps im Pult. Zu dieser Zeit war eine Overload noch total harmlos, es gab sogar etwas geschenkt: Gut klingende harmonische Verzerrungen, einen konstanten Pegel und den subjektiven Eindruck einer "lauteren" Aufnahme. Liebe Leute im Forum, denkt doch bitte nicht immer das alle anderen Produzenten außer euch an Verblödung leiden. Natürlich kannten sehr viele der "alten" Hasen ihre Geräte zu jener Zeit sehr genau und haben überwiegend gezielt und mit Absicht diese Sounds erzeugt. Gruß & frohes neues Jahr M. Hein
Nehmen wir's als "Historische Dokumente". Noch heute sollen einige Leute bemüht sein, diesen "Sound" zu reproduzieren. Und manche Label (ich denke z.B. an Motown mit Diana Ross) sind mit ihren Sound berühmt geworden. Ansonsten halte ich die Diskussion für müßig - das Kriterium einer Aufnahme sollte letztlich der "musikalische Inhalt" bleiben. Auch in der Klassik muß man sich mit den Mängeln alter Technik abfinden. Trotzdem kann man aus diesen Tonträgern die künstlerischen Qualitäten längst verstorbener Interpreten heraushören, egal ob Schaljapin, Maggie Teigt Heinrich Schlusnus oder Gigli ...
hallo juppy, also, ich kann diese "reproducer" zum teil verstehen, allerdings halte ich einen kompromiss zwischen soundästhetik und technischen fortschritt für sinnvoll. müssig finde ich die diskussion nicht, gerade im pop/rock-bereich spielen produktionsmerkmale eine grosse rolle und verbinden sich mit dem musikalischen inhalt. grüsse
moin! ich erinnere mich mal gelesen zu haben das die amis ganz gerne neumänner an 600 ohm preamps angeschlossen haben sollen. was zu verzerrungen führt. ich überleg jetzt seit 2 tagen wo ich das gelesen habe, komme aber nicht drauf. diese information ist also mit vorsicht geniessen und hiermit zur diskussion gestellt. schau dir auch mal an mit was die arbeiteten, z.B. nimmt man zwischen gitarre und amp ein spiralkabel, das wie eine höhenblende wirkt, muss man am amp die höhen reindrehen was dazu führt das er anders klingt. geschliffene seiten klingen anders als ungeschliffene ect. grüße
ich erinnere mich mal gelesen zu haben das die amis ganz gerne neumänner an 600 ohm preamps angeschlossen haben sollen. was zu verzerrungen führt. Das 200 Ohm Mikrofon U 47 (Röhre) wurde darum mit je einem zusätzlichen Widerstand in der a- und b- Ader in die USA verkauft. Dann hatte man die damals in der Theorie und Praxis so beliebte 600 Ohm-Anpassung, wie sie die Telefongesellschaft Bell vorschrieb. Die Spannung war dann zwar geringer, aber die Verzerrungen waren aushaltbarer. Es gibt immer noch unbekehrbare "Saurier", die an die Leistungsanpassung glauben. Wie gut, dass diese langsam aussterben.
Hallo Urs, ich brauche vielleicht doch noch ein wenig Nachhilfe. Warum ist denn die Leistungsanpassung "schlecht" und die Spannungsanpassung "gut"? Vielleicht macht es ja doch Sinn, einen Ausgang und die nachfolgende Eingangsquelle so zu belasten daß sich die Leerlaufausgangsspannung im angepaßten Fall halbiert. Das Problem scheint doch eher zu sein, daß die meisten Freaks mit dieser Technik überfordert sind, die Fehlermöglichkeit ist größer als bei der "Überanpassung/Spannungsanpassung". Bildlich gesprochen, warum soll ich den Ferrari im Leerlauf bis 15.000U/min drehen, wenn der richtige Fahrspaß doch viel besser bei sagen wir 7.500U/min aber Tempo 280 km/h aufkommt? Ich habe viele der alten Audiogeräte, z.B. V71, V72, V76, V81, V86, V87,M5 Vollröhre, M10 1" 8-Spur Vollröhre, um nur einige zu nennen. Diese Verstärker im Leerlauf zu betreiben heißt Perlen vor die Säue werfen. Erst wenn es etwas nach "Ampere" riecht, kommen diese Schaltungen in Wallung. Mein Traum ist innerhalb der nächsten Jahre ein komplett funktionsfähiges Studio im 50er Jahre Stil in Vollröhrentechnik aufgebaut zu haben, bis dahin werde ich noch diverse "Fehlanpassungen" erleben und vielleicht doch bedauern nicht "überangepaßt" durch diese Welt zu gehen..... Gruß M. Hein
Warum ist denn die Leistungsanpassung "schlecht" und die Spannungsanpassung "gut"?
Weil die mechanischen Luftschwankungen der Toene analog durch Spannungsschwankungen elektrisch kodiert werden und nicht durch Leistungsschwankungen. Sprich: Das Spannungsverhalten sollte in etwa dem Luftverhalten bzw. dem Membranschwingungsverhalten entsprechen. Aber ich gehe davon aus, dass Du eine andere Antwort wolltest... Gruss, Mathematiker
"Mein Traum ist innerhalb der nächsten Jahre ein komplett funktionsfähiges Studio im 50er Jahre Stil in Vollröhrentechnik aufgebaut zu haben, bis dahin werde ich noch diverse "Fehlanpassungen" erleben und vielleicht doch bedauern nicht "überangepaßt" durch diese Welt zu gehen....." super, wohnst du vielleicht im raum münchen? das will ich sehen/ hören!!! ein wirlich cooles vorhaben!!! grüsse