Hallo Gerhard,
Es gibt noch einen wichtigen Vorteil der Schalterlösung: Damit kann man leichter konstante Impedanzen erreichen, sowohl am Eingang (aus Sicht der treibenden Schaltung) als auch vor allem am Ausgang, d.h. der Ausgang ist mit konstanten Innenwiderstand machbar. Das gilt insbesondere auch für höhere Frequenzen, wo man mit passenden kleinen Kondensatoren bis in die MHz saubere Verhältnisse herstellen kann (nur innerhalb eines geschlossenen Schaltungslayouts natürlich). Eine Schalterlösung, die diese Features und die entprechenden Bauteile-Toleranzen hat (0.1% oder besser) kostet aber richtig Geld (ganz schnell 3stellig) und ist auch eine ziemliche Rechnerei...
Eine spezielle Option der Schalterlösung ist die Variante mit Step-Down-Autotransformator, z.B. der TX102 von Stevens & Billington:
http://www.stevens-billington.co.uk/page102.htm(kann auch für +6dB Gain verdrahten).
Oder von Sowter (
http://www.sowter.co.uk), da gibt es eine ganze Typenreihe ("Attenuators"), sogar einen mit 0.5dB Schrittweite:
http://www.sowter.co.uk/attens.htmDie von dir beschrieben Pots werden von Hand selektierte Typen sein... (oder welche mit post-production Laser-Trimmung), nehme ich an, den Werten und Preisen nach (also +-0.1dB ist schon eine ganz schön gewagte Angabe).
Und, je nach Grösse der Widerstandswerts des Potis -- oder auch der Schaltlösung -- spielt die exakte Gleichheit der (dynamischen) Lastimpedanz (Amp-Input) eine wichtige Rolle, wenn da boss +-5% Matching besteht (schon ein sehr guter Wert), dann sind die Promille-Toleranzen für die Katz...
Alle "normalen" Pots die ich kenne, haben selten besseren als +-1dB Gleichlauf (als Werks-Angabe), hängt ausserdem stark von der Schleiferposition ab und vor allem vom mechanischen Aufbau. Man kann den Gleichlauf jedoch nachträglich trimmen, mit je einem Päzisions-Trimmer an den Enden der Widerstandsbahn, verliert jedoch damit die Eckpunkte 1.0 und 0.0 als Verstärkungsfaktoren (stört seltenst). Wenn der mechanische Aufbau nicht top ist (d.h. starre Kopplung), kommt dann halt die Hysterese wg. des mechanischen Spiels von System A zu B stärker zum Vorschein. Wenn man ein Scope mit differnziellem Tastkopf hat, geht der Abgleich einfach, alternativ auch mit einem eher hochimpedanten Übertrager (mit Schirmwicklung) als "differnzieller Tastkopf" -- da kann man den Gleichlauf sozusagen gleich hören.
Grüsse, Klaus S