Potentiometer Gleichlauf - Frage an unsere Elektronik Spezialisten

Erstellt 12 Antworten13 Beiträge
Startbeitrag#1
Moin,
ist bei Potentiometern eine Angabe:
Gleichlauf: typ = < +/-0,5dB (ca. 22?)
bzw.
Gleichlauf: typ = < +/-0,1dB max. 0,3dB, Logarithmus: Keine Abweichung messbar (diese Version wird für ca. 85? gehandelt),
glaubwürdig ? Oder ist das auch unter HiFi Esoterik abzubuchen ?
Bei Alps habe ich Angaben für den Gleichlauf von 2-3 dB gefunden (RK27 - 15?)
Ich denke gerade über eine (Ladder) Schalter basierende Lautstärkeregelung für die Abhöre nach.
Gruss
Gerhard
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Antwort#2
HI,
wenn du damit auf diese Potis die es bei Thel gibt anspielst... ich habe mir so ein 8er gekauft für meinen o400 Clone als Post-Frequenzweichen Lautstärke Kontrolle.
Ich habs nicht nachgemessen, aber rein gehörmäßig sind die auch in der leisen Position vollkommen ausreichend exakt (und nur letzeres war der Grund, warum ich das Teil gekauft habe)
Wenn du willst und ich morgen Zeit habe (habe morgen eigentlich frei) kann ich das ja mal ausmessen....
Ansonsten Ladder von DACT
Grüsse
Leif
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Antwort#3
Hallo Leif,
ja , ich meinte die Thel Potis.
DACT bzw. Elma Schalter waren in der engeren Auswahl. Nun, wenn es wirklich Potis mit diesen Eigenschaften gibt, spricht eigentlich nur noch die Wiederholgenauigkeit/Reproduziergenauigkeit für eine Schalterlösung.
mfg
Gerhard
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Antwort#4
... und gute Schalter sind auch nicht preiswerter ...
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Antwort#5
Hallo Gerhard,
Es gibt noch einen wichtigen Vorteil der Schalterlösung: Damit kann man leichter konstante Impedanzen erreichen, sowohl am Eingang (aus Sicht der treibenden Schaltung) als auch vor allem am Ausgang, d.h. der Ausgang ist mit konstanten Innenwiderstand machbar. Das gilt insbesondere auch für höhere Frequenzen, wo man mit passenden kleinen Kondensatoren bis in die MHz saubere Verhältnisse herstellen kann (nur innerhalb eines geschlossenen Schaltungslayouts natürlich). Eine Schalterlösung, die diese Features und die entprechenden Bauteile-Toleranzen hat (0.1% oder besser) kostet aber richtig Geld (ganz schnell 3stellig) und ist auch eine ziemliche Rechnerei...
Eine spezielle Option der Schalterlösung ist die Variante mit Step-Down-Autotransformator, z.B. der TX102 von Stevens & Billington:
http://www.stevens-billington.co.uk/page102.htm
(kann auch für +6dB Gain verdrahten).
Oder von Sowter (http://www.sowter.co.uk), da gibt es eine ganze Typenreihe ("Attenuators"), sogar einen mit 0.5dB Schrittweite:
http://www.sowter.co.uk/attens.htm

Die von dir beschrieben Pots werden von Hand selektierte Typen sein... (oder welche mit post-production Laser-Trimmung), nehme ich an, den Werten und Preisen nach (also +-0.1dB ist schon eine ganz schön gewagte Angabe).
Und, je nach Grösse der Widerstandswerts des Potis -- oder auch der Schaltlösung -- spielt die exakte Gleichheit der (dynamischen) Lastimpedanz (Amp-Input) eine wichtige Rolle, wenn da boss +-5% Matching besteht (schon ein sehr guter Wert), dann sind die Promille-Toleranzen für die Katz...
Alle "normalen" Pots die ich kenne, haben selten besseren als +-1dB Gleichlauf (als Werks-Angabe), hängt ausserdem stark von der Schleiferposition ab und vor allem vom mechanischen Aufbau. Man kann den Gleichlauf jedoch nachträglich trimmen, mit je einem Päzisions-Trimmer an den Enden der Widerstandsbahn, verliert jedoch damit die Eckpunkte 1.0 und 0.0 als Verstärkungsfaktoren (stört seltenst). Wenn der mechanische Aufbau nicht top ist (d.h. starre Kopplung), kommt dann halt die Hysterese wg. des mechanischen Spiels von System A zu B stärker zum Vorschein. Wenn man ein Scope mit differnziellem Tastkopf hat, geht der Abgleich einfach, alternativ auch mit einem eher hochimpedanten Übertrager (mit Schirmwicklung) als "differnzieller Tastkopf" -- da kann man den Gleichlauf sozusagen gleich hören.
Grüsse, Klaus S
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Antwort#6
Hallo Klaus,
danke für deine ausführlichen Kommentare. Die Sowter Lösung ware mir bekannt, S&B kannte ich noch nicht. Die Trafolösungen haben halt den Nachteil, dass sie für eine Volume Control nicht genügend Schaltstufen haben (bei Schaltern ist die Problematik ähnlich, allerdings gibt es Schalter mit 48 Schritten) 24 Schritte zu je 1dB sind halt nicht ausreichend. Ausserdem gibt es , soweit ich weiss, keine Stereo oder Mehrkanallösung.
Die Potis findest du hier: http://www.thel-audioworld.de/bauteile/regler/Potis.htm
Eine Alternative ist vielleicht auch noch eine VCA Lösung z.B mit dem Burr Brown PGA2310 oder die 'RelVol3' Lösung von Dantimax.
Gruss Gerhard
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Antwort#7
Hallo,
Ach, sehe grad THEL kenne ich (die beliefern den TAD in Worms mit Röhren, oder wohl eher umgekehrt...)
Die Mehrfachpotis "Medium-Klasse" sehen mir rein optisch extremst ähnlich zur P11/PA11-Serie von Vishay-Sfernice (http://www.vishay.com/resistors-variable/potentiometers/industrial/
) aus... und Vishay machen ja auch custom-made. Der Gleichlauf ist durch die Modultechnik aber nicht so glorreich:
http://www.vishay.com/docs/51031/p11.pdf
Vishay ist in D ja sehr gut repräsentiert:
http://www.vishay.com/resistors-variable/list/product-51031/sales?locs=Germany
Die Mehrfach-Potis CP2500-Serie sind in der Tat lasergetrimmt -- dann können sie schon so gut sein, wie angeben. Ich denke jedoch, mit der Gleichlaufproblematik darf man es nicht übertrieben, denn auch die Amps + LS selber müssen erstmal so gleich laufen, damit sich das lohnt -- wenn das Poti um den Faktor 10 besser ist, sollte das locker reichen... evtl. ist eine Zweibereichs-Lösung günstig, d.h. so ein Poti und ein -20dB oder -30dB-Pad davor (das man abgleichbar machen könnte). Ein einfache passive Lösung finde ich persönlich immer am besten, ein VCA macht die Sache irgendwie unnötig kompliziert.
Grüsse, Klaus S
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Antwort#8
Hallo Gerhard,
wie wäre es mit Schiebereglern z. B. Danner / Maihak, 130mm Regelweg, je nach Ausführung in H-Schaltung, widerstandsbestückt. Dürften bei Schmitronic oder Vintage-City ca. 40.- euro das Stück kosten.
Gruß
M. Hein
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Antwort#9
... man sollte nicht vergessen, dass diese Kettenleiterteiler gewisse Anforderungen an die Ansteuerelektronik stellen - je nach Typ Quellwiderstand von 35..200 Ohm, belastbar mit 200..600 Ohm , teilweise symmetrisch erdfrei, und mit definiertem Abschluss zu betreiben.
Ich mag die Teile - nur sollte man eben an die Anforderungen an die Quelle denken, bevor man den guenstigen Preis alleine sieht.
Gruss
Micha
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PS: In diesem Umfeld Eckmiller W60 und Eckmiller W85 nicht vergessen...
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Antwort#10
... dann erwaehne auch die sehr gut ausgefuehrten 41-stufigen Teiler von Tokyo Ko-On Denpa Co., Ltd. - z. B. die Serie P65CS - diese Teile sind recht teuer, aber in einer Eckmiller oder Danner durchaus vergleichbaren Qualitaet gefertigt.
Ich benutze in einem Messaufbau den 2P65CS100K - der ist ganz deutlich genauer als die Garantiespezifikation, und reicht bis 100 kHz, obwohl nur 15 kHz garantiert werden.
Datenblatt z. B. hier: http://www.tkd-corp.com/02_products/pdf/p04_p65cs250.pdf
Messtechnisch ueberzeugt er mich mehr als die Uebertragerloesungen...
Gruss
Micha
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Antwort#11
Moin,
.. dann erwaehne auch die sehr gut ausgefuehrten 41-stufigen Teiler von Tokyo Ko-On Denpa Co., Ltd. - z. B. die Serie P65CS - diese Teile sind recht teuer, aber in einer Eckmiller oder Danner durchaus vergleichbaren Qualitaet gefertigt.....
hast du da eine Bezugsquelle und Preise?
Danke
Gerhard
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Antwort#12
Hallo Gerhard,

Ich weiß nicht, wieviele Kanäle Du gleichzeitig damit bedienen willst. Wenn es für eine 5.1-Abhöre sein soll, dann empfehle ich eine ganz andere Lösung:
Kaufe Dir von Lawo 3 Verstärker "DW 990". Diese sind VCA-gesteuerte Pegelsteller, die Du dann mit einem einzigen Linear-Potentiometer steuern kannst.
Der Stellbereich beträgt 110 dB.
Ich bin gerade dabei, mir einen solchen Abhörverstärker zu bauen, der mit 3 dieser Verstärker bestückt ist und der den RTW-Surround-Monitor "10800" enthält.
Wenn allgemeines Interesse besteht, kann ich die Schaltungen mal kopieren. Das Gerät soll Mitte des Jahres fertig sein.

Grüße
Rainer
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Antwort#13
Hallo Gerhard,
die einzige mir bekannte regelmaessige Bezugsquelle in Europa ist Triode&Compagnie in Paris - das ist ein (huh, ich sehe schon die flames kommen) 'Highend-Hifi'-Laden, die franzoesische Vertretung von Audio-Note.
Erreichbar sind die Leute unter http://www.audio-note.com - in deren Selbstbausektion suchen...
Preise dort sind allerdings heftig - derzeit verlangen sie fuer den 2P65CS100 ca. 400 Euro (!)...
Meine habe ich vor ein paar Jahren fuer ca. die Haelfte bezogen, einen ueber diese Quelle, und einen als Direktimport aus Japan. War immer noch preiswerter als ein Messabschwaecher mit aehnlichen Daten vom Messtechnikhersteller... ich benoetigte sie fuer einen Pegelmessplatz.
Gruss
Micha
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