Wir haben das Thema verschiedentlich gestreift. Zum Beispiel hier:
http://f11.parsimony.net/forum16949/messages/45734.htmhttp://f11.parsimony.net/forum16949/messages/45893.htmDas geht alles in die Richtung analoge und digitale Artefakte.
Die Idee der Argumentation ist folgende: Analoge Prozessoren können (theoretisch) beliebig präzise addieren - einzig begrenzend wirkt das Rauschen (was sich praktisch schnell zeigt - aber eben schön "natürlich und zufällig" ist - analog eben).
Im digitalen Pult ist die Addition vieler Kanäle nicht trivial - weil kleine Signale hässliches Quantisierungsrauschen hinzuaddiert bekommen. Man kann aber die Signale auch nicht alle in 0dFS zusammenaddieren, weil dann der Addierer übersteuern würde: Jeder zu addierende Kanal erfordert bei gleichbleibend hoher Präzision ein zusätzliches Bit (für den möglichen Überlauf, falls Pegelspitzen zeitlich zusamenfallen).
Ein 48-Kanal-Addierer für 24 Bit-Signale muss also eigentlich in 71 Bit rechnen - das macht natürlich keiner - also muss man irgendwo schon vorher runden und Auflösung reduzieren....wenn dann ein leise gerechnetes Signal solo stehen bleibt, klingts mies.
Im analogen Pult wird dieses Problem durch das Gain-Handling berücksichtigt. Dort besteht im Prinzip das gleiche Problem: Entweder ich bekomme einen einzelnen Kanal nicht laut genug aus der Summe heraus - (dann rauscht es etwas mehr...) oder bei vielen Kanälen herrschen zu hohe Pegel im Knotenpunktverstärker... was dieser mit erhöhten Verzerrungen quittiert.
... es ist eben Geschmackssache und Philosophie...
Es gibt digitale Systeme die klingen ganz grässlich, und solche gibts bei analogen auch.
Und dann gibts Dinge, die funktionieren ganz gut. Analog wie digital.
Kannst auch mal nach "Dither" googlen....hochinteressant.
Grüsse Opi
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