Tiefbassbeschneidung bei Orchesteraufnahme

Erstellt 8 Antworten9 Beiträge
Startbeitrag#1
Hallo!
Ich sitze gerade an der Abmischung einer Orchesteraufnahme und wüsste gerne von den erfahreneren Klassik Tonmeister /Innen unter Euch, ob es Empfehlungen zur Verwendung eines HPF´s in der Summe gibt.
Ab wo sollte man die Tiefbässe beschneiden, damit Omas Stereoanlage nicht dröhnig wird.
Welche Eckfrequenz empfiehlt sich andererseits für Radio oder TV-Mischungen?
Es handelt sich bei der Aufnahme um großes Orchester und 120 Seelen-Chor
( Brahms: Ein deutsches Requiem).
Aufgenommen mit Groß-A/B , ORTF vor dem Chor und Kugelstützen vor den Solisten.
Schöne Grüße und Danke für die Tipps in Sachen Blumleinverfahren.
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Antwort#2
naja Omas küchenradio dröhnt bei wirklichem tiefbass nicht, einfach weil der lautsprecher nichtmal annähernd dorthinkommt.
Ich setze meinen Lowcut normalerweise bei 35 Hz mit 24dB/Oct, darunter gibt es in der Regel nicht mehr viel Nutzsignal (für die Klassik! wohlgemerkt).
Schau Dir auch mal im Spectrumanalyzer den Bassbereich an, wenn da regelmässig etwas hervorsticht evt. ein wenig filtern.


http://www.tonzauber.com
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Antwort#3
Dem Zauberer kann ich mich anschließen.
Man macht ja extra AB-Aufnahmen mit Kugelmikrofonen als Hauptmikrofon, um sauber die tiefen Frequenzen zu bekommen.
Bei den nahen Stützmikrofonen (Nieren) werden jedoch schon kräftig tiefe Frequenzen abgeschnitten. Zum Beispiel bei den Paukenstützen kommt ein Trittschallfilter rein mit 80 Hz oder 120 Hz. Dann dröhnt auch nichts in der Summe.
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Antwort#4
Habe kürzlich von Hector Berlioz die "Messe Solennelle" aufgenommen. Ich filtere hier alles weg was unter 40 Hz ist, denn das sind nur noch Rumpeln von Holzböden und Straßengedröhne. Filtersteilheit: 80 dB/8va phasenlinear !

MfG
Rainer
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Antwort#5
Ich setze den Hochpaß sogar noch höher ein. Ansonsten habe ich meist schon beim Mikrofonvorverstärker eine Tiefensperre drin, sofern ich nicht gerade lange Orgelpfeifen aufnehme ...
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Antwort#6
Wieso "nicht für Klassik" ? Das Ganze hängt doch nicht von der Stilrichtung, sondern wohl eher von den Instrumenten ab. Solches Abschneiden sollte man Mikrofonweise veranlassen, z.B. im Hauptmikro etwas mher rausnehmen (viele zusatzgeräsuche) in den Stützen etwas mehr Tiefe zulassen. (Nicht bei Sängern, die zu nah ans Mikro gehen und rumpeln)
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Antwort#7
.......weil gerade wegen der Spektren der "klassischen" Instrumente es keinen Sinn macht alles "durchzulassen". Wie von Tonzauberer erwähnt, bei 35Hz steilflankig zu filtern, weil da meist nix mehr ist, was von Instrumenten kommem kann, ist schon so vernünftig. Mal abgesehen vom Ausnahmeinstrument Orgel. Aber wer kann denn schon 16Hz in seinem Wohnzimmer hören, bzw. wer hat schon so einen Palast, wo solch eine Wellenlänge ohne Probleme zu hören wäre?
Gruß Jö
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Antwort#8
... z.B. im Hauptmikrofon etwas Tiefen mehr rausnehmen (viele Zusatzgeräusche) in den Stützen etwas mehr Tiefen zulassen.
Das wird mit Erfolg überwiegend umgekehrt gemacht. Das Hauptmikrofon wird im Frequenzgang nicht beschnitten (da stören keine Tiefen), aber bei den nahen Nierenstützen werden die tiefen Frequenzen vom Nahbesprechungseffekt stark weggenommen. Fette Tiefen erzeugen einen nicht gewollten Näheeindruck.
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Antwort#9
Der einzige Anlaß, ein Hauptmikrofon stärker zu filtern, ist für mich die Pause zwischen Sätzen oder Stücken, vor allem im Livemitschnitt zur Vermeidung der allgegenwärtigen Huster. Ansonsten: Hochpaß oder Lo-Shelf so tief wie möglich.
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